Autonomes Fahren im Autositz der Zukunft

Im Auto von morgen übernehmen Assistenzsysteme immer mehr Verantwortung –
der Platz hinter dem Steuer wandelt sich zur komfortabel ausgelegten Kontrollzentrale. Mit der Entwicklung zum autonomen Fahren werden sich auch die Anforderungen an Fahrzeuginnenräume und Sitze grundlegend verändern. Als Weltmarktführer ist Johnson Controls mit jahrzehntelanger Sitz-Expertise und zahlreichen innovativen Lösungen wie der ersten zugelassenen Rücksitzstruktur mit Liegefunktion startbereit – und präsentierte sich auf der IAA in Frankfurt als kompetenter Partner.

 

 

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„Das autonome Fahren kommt. Aber es kommt nicht von heute auf morgen, es wird sich schrittweise weiter entwickeln“, sagte Dr. Detlef Jürss, Group Vice President and General Manager Product Group Seating Components bei Johnson Controls. „Wir erleben bereits zahlreiche Fahrerassistenzsysteme, die uns unterstützen und das Autofahren erleichtern. Der Mensch im Fahrersitz wird zukünftig von der Rolle des aktiven Selbstfahrers stärker in die des ‚Supervisors‘ wechseln, der aber jederzeit ins Geschehen eingreifen können muss. Der Sitz wird zum Multi-Talent im Innenraum, das seine Stärken in puncto Sicherheit, Komfort und Unterhaltung ausspielt.“

future_seating_buck-b-jpgEin echtes autonomes Fahren, bei dem das Fahrzeug alle Steuerungsfunktionen übernimmt und der Mensch nur noch als Passagier ins Auto einsteigt, liegt dagegen nach Meinung von Jürss noch in weiter Ferne. Auf dem Weg dorthin sind zudem zahlreiche Herausforderungen offen, so zum Beispiel die Fragen nach der notwendigen, investitionsintensiven Infrastruktur, nach Haftungs- und Rechtsthemen, nach ethischen Gesichtspunkten (Wen schützen die Sicherheitssysteme?) und nach der technologischen Machbarkeit und Sicherheit im Detail.

Als Begleiterscheinung der sich verändernden Rollenverteilung zwischen Fahrer und Fahrzeug entstehen erweiterte und neue Ansprüche an den Sitz – abhängig von den sehr unterschiedlich ausgeprägten Herausforderungen der globalen Märkte an individuelle Mobilität: Im Extremfall stehen den staugeplagten Ballungsräumen und Megacities in Asien die klassischen Langstrecken von Nordamerika oder Australien und ein europäischer Streckenmix aus Stadt-Land-Verbindungen gegenüber. Dementsprechend lassen sich die Anforderungen an angepasste Sitzkonzepte unter die Stichworte Arbeitsplatz, Kommunikations- und Unterhaltungszentrum oder Ruhezone fassen.

Zusätzliche Sitzfunktionen wie beispielsweise ein aus der Fahrtrichtung gedrehter Sitz, der die direkte Kommunikation mit Mitfahrenden erlaubt, oder ein Sitz in Ruheposition müssen maximale Crash-Sicherheit bieten. Johnson Controls verfügt bereits über hochfeste Mechanismen wie Lehnenversteller oder Sitzschienen. Zukünftig werden diese Komponenten mit der kompletten Fahrzeugsensorik verbunden und interaktionsfähig sein.

Als zweiten wichtigen Ansatzpunkt bewertet das Unternehmen den Ausbau der Komfort- und Wellness-Funktionen im Fahrersitz. „Der Sitz wird sozusagen zum Partner des Fahrers für Komfort und Gesundheit“, so Jürss. Als Herausforderung für zukünftige Sitzanwendungen steht dabei die intelligente Interaktion von Sitzsensoren und -aktuatoren im Fokus. So muss beispielsweise der jeweilige Sitz auf den sensorgestützten Nachweis von Müdigkeit oder Verspannungen „selbstständig“ reagieren – beispielsweise mit einer automatisierten Weckfunktion oder Positionsanpassungen auf längeren Distanzen. Eine aktive Rolle könnten dabei auch Einstelloptionen wie eine Massagefunktion, Armauflagen oder pneumatische Seitenwangen übernehmen, mit denen sich eine ergonomische Sitzposition optimal auf individuelle Bedürfnisse und lange Strecken anpassen lässt – ein Themengebiet, in dem die Johnson Controls Produktgruppe Recaro Automotive Seating über jahrzehntelange Expertise verfügt. Die Auszeichnung von Recaro-Markensitzen für Pkw und Nutzfahrzeuge mit dem weltweit anerkannten Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken e. V. unterstreicht diese Fachkompetenz.

Zum Sitz als zukünftiger „Komfortzentrale“ könnte auch die Möglichkeit gehören, eine crashsichere Ruheposition einzunehmen.

Johnson Controls wird auch in diesem Fall seiner Vorreiterrolle als Technologieführer gerecht: Das Unternehmen entwickelte die erste zugelassene Rücksitzstruktur mit Liegefunktion für einen Fahrzeughersteller und brachte den Sitz in Serie. Ähnlich wie ein Business-Class-Sitz im Flugzeug erfüllt das Produkt höchste Komfort-Ansprüche, wird gleichzeitig aber durch eine ausgeklügelte Sensorik (Aufrichtung im Crashfall) den Sicherheitsvorgaben im Automobil gerecht.

Dritter Ansatzpunkt für den zukunftsfähigen Sitz, der alle Aspekte des autonomen Fahrens unterstützt, ist die Weiterentwicklung zum Unterhaltungs- und Informationsforum: „Zukünftige Sitze müssen dem Insassen während seiner Zeit als unbeschäftigter Fahrer alle Optionen des Arbeitens, des Entertainments und der Kommunikation bieten“, sagte Jürss und nannte als Beispiele die Integration von Tablet-Haltern, Leselampen oder Kopfhörern. „Ebenso können wir uns aber auch vorstellen, den unbenutzten Beifahrersitz flexibler zu gestalten. Bei Nicht-Belegung wandelt er sich zum mobilen Zusatz-Büro oder -Wohnraum und bietet rutschfeste Ablagen für persönliche Gegenstände, Getränke oder elektronische Geräte, die gleichzeitig kabellos aufgeladen werden können.“

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