Bayer engagiert sich für Blinde und Sehbehinderte

 

Foto
 

 

 

Ein Tor zum Sehen und Hoffnung auf neue Therapien für Personen mit degenerativen Erkrankungen der Netzhaut eröffnete der 17. Retina Welt-Kongress in Hamburg. Die Patientenorganisationen „Pro Retina Deutschland e. V.“ und „Retina International“ hatten dazu eingeladen, und über 700 blinde und sehbehinderte internationale Teilnehmer sowie Augenärzte und Grundlagenforscher waren gekommen. Unter den drei Hauptsponsoren befanden sich Bayer HealthCare und Bayer MaterialScience. Die beiden Teilkonzerne der Bayer AG stellten auf dem Kongress den Patienten und Ärzten zum ersten Mal ein von Bayer MaterialScience mitentwickeltes innovatives Personenführungssystem vor, das einfach auf dem Fußboden verlegt wird. Es basiert auf thermoplastischem Polyurethan (TPU) der Marke Desmopan und bietet Blinden und Sehbehinderten barrierefreie Orientierung. Der Werkstoff ist weichmacherfrei, hoch abriebfest und chemikalienbeständig.

Das Personenführungssystem besteht aus nur wenige Millimeter hohen, auf den Untergrund aufklebbaren TPU-Platten mit unterschiedlicher Oberflächenstruktur in verschiedenen Härtegraden. Die Struktur-Unterschiede können taktil durch die Schuhe wahrgenommen werden und geben auf diese Weise Informationen darüber, ob beispielsweise ein Schwenk nach links oder rechts gemacht werden kann. Außer den unterschiedlichen Oberflächenstrukturen und Formen sind die Platten verschieden eingefärbt, um Personen mit Sehbehinderungen, aber erhaltenem Unterscheidungsvermögen für Kontraste zusätzliche Informationen zu bieten, zum Beispiel über eine farbige Codierung von U-Bahn-Linien. Die Verlegung des taktilen Belages ist einfach und kostengünstig. Teilnehmer des Kongresses konnten das System gleich vor Ort selbst ausprobieren.

Die Bayer-Experten gehen davon aus, dass dieses System für etwa elf Millionen Menschen nützlich sein kann.
Gute Erfahrungen mit dem Bodenbelag machte unter anderem die Sehbehinderte und Pro-Retina-Beraterin Daniela Brohlburg aus Bonn auf dem Kongress: „Wir hatten noch nie ein taktiles Leitsystem. Es ist eine wertvolle Hilfe bei der Orientierung. Ich würde mir einen breiten Einsatz, beispielsweise auch in Banken und Kaufhäusern, wünschen.“

Das System hilft einerseits Blinden bei der Orientierung über die taktilen Kontakte auf dem Boden und andererseits Sehbehinderten über die Wahrnehmung visueller Kontraste im Hell-Dunkel-Bereich. Wünschenswert wären ein weltweit einheitliches Leitsystem und Markierungen, die vor Gefahren wie Absturzstellen warnen.

banner_fixed
banner_default