Denkmaleinhausungen aus Polyurethan

Der Winter ist inzwischen eingekehrt und es ist spürbar nasskalt geworden. Der Garten ist bereits winterfest und unsere Pflanzen mit speziellen Folien geschützt oder ins Innere verbracht worden. Doch was passiert eigentlich mit den großen Denkmälern in den Parks?
Die Firma Nüthen Restaurierungen ist ein DQB-präqualifizierter Fachbetrieb für Denkmalpflege mit Sitz in Erfurt, Bad Lippspringe, Berlin und Hamburg. Eine Innovation innerhalb des breiten Leistungsspektrums sind die patentierten Wintereinhausungen aus Polyurethan für empfindliche Skulpturen.

nuethen01Die winterliche Einhausung von Denkmälern im öffentlichen Raum dient dem Erhalt der Kunstwerke. Verwitterungserscheinungen, die auf Frost-Tau-Wechsel und Schneebedeckung zurückzuführen sind, sollen minimiert bzw. weitgehend verhindert werden. Die Einhausung mit Holzverschlägen ist gängige Praxis und leistet einen allgemeinen Wetterschutz. Jedoch sind diese Gehäuse - abhängig von der Größe des Denkmals - unhandlich und schwer. Holzplanken mit einem Einzelgewicht von 30-40 kg lassen sich nur mit entsprechendem personellen­ und maschinellen Einsatz bewegen, Transport und Montage sind ebenfalls sehr aufwändig. In den vergangenen Jahren hat man deshalb nach leichteren Systemen gesucht. In Forschungsprojekten sind diverse Einhausungsvarianten auf ihre physikalischen Eigenschaften und Praxistauglichkeit untersucht worden. Neben der Schutzwirkung sollten auch gestalterische Aspekte der Einhausungen besonders für Skulpturen im städtischen Raum berücksichtigt werden. Die von der Firma Nüthen entwickelten und unter dem Markennamen „ciccum“ angebotenen Polyurethaneinhausungen ermöglichen erstmals eine Verbindung von effektivem Schutz und leichter Montage.

 

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ciccum-Einhausungen werden im Sandwichverfahren aus zwei kombinierten PUR-Materialien hergestellt. Das Innere des Gehäuses bildet ein purotherm Ortschaum mit einem Raumgewicht von 40 kg/m3, der durch eine hohe Druckfestigkeit auch die stabile Formgebung unterstützt. Die Außenhaut wird mit einem kompakten purospray Sprühcoating erzeugt, diese Hartbeschichtung dient gleichzeitig als Schutzanstrich. Beide Polyurethan Systeme stammen aus dem Hause Rühl Puromer GmbH aus Friedrichsdorf, das mit mehr als 45 Jahren zu den führenden unabhängigen Systemhäusern in Zentraleuropa gehört.

nuethen07Frost-Tau-Wechsel an der Oberfläche von Natursteindenkmalen sind ein entscheidender Schadensfaktor. Die Skulpturen werden in der Regel im Herbst eingehaust, der Naturstein ist dann meist feucht bis regennass. Trocknet der Naturstein nicht rechtzeitig ab, können frühzeitig einsetzende Nachtfröste trotz Einhausung zu Schäden führen. Die hervorragenden Isolationseigenschaften des Gehäusematerials Polyurethan ermöglichen einen bisher bei keinem Einhausungssystem realisierten Frostschutz. Die dämmende Wirkung der ciccum-Einhausung verhindert das Durchdringen der Nachtfröste über mehrere Wochen. Gleichzeitig kann das Denkmal in diesem Zeitraum Feuchtigkeit abgeben. Frei anzuordnende Luftkanäle in der Gehäusewand gewährleisten den für die Ableitung der Materialfeuchtigkeit des Denkmals erforderlichen Luftaustausch. Im Inneren der Einhausung lässt sich anhand der abgebildeten Messdaten eine deutliche Pufferung der Temperaturspitzen nachweisen. Um die Handhabung vor Ort möglichst einfach zu gestalten, sind die einzelnen Elemente des Gehäuses mit Zapfenverbindungen ausgestattet.

Bei aller Physik prägt jedoch vor allem das ästhetische Erscheinungsbild einer Einhausung die Parklandschaft während der gesamten Einhausungsperiode. Die Optik einer meist mit diversen Graffiti „verzierten“ Holzkiste, die den Standort anstelle des Denkmals bestimmt, ist wohl den meisten winterlichen Spaziergängern vertraut. ciccum-Einhausungen bieten vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung. Die Hülle kann so als Winterkleid aufgefasst werden, unter dem die Form des Denkmals noch ablesbar bleibt. Gleichzeitig ermöglicht die Leichtbauweise die partielle Einhausung des Denkmals. Der Sockel kann sichtbar bleiben, die Denkmaloptik bleibt im Wesentlichen so auch im Winter erhalten. Es bestehen darüber hinaus vielfältige räumliche und farbliche Gestaltungsmöglichkeiten, die den Bezug zum verhüllten Denkmal während der Einhausungszeit herstellen und die Parkskulpturen so auch im Winter erlebbar machen oder ganz neue Eindrücke vermitteln können.
 

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Achten Sie beim nächsten Winterspaziergang einfach mal darauf und „suchen“ Sie das Denkmal.

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