Sprühen aus Begeisterung

Ein Beitrag von Christiane Pellny, Business Development für Sprühdämmung, Hybriddämm Düsseldorf

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PU-Sprühdämmung ist State of the Art. Kein anderes Verfahren und Material bringt in einem Arbeitsgang so gute Eigenschaften mit, wie die 2K-Polyurethan-Sprühdämmung. Die wichtigste Eigenschaft des Hochleistungsdämmstoffes ist zweifelsohne die Dämmwirkung, die sich bereits in geringer Schichtstärke entfaltet. Immer wird ohne weitere Hilfsstoffe eine lückenlose Verbindung mit dem Untergrund hergestellt. Energielecks z. B. durch Luftunterwanderungen werden geschlossen; das fugen- und nahtlose Aufsprühen überwindet fast jede Wärme-/Kältebrücke; brüchige Mauerwerks‐ bzw. Oberflächenstrukturen stabilisieren sich bereits nach dem Aufbringen einer Dämmschicht. Selbst unter schwierigen Bedingungen wie bei Kriechkellerdecken, unebenen Böden alter Fabrikhallen oder ungleichen Versorgungsleitungen,  wird toleranz-ausgleichend, flächenbündig und profilfolgend gesprüht. Das Ergebnis ist eine dichte wie lückenlose Vollflächendämmung, die schnell voll belastbar ist. Nach einer kurzen Wartezeit kann zum Beispiel die weitere Verarbeitung wie die Estrichverlegung beim Boden oder der UV-Schutz bei der Aufdachdämmung und eine Innenverkleidung bei Decken und Wänden erfolgen. Eine professionell ausgeführte PU-Ortschaumdämmung ist langlebig, stabil und elastisch. Kurz PU-Sprühdämmung ist dauerhaft wertbeständig. 

 

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Einfach geht gar nichts

Wer einem PU-Sprüher schon mal bei der Arbeit zuschauen konnte, kommt leicht auf den Gedanken: Nichts einfacher als das! Doch so mancher Sprühneuling stellt schnell fest, dass eine gute Sprühdämmung mehr braucht als eine ruhige Hand, um die Sprühpistole im richtigen Abstand und im richtigen Tempo über die Flächen zu führen. Am Anfang einer State-of-the-Art-Sprühdämmung stehen die Komponenten und deren Weg zur Verarbeitung, um die gewünschte Expansion, die notwendige Zellstruktur und stabile Verbindung der Komponenten miteinander und mit der Dämmfläche zu erreichen. Die Komponenten sollten bei Lagerung, Lieferung und einer Vorortaufbewahrung nie der Kälte ausgesetzt sein. Aber auch  Zubehör wie Sprühpistole, 2K-Sprühschlauch und Umgebungs- bzw. Oberflächentemperaturen sind entscheidend für zügiges Verarbeiten und gutes Gelingen. Eine Innendämmung kann ganzjährig ausgeführt werden, wenn die Räume/Flächen ausreichend beheizt werden bzw. die Temperatur ca. plus 8 bis 10 °C misst. Für die Außendämmung z. B. auf dem Dach,  für eine vorgehängte hinterlüftete Fassade oder hinter neuer gemauerter Vorsatzschale  ist die Ausführung vom Frühjahr bis Spätsommer die deutlich bessere Entscheidung – auch weil das Wetter konstant wärmer und die Planungssicherheit größer ist.

Mit Sicherheit mehr Qualität
Sprühdämmung ist kein Fertigprodukt. Der Schlüssel zu einer langlebigen Entfaltung der gewünschten Dämmwirkung und dauerhaften Formstabilität ist im zweiten Schritt die sorgfältige Verarbeitung durch erfahrene Sprüher. Die Reaktionszeiten der Komponenten sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Da der Schaum in Lagen von ca. 3 cm aufgesprüht wird und zwischen den Lagen je nach Schaum eine Wartezeit liegt, kann eine Dämmung von 10–12 cm mehr Zeit in Anspruch nehmen, als kalkuliert wurde. Es empfiehlt sich, die Verarbeitung von neuen Polyurethankomponenten vor der Ausführung mit dem jeweiligen Komponenten-Hersteller zu testen und den Prozess abzustimmen. Das schützt auf der Baustelle vor bösen Überraschungen.

Zugelassen und überwacht
In den bauaufsichtlichen Zulassungen der DiBT sind die wichtigsten Sicherungsmaßnahmen deklariert. Die Überwachung durch die Gütegemeinschaft Hartschaum, die die Qualitätsüberprüfung der Sprüher auch auf der Baustelle vornimmt und zertifiziert, ist eine weitere Komponente, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen – denn kaum ein Kunde kann die Qualität oder den Verarbeitungsvorgang selber beurteilen. Im Zuge der EU-Neuregelungen stellt sich die Frage, wieviel qualitätssichernde Maßnahmen die PU-Sprühdämmung wirklich braucht. „Ich treffe häufig auf Kunden, für die beides wichtig ist“, sagte Christiane Pellny, verantwortlich bei Hybriddämm für das Objektgeschäft und Business Development Sprühdämmung, „weil diese oft das Zünglein an der Entscheidungswaage in einem sehr homogenen Leistungspaket ist.“ Auch können kleinere Unternehmen Zulassungs- bzw. Zertifizierungskosten selten alleine schultern. So beklagen sie, dass sie mangels Industrieunterstützung dann oft darauf verzichten müssen und wollen – auch weil diese Anforderungen im Bereich kleiner Flächen und Privatkunden seltener gestellt werden. Wohin die Reise auch geht, die Geschichte der Sprühdämmung zeigt deutlich, wie sehr mangelhafte Ausführung eine ganze Branche in Verruf bringen kann und noch deutlicher, wie wichtig Qualität in der gesamten Wertschöpfung ist.

Farbcoating für bessere Optik

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Wer bei einer Sprühdämmung die Nachteile sucht, kann diese in der Optik finden. Das Endprodukt ist eine Vollflächendämmung, in der sich jede Unebenheit, z. B. die der Leitungen, abzeichnet. Je dicker die Dämmung ist, umso stärker werden diese im Laufe des chemischen Prozesses, der beim Sprühen ausgelöst wird, ausgeprägt. Die Oberfläche einer fertigen Dämmung ist vergleichbar mit der einer Raufasertapete. Da die Dämmung oft hinter Verkleidungen – wie Holzfaserplatten oder vorgehängter Fassade – verschwindet, in unbewohnten Kellern oder an hohen Hallendecken aufgebracht wird, empfindet der Bauherr diese Optik selten als Mangel. Wo ein unauffälligeres Ergebnis gewünscht oder eine glatte Oberfläche benötigt wird, kann die Oberfläche abgeschliffen werden. Bleibt die Dämmung offen sichtbar, hilft die Beschichtung mit einer wasserlöslichen Farbe.

Firecoating für optimierten Schutz

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Wärmedämmung und Brandschutz – ein brisantes Thema, insbesondere im Wohnungsbau, bei gewerblichen Flächen (Lager, Produktion) oder öffentlichen Gebäuden (Schulen, Krankenhäuser). Fast alle Dämmstoffe oder Verbundsysteme können in unterschiedlicher Ausprägung brennen und entsprechen meistens der Baustoffklasse 2.  Ausgenommen sind z. B. mineralische Stoffe aus Stein oder Glas, die als Matten, als Schüttware oder als lose Flocken eingebaut werden. Die Entwicklung eines Firecoatings für die PU-Sprühdämmung wird von allen großen Systemherstellern oder Produzenten von Farben mit Hochdruck entwickelt. Häufig ist es auch schon im europäischen Ausland getestet und zugelassen (z. B. von BASF). Als erstes hat Lackfa im Mai dieses Jahres ein geprüftes Firecoating auf den deutschen Markt gebracht. Mit der Einstufung B1 entspricht es der Baustoffklasse schwer entflammbar. Wo die Sprühdämmung bislang aufgrund geringerem Brandschutz nicht eingesetzt werden konnte, bieten sich nun neue Sicherheiten. Hybriddämm hat die PU-Sprühdämmung in Verbindung mit dem Firecoating nun erstmals bei einer Lagerhalle eines CC-Marktes in München von seinem Ausführungs-partner Grozema montieren lassen. Das Firecoating wurde ­dafür in 2 Lagen von je 300 g/m2 auf die vorher eingebaute Sprühdämmung aufgebracht. Während das Aufbringen des Coatings mit einem Airbrush-Farbauftrag vergleichbar ist, sind die Wartezeiten, die zwischen der Sprühdämmung und dem ersten Coating mit 24 Stunden und 4 weiteren Stunden für den zweiten Auftrag vorgeschrieben sind, in der Planung einzukalkulieren. Zugegebenermaßen ist auch die Farbe des Coatings – aufgrund des Graphitanteils dunkelgrau – eine besondere Herausforderung in Sachen Genauigkeit für die verarbeitende Kolonne. Der Mehraufwand für das Abkleben und Schützen der Flächen will auch geübt sein.

 

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Vielseitig in der Anwendung
Eine PU-Sprühdämmung lässt sich im Zuge der energetischen Gebäudesanierung und im Neubau dauerhaft, schnell und effizient ausführen. Immer wenn die Zielsetzung Gebäudedichtigkeit und gute Wärmedämmung heißt, macht dieses Dämmsystem auch rechnerisch eine gute Figur.
Dachdämmung von außen bei Flächen für Papp-, Glas-, Wellfaser-, Blech-/Trapezdächer mit Dachspritzschaum und UV-Beschichtung: Je nach Dicke und Flächen ab ca. 45 €/m2 (ohne Arbeitsvorbereitung). Folgekosten für Reparatur- und Wartung entfallen weitestgehend.
Dachdämmung von innen bei Hallendecken, Kuppeln, Runddächern, für Dachschrägen als Zwischensparrendämmung, auch als Aufsparrendämmung von außen vor einer Dachneueindeckung: je nach Dicke und Fläche ab ca. 25 € /m2 – Großflächen ab 1.500 m2 wie z. B. bei Lagerhallen, Ställen, Industrie- und Produktionsflächen können häufig günstiger kalkuliert werden.
Wanddämmung von innen oder außen bei freigelegtem Mauerwerk, bei Holzrahmenbauweise von innen mit anschließender Wandverkleidung (OSB/Rigips), unter vorgehängter hinterlüfteter Fassade (Aufhängvorrichtung wird mit eingesprüht), in Kombination mit Mineralwolle; Aufbau z. B. Sprühdämmung für Gebäudedichtigkeit ca. 5 cm, Mineralwoll-Matten ca. 12 cm, anschließend neue Vorsatzschale: je nach Dicke und Fläche ab ca. 27 €/m2 (ohne Arbeitsvorbereitung).
Bodendämmung von innen/oben bei Bodensanierung auf Beton unter Estrich, geeignet für Fußbodenheizung, schlanker Aufbau möglich: je nach Dicke und Fläche ab ca. 26 €/m2 (ohne Arbeitsvorbereitung).
Bodendämmung von innen/unten  als Kellerdeckendämmung bei Kriechkellern, Kappen- und Gewölbedecken inkl. Dämmung der Versorgungsleitungen/Flanken: je nach Dicke und Fläche ab ca. 24 €/m2.

In kurzer Zeit für ein Gebäudeleben lang

Im Schnitt kann an einem Tag eine Innenfläche bis ca. 250 Quadratmetern und 3-5 Lagen (Gesamtdicke 8-10 cm/eine Lage ca. 2-3 cm) und mehr gesprüht werden. Voraussetzung für dieses Tempo ist eine problemlose, frei zugängige, zusammenhängende Fläche und geringfügige Vorarbeiten (abkleben/räumen). Selten wird eine Einrüstung benötigt.

Beispielhafte Produktdaten PU-Ortschaum
(je nach Hersteller können in einzelnen Bereichen ­unterschiedliche Werte erzielt werden)

Dämmstoff: PU-Ortschaum/Elastospray
Hersteller: BASF Polyurethan Spritzschaum Elastospray 1622/31
Verarbeitung: lagenweise, eine Lage im Mittel 10–30 mm
Luftdichtheit des Gebäudes: Naht-, fugenlose Hülle, AIR CHANGE/h at 50 Pascals
Zellstruktur: ≥ 94 % geschlossenzellig
Wärmespeicherkapazität: 1.400–1.500 J (kg·K)
Wärmeleitfähigkeit: λ = 0,030 W/(m·K) (WLG 030) Rechenwert
Diffusionswiderstand: μ = 50–70
Dichte/Raumgewicht: ca.35-40 kg/m3 ­(aufgeschäumt/­Innendämmung)
Druckfestigkeit: nach DIN EN 826² ab min 100 kPA  -0,3 N/mm2
Brandklasse: B2 nach DIN 4102 normal/Klasse E DIN EN13501
Teil 1 entflammbar, nicht brennend abtropfend, selbstverlöschend (geprüftes Firecoating möglich)
Feuchtigkeitsaufnahme: 2–3 % 24 h völliges Eintauchen
Wasserdichtigkeit: bei 0,6 bar wasserdicht
Biologische Eigenschaft: schimmelhemmend, hygienisch, chemikalienresistent PU-Dämmstoffe enthalten weder HBCD noch andere SVHC; Stoffe, sind hochwertig und verrottungsresistent
Entsorgung/Nachhaltigkeit: PU-Hartschäume können mit HH-Müll verbrannt werden; die enthaltene Energie wird wieder in nutzbare Wärme umgewandelt
 


 

Eigenschaften Sprühdämmung mit PU
• Luft- und Windbarriere für perfekte ­Gebäudedichtigkeit
• Profilfolgend für ausgefallene Architektur, ­Rundbauten, Gewölbe
• Stabile Leichtigkeit für anspruchsvolle Statik und jede Struktur
• Fugenfrei verbindet es sich lückenlos mit jedem Untergrund
• Verhindert Sporenstreuung, Schimmelbildung und ist ­chemikalienresistent
• Hochleistungswerte trotz schlanker Verbauung
• Widerstandsfähig bei Sturm und Tornados, Hitze und Kälte
• Integrierte Dampfbremse, Wasser- und Feuchtigkeitsbarriere
• Unempfindlich bei Witterungseinflüssen z. B. durch längere ­Bauzeiten
• Keine Zuschnittverluste, keine Entsorgungskosten alter Baustoffe
• Umweltgerecht und gesundheitlich unbedenklich ausgewiesen 
• Applikation auf allen Bauteilen und Materialien in kürzester Zeit
• Bridging the Gap: ein Gebäudeleben lang

 


 

Firmenpräsentation
Portraetfoto-CHybriddämm wurde 2012 von Christiane Pellny als Dienstleistungsmarke für Wärmedämmung entwickelt. Die ‚Hybrid-Idee‘ dahinter: Das Wissen der unterschiedlichen Dämmverfahren zu bündeln und die Ausführung durch das Fachhandwerk in ganz Deutschland sicherzustellen. Das Ziel: Immer das optimale und wirtschaftlichste System vorschlagen und qualifiziert durchführen zu können. Manchmal heißt das auch, dass im Sinne des Hybridgedankens ein Gebäude gleichzeitig mit zwei unterschiedlichen Verfahren gedämmt wird. Wie z. B. eine Einblasdämmung in der obersten Geschossdecke und eine Sprühdämmung an der Kellerdecke oder eine Sprühdämmung für die Gebäudedichtigkeit und darauf eine Mattendämmung für die Wärme. Der Vorteil für den Kunden: Er wird aus einer Hand über seine Möglichkeiten informiert. Dass Hybriddämm immer am Puls der Zeit ist und die ­Innovationslatte sehr hoch legt, beweist das in den letzten Wochen erstmals in Deutschland durchgeführte Firecoating auf einer PU-Sprühdämmung für eine Lagerhalle. (www.hybriddaemm.de)

 


 

Drei Fragen an Dr. Robin Endtner, Technischer Leiter der Firma Lackfa zum Thema Firecoating Typ A bei PU-Sprühdämmung

CP HY: Das von Ihrem Haus entwickelte Firecoating für die PU-Sprühdämmung ist nach 2-maligem Auftragen als schwer entflammbar einzustufen. Das ist ein großer Fortschritt. Ist damit zu rechnen, dass ein Firecoating entwickelt wird, das noch bessere Werte aufzeigt?
 

R.E. Lackfa: Bei den ersten Brandprüfungen wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass die gewünschte Klassifizierung „schwerentflammbar“ nach EN 13501-1 erreicht wird. Eine höhere Klasse ist für PUR-Hartschaum nicht vorstellbar. Aber ich denke, bei der Rauchgasentwicklung gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten.

CP HY: Wir haben Ihr Firecoating bei einer Logistikhalle im Großhandel erstmals verarbeiten können. Das, um dem Kunden die gewünschte weiße Deckenfarbe zu ermöglichen, ein drittes bzw. viertes Mal gesprüht werden muss (1 x PU-Sprühdämmung, 2 x Firecoating, 1 x Farbe). Wie stehen die Chancen, das Firecoating auch gleich in der gewünschten Farbe aufbringen zu können?
 

R.E. Lackfa: Das anthrazitfarbene Firecoating ist durch die verwendeten Flammschutzmittel wirksamer als das weiße Firecoating. Das weiße Firecoating allein auf PUR-Spritzschaum aufgebracht wird daher wahrscheinlich nicht für eine Klassifizierung in die Euroklasse B ausreichend sein. Aber ich könnte mir vorstellen, dass ein Anstrich Anthrazit zusammen mit einem Anstrich Weiß ausreichend sein kann. Aber auch dies muss zunächst durch weitere kostenintensive Brandversuche nachgewiesen werden.

CP HY: Ich bin seit 3 1/2 Jahren für die Sprühdämmung im Einsatz. In dieser Zeit war die Frage nach einer besseren Baustoffklasse bei PU-Sprühdämmung immer öfter ein Thema. Es geht aber sehr langsam voran. Kann man damit rechnen, dass die Hersteller und Systemhäuser diesbezüglich besser zusammenarbeiten, um eine gute Standardlösung zu bekommen und letztlich auch Kosten zu sparen?

R.E. Lackfa: Da jedes Systemhaus seine eigenen Spritzschaumsysteme entwickelt und wir alle im direkten Wettbewerb zueinander stehen, gestaltet sich die Zusammenarbeit eher schwierig. Wir sind aber bemüht die Entwicklung unserer flammgeschützten Systeme voranzutreiben und laufend zu optimieren.

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