Wenn’s schnell gehen muss

Die neuen Fast-Cure-Dichtungen aus der Produktfamilie Fermapor K31 von Sonderhoff Chemicals sind schnell reagierende 2-Komponenten Polyurethanschaum­systeme mit sehr kurzer Klebfreizeit. Schon nach 2-3 Minuten ist die Dichtungsoberfläche klebfrei, so dass die beschäumten Bauteile im nachfolgenden Fertigungsprozess nahtlos weiterverarbeitet werden können. Die Fast-Cure-Schaumdichtungssysteme kommen überall dort zum Einsatz, wo in der Industrie, wie z. B. im Schaltschrank- oder Fahrzeugbau, hohe Produktionsgeschwindigkeiten gefordert sind.

 

9_S_9_DSC_0038Der Knickarmroboter greift das Bauteil und führt es zum ­Beschäumen unter dem ­Mischkopf der Dosieranlage entlang.

 

Im hochautomatisierten Fahrzeugbau, bei der Serienherstellung von Schaltschränken oder in der Verpackungsindustrie ist die Formed-In-place-Foam-Gasket-(FIPFG)-Dichtungstechnik, also das automatische Auftragen und Aushärten von Flüssigschaumdichtungen direkt auf dem Bauteil, schon seit vielen Jahren Stand der Technik. Bei der Abdichtung von Kfz-Türmodulen, Schaltschrankpanelen oder Fassdeckeln mit Fast-Cure-Schäumen werden unter Einsatz der Niederdruck-Misch- und -Dosieranlagen von Sonderhoff Engineering Dichtungsapplikationen in hoher Stückzahl und reproduzierbarer Produktqualität, das heißt mit der geforderten Null-Fehler-Toleranz, prozesssicher erreicht. Bei einer nahezu 100-prozentigen Ausnutzung der Rohmaterialien fallen außerdem keine Stanz- oder Verschnittverluste an, wie ansonsten bei den vorgefertigten konventionellen Einlegedichtungen üblich. Die Materialkosten bleiben somit sehr gering.

 

14103_05_1_ohne_ABBDer Knickarmroboter mit Mischkopf fährt das Türmodul für den Dichtungsauftrag mit Fast-Cure-Schaum konturgenau ab.

 

Die für das Dichtungsschäumen von Bauteilen aus Metall oder Kunststoff eingesetzten Fast-Cure-Polyurethanschaumsysteme Fermapor K31 von Sonderhoff Chemicals werden konturgenau direkt auf die Bauteile mit oder ohne Nut flüssig aufgetragen. Sie verfestigen sich dort zu einer Weichschaumdichtung und sind bei Raumtemperatur innerhalb von 2 bis 3 Minuten klebfrei.

Die Bauteile können so im nachfolgenden Fertigungsprozess, ohne Zwischenlagerung, zügig weiter verarbeitet werden. Zusätzliche Investitionen für die kostenintensive Lagerung der Bauteile mit geschäumter Dichtung in Temperöfen sind daher nicht erforderlich.

Die schnellere Weiterverarbeitung und somit frühere Endmontage der Bauteile führt zu einer erheblichen Zeiteinsparung im gesamten Herstellungsprozess, zu sinkenden Stückkosten und einer letztlich effizienteren Fertigung.

 

Schaltschrank_Bild1Die gute Rückstellfähigkeit der Fast-Cure-Schaumdichtung ist bei häufigem Öffnen und Schließen der
Schaltschranktür entscheidend für eine gleichbleibend hohe Dichtwirkung im geschlossenen Zustand. 

 

Ganz anders bei herkömmlichen Dichtungsschäumen. Hier sind Klebfreizeiten deutlich länger.  Schaltschrankbauteile, Kfz-Türmodule oder Fassdeckel würden in diesem Fall zum Aushärten des Dichtungsmaterials eine längere Aushärtestrecke benötigen oder sie müssten gar zwischengelagert werden, bevor sie weiter verarbeitet werden können.

Die schnell reagierenden Fast-Cure-Schaumdichtungen haben eine geringe Wasseraufnahme und erzielen je nach Bauteilkonstruktion und Schaumsystem Schutzartklassen bis IP69K. Sie haben eine gute Haftung auf unterschiedlichen Materialoberflächen, von Polypropylen bis zu lackiertem Stahl, in bestimmten Fällen erst nach vorheriger Vorbehandlung. Die Viskositäten der Fast-Cure-Schäume können von flüssig bis pastös flexibel an die jeweilige Bauteilgeometrie angepasst werden. Unterschiedliche Shore-Härten sind realisierbar.

Dank guter mechanischer Werte lassen sich die Fast-Cure-Schaumdichtungen einfach verbauen und stellen sich unter Testbedingungen bei 70 °C zu 96-98 % zurück. Diese gute Rückstellfähigkeit der Fast-Cure-Schaumdichtungen ist bei häufigem Öffnen und Schließen eines Bauteils, wie zum Beispiel bei Fassdeckeln und Schaltschranktüren, entscheidend, damit im geschlossenen Zustand eine gleichbleibend hohe Dichtwirkung bestehen bleibt.

Spezielle Fast-Cure-Systeme erfüllen außerdem die technischen Eigenschaften der Automobil-Normen DBL 5452-13 (Daimler), TL848 (VW) und MY 560 (Chrysler/Fiat).

Bei dem Auftragen einer Fast-Cure-Schaumdichtung, zum Beispiel auf einer Schaltschranktür, verfährt der Linearroboter den Mischkopf der Misch- und Dosieranlage konturgenau entlang der Türgeometrie. Dabei wird pastöses Material über die Mischkopfdosierdüse auf die Innenseite der Schaltschranktür frei aufgetragen. Der Fast-Cure-Schaum kann so eingestellt werden, dass mit der Auftragsdosierung das Aufschäumen erst nach 30 Sekunden verzögert einsetzt und so etwas mehr Zeit für das Teilehandling bleibt.

Unmittelbar nach dem Dichtungsauftrag expandiert der Schaum auf ein Mehrfaches seines Volumens und bildet so eine Weichschaumdichtung mit einem Breiten-/Höhenverhältnis von ca. 2:1 aus. Grundsätzlich lässt sich das Verhältnis von Breite zu Höhe einer Dichtung über die Komponentenauswahl einstellen.

Bei komplexeren dreidimensionalen Bauteilen mit Steigungen und Neigungen kann die automatische Dichtungsapplikation auch von einem Knickarmroboter vorgenommen werden. Zwei Konfigurationen sind dabei möglich: Entweder greift der Roboter das Bauteil und führt es zum Beschäumen unter dem Mischkopf der Dosieranlage entlang oder der Mischkopf wird von dem Knickarmroboter geführt und fährt für den Dichtungsauftrag die Bauteilkontur ab.

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