Die Frimo-Gruppe feiert ihr 50-jähriges Bestehen

Als Frimo 1962 in Osnabrück in einer angemieteten Garage gegründet wurde, zählte das kleine Werkzeugbauunternehmen fünf Mitarbeiter. „Groß“ waren neben dem Enthusiasmus allenfalls die Träume, die man sich als kleiner Spezialanbieter von Modellen und Werkzeugen für die Verarbeitung von Polyurethan angesichts des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs erlauben durfte. Doch niemand, wahrscheinlich nicht einmal die Gründungsväter Fritsche und Möllmann, hätte die dynamische Entwicklung der folgenden Jahrzehnte für möglich gehalten. Heute – 50 Jahre danach – ist die Unternehmensgruppe Frimo einer der marktführenden globalen Entwickler und Hersteller von innovativen Fertigungssystemen für die internationale Automobilindustrie und andere Kunststoff verarbeitende Branchen.
Frimo ist mit 50 Jahren ein junges Unternehmen und hat doch seinen Ursprung ein halbes Jahrhundert zurück im letzten Jahrtausend. In bewegenden und auch schwierigen Zeiten hat sich das Unternehmen mit Pioniergeist, Mut und Zielstrebigkeit permanent weiterentwickelt. Die fortwährend neuen Herausforderungen der kontinuierlich wachsenden Automobilindustrie wurden über Jahre in wettbewerbsfähige Produktionslösungen umgesetzt. Damit verbunden wuchs das Unternehmen unaufhaltsam, sowohl technologisch als auch räumlich. Frimo hat sich rechtzeitig mit der Globalisierung der Märkte auseinandergesetzt und bereits in den 80er Jahren den Schritt nach Nordamerika getan. Frimo USA beschäftigt heute 150 Mitarbeiter und vereinigt nahezu alle Technologien der Frimo-Gruppe. Auch in Shanghai wurde der Fertigungsstandort, mit einer eigenen Fertigung vor Ort, in den vergangenen Jahren stetig auf- und ausgebaut. Um die Kunden bei globalen Projektanläufen optimal zu begleiten, passt Frimo im Rahmen seiner World-Product-Strategie die eigenen Produkte und Technologien schnell und effizient an die unterschiedlichen Rahmenbedingungen an.

2006_11_11_Ford-20M_004Heute ist aus dem einstigen Werkzeugbauer ein global agierender Technologieanbieter für Fertigungslösungen geworden, mit 1.200 Mitarbeitern an 15 Standorten. Durch die Breite des Technologie- und Leistungsspektrums sowie die intelligente Verzahnung von Technologien ist Frimo prädestiniert für Abwicklung komplexer Projekt im globalen Maßstab.

Mit dem wachsenden Einsatz von Kunststoffen in High-Tech-Anwendungen und einer fortschreitenden Substituierung von Metall durch Kunststoffe werden an die Herstellung von Kunststoffbauteilen immer höhere Anforderungen gestellt. Nur durch den Einsatz innovativer Kunststoffverarbeitungs-technologie und prozessfähiger Fertigungsanlagen kann eine hohe Endqualität der Bauteile erreicht werden. Hier versteht sich Frimo als Entwicklungspartner und ist stolz auf inzwischen fast 20 SPE Awards für herausragende Leistungen im Werkzeug- und Anlagenbau für den innovativen Einsatz von Kunststoffen.

„Als Technologiepartner geht Frimo das Tempo seiner Kunden mit“, fasst Hans-Günter Bayer zusammen. „50 Jahre Frimo erfüllen uns mit Stolz. Und sie sind für uns Verantwortung und Verpflichtung für eine nachhaltige Zukunft. Wir haben uns bei Frimo optimal aufgestellt, um unsere Kunden auch weiterhin bei jedem Prozessschritt zu begleiten. Und durch das Know-how unserer hervorragenden Mitarbeiter werden wir auch weiterhin zukunftsweisende und kreative Lösungen entwickeln.“

Aus diesem Anlass feierte das Unternehmen am 19. und 20. September 2012 am Hauptsitz in Lotte das 4. Frimo Forum mit rund 450 Teilnehmern aus 140 Unternehmen und 20 Ländern. Neben interessanten Plenar- und Technologievorträgen und einem unterhaltsamen und informativen Rahmenprogramm fanden die Besucher eine äußerst effektive Plattform, sich zu den Themen, die die Branche bewegen, zu informieren, mit Teilnehmern und Referenten auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende zu pflegen.

Frimo_Forum_D5PH0383_Blick_ins_Publikum_5Eröffnet wurde die Veranstaltung von Hans-Günter Bayer, CEO der Frimo Group, mit einem Rückblick auf fünf Jahrzehnte Frimo. Das Unternehmen wurde von Siegfried Fritsche und Günter Möllmann gegründet, die bereits bei Karmann Kollegen waren. Der Automobil- und Karosseriebauer erkannte schon früh das Potenzial von Kunstoffen für den Automobilbau und unterhielt eine eigene Modellbauabteilung. 1962 machten sich dann die beiden in einer Garage selbstständig und fertigten mit drei weiteren Mitarbeitern Gussformen aus Metall, Modelle und Werkzeuge. Einziger Kunde war über viele Jahre der Automobilzulieferer KBO (Kunststoffbüro Osnabrück).

Anfang der 70er Jahre wurde KBO, das zur Elastogran-Gruppe gehörte, im Zuge des Verkaufes an die BASF zur Elastogran-Polyurethan-Maschinenbau (EMB), stornierte alle Aufträge und war fortan ein direkter Wettbewerber von Fritsche & Möllmann. Ältere Kollegen bezeichnen dies als den schwärzesten Tag in der Firmengeschichte. Aber das Unternehmen hatte gute Kontakte und erhielt schnell neue Aufträge. Die Mitarbeiterzahl stieg sogar auf rund 60.
Polyurethan gewann Anfang der 60er Jahre in der Automobilindustrie zunehmend an Bedeutung, ein herausragendes Referenzprojekt hierfür war die Instrumententafel des Ford Taunus P5 im Jahr 1964, bei der Polyurethan erstmals zum Einsatz kam. Das Unternehmen wuchs und die Garage war schon früh zu klein, so dass das Unternehmen schließlich in den Hansaring in Lotte zog.

Auch wenn die Automobilindustrie stets die Hauptantriebsfeder war, hatte Frimo zum Beispiel auch gute Beziehungen zur Möbelindustrie in der DDR. Werkzeuge zur Ummantelung von Bierfässern gehörten auch mal zum Portfolio.

„50 Jahre Frimo bedeutet Anerkennung und Respekt für 50 Jahre voller Mut, Zielstrebigkeit und Entschlossenheit. Dabei bilden wir mit Kunden und Partnern zielbezogen Kompetenznetzwerke, um so die zukünftigen Herausforderungen besser zu meistern. Dass Frimo dies immer wieder gelingt, zeigen nicht zuletzt zahlreiche Auszeichnungen. So erhielt Frimo bereits 20 Mal die als „Kunststoff-Oscars“ bekannten SPE Awards, davon drei in 2012 sowohl als Werkzeughersteller als auch als Maschinenhersteller in der Kategorie ,body interior‘“, erörtert Hans-Günter Bayer stolz.

 

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