Flexiskin Case-Studie: Bergamo Garage Plazza de Liberta

Autor: Helmut Rojek

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Die 6 Etagen in die Tiefe gebaute Garage liegt im Zentrum von Bergamo. Jede Ebene hat zwischen 2.000 und 2.200 m2. Zu Beginn wurde die Generalsanierung der ersten Etage durchgeführt, weitere folgen ab 2016. Es wurden Betoninstandsetzungsarbeiten am Entwässerungssystem (Gully und Rohrleitungstausch) sowie Erneuerungen der Malerei und Injektionsarbeiten (Abdichten der Schlitzwände und Ankerköpfe) durchgeführt, die Bodenbeschichtung erfolgte mit Polyurea und die Linierungen mit Polyaspartic.

Um die Instandsetzungsarbeiten möglichst zügig durchzuführen, kamen sehr schnelle, hochreaktive Materialien zum Einsatz. Die Durchführung erfolgte bei vollem Betrieb der anderen Parketagen sowie der Ein-und Ausfahrtsrampen. Das Hauptaugenmerk bei den Beschichtungsarbeiten lag auf dem Abdichten der Etagen, um eine weitere Schädigung der Bausubstanz zu verhindern. Bei dem Beschichtungssystem handelt es sich um ein speziell entwickeltes Polyurea mit Flammschutz. Das System entspricht der OIB-Richtlinie und wurde nach den Kriterien des Wiener Garagengesetzes auf Brand geprüft. Das Beschichtungssystem muss der OS 10 entsprechen, hoch rissüberbrückend und sehr verschleißfest sein. Als Endbeschichtung (Kopfversiegelung) wurde ein neu entwickeltes Polyasparticsystem verwendet. Mit dieser Endversiegelung lässt sich die Garage in vielen Farben freundlich gestalten. Auch die Linierungen und Markierungen wurden mit Polyaspartic gearbeitet.

Die Hauptabdichtungsschicht (Membrane) wurde mit dem speziell entwickelten, flammhemmenden und geprüften Polyureasystem ausgeführt. Um die Schichtstärken gleichmäßig einzuhalten, wurde ein Verlegeroboter mit Schwenkelementen eingesetzt, damit bei den Überlappungsstößen keine Wülste entstehen. Somit entstand eine gleichmäßige und ebene Fläche.

Durchgeführte Arbeitsschritte:
1. Kugelstrahlen der gesamten Fläche
2. Mit Epoxy grundiert und anschließend mit Quarzsand 0,4-0,8 mm definiert abgestreut
3. Bei erhöhten Rauhtiefen wurde eine Ausgleichspachtelung (Kratzspachtelung) aufgebracht, um den Untergrund zu nivellieren
4. Aufbringen des Polyureasystems als Dichtmembrane
5. Aufsprühen einer Verschleißschicht und Herstellung der Rauhigkeit gemäß der Richtlinien auf R11
6. Versiegeln des Verschleißbelags mit farbigem Polyurea unter Zugabe von Glasperlen, um die Verschleißfestigkeit sowie die Rutschfestigkeit zu gewährleisten

Die Betoninstandsetzung wurde wie folgt ausgeführt:
Entfernen des geschädigten und chloridbelasteten Betons, Freilegen der korrodierten Bewehrungseisen, Aufbringen eines Korrosionsschutzes auf zementöser Basis, Reprofilieren und Verschließen der Ausbruchsöffnungen mit kunststoffmodifiziertem fremdüberwachten Saniermörtel. Bei den höher chloridbelasteten Betonflächen wurde durch Sandstrahlen die kontaminierte Betonfläche gereinigt und das eingedrungene Salz (Chlorid) entfernt. Danach wurde eine Dichtungsschicht aus ECC-Epoxi-Zement als Osmoseschutz bzw. wie neu in der Fachwelt definiert, als kapillarbrechende Schicht aufgebracht.
Die Erneuerung der Malerei gestaltet die Garage heller und freundlicher. Dazu wurde ein Farbsystem auf Basis von Acylatharzen eingesetzt, das extrem wenig verschmutzt und auch dem Beton zusätzlichen CO2-Schutz bietet. Dieser Schutz verhindert die weitere Karbonatisierung des Betons und konserviert diesen.

Flächen:
2.200 m2 Beschichtung
2.000 m2 Malerei
500 m2 Betonsanierung
150 lfm Rissinjektionen

Eine besondere Leistung war die Rampensanierung.
Zeitfenster: Das Parkhaus ist von 20:00–7:00 Uhr geschlossen
Flächengröße ca. 250–300 m2
Nach diversen Vorarbeiten wie Abdeckungen und Abklebearbeiten wurde die Einfahrtsrampe um 19:00 Uhr gesperrt.

Die Untergrundvorbehandlungen wie Schleifen der Randbalken und Kugelstrahlen wurden durchgeführt. Außerdem wurden die Induktivschleifen für die Schrankensteuerung erneuert. Diese mussten erst in den Fahrbahnbeton eingeschlitzt werden und dann mit Polyurea zugegossen. Anschließend wurde die Betonfläche mit einem farblosen Polyasparticsystem zweimal grundiert und mit Quarzsand abgestreut. Die Abtrocknungszeit zwischen den einzelnen Arbeitsgängen lag bei unter 10 min.

Nach dem 2. Grundiervorgang und einer Ablüftzeit von ca. 30 min wurde die Polyureabeschichtung aufgesprüht. Dieser Arbeitsgang dauerte ca. 2,5 Stunden. Danach wurde um ca. 3:00 Uhr die Versiegelung mit den Glasperlen aufgebracht. Um 7:00 Uhr wurde die Rampe wieder für den Verkehr freigegeben. Selbiges passierte 2 Tage später bei der Ausfahrtrampe.
Die gesamte Sanierungszeit für eine zweispurige Rampe dauerte 11 Stunden. Das war eine Rekordleistung.

 

Gully-fertig-2

Rampe-fertig

Kratzspachtelung

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