Dachbeschichtung Westbahnhof Wien/k.k.priv. Kaiserin Elisabeth-Bahn

Projekt
Eines der wohl spannendsten und innovativsten Polyureaprojekte in letzter Zeit war die Beschichtung des Metallfalzdaches des Wiener Westbahnhofes. Die Ausführung dieser Arbeiten wurde der bekannten Polyureaspezialfirma AKB GmbH in Wien zuteil.

 

 

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Anforderungsprofil
Das Bahnhofsgebäude wurde 1858 errichtet und im 2. Weltkrieg durch den Bombenhagel zerstört. 1951 baute man das Gebäude wiederum zur Gänze auf und es steht zu 100 % unter Denkmalschutz. Änderungen an der Dachgeometrie und am Dach als solches sind nicht zulässig, sogar die Farbe des Daches muss der ursprünglichen entsprechen. Des Weiteren ist das Dach statisch gesehen bei Weitem nicht so konstruiert, dass man mit schwerem Gerät/Maschinen und dergleichen hantieren kann. Das Bahnhofsgebäude liegt zwischen hohen Bürohäusern und Hotels eingebettet. Durch diesen Umstand ergibt sich eine Kaminwirkung, daraus resultieren starke Winde. Das Gebiet selbst ist sehr windanfällig und daher sind Sprüharbeiten nur mit richtiger Technik und Maschinerie möglich.

 

 

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Verarbeitung
Ein professioneller und ordnungsgemäßer Polyureaauftrag war/ist mit einer herkömmlichen Hochdrucksprühmaschine nicht möglich. Unabhängig vom Gewicht der Maschine, die das Dach nicht hätte tragen können, wäre auch ein Sprühen mit der Hochdrucktechnik bei 160 bar Druck aufgrund des Sprühnebels nicht durchführbar. Dieser hätte bei einer Projektgröße von über 5.000 m2 sämtliche angrenzende Gebäude, Autos usw. zerstört bzw. in Mitleidenschaft gezogen.
Herr Winkler (GF der Fa. AKB) hat sich nach intensiven Überlegungen und oftmaligem Gedankenaustausch mit der Fa. Hercules für eine Polyureaapplikation im Niederdruckverfahren entschieden- und diese Entscheidung war goldrichtig. Des Weiteren wurde ein Polyurea auf 100 %-Basis verwendet, das im Temperaturbereich von +20 °C optimal zu verarbeiten war: System Hertec 1175.

 

 

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Maschine und Pistole
AKB hat sich für zwei zahnradbetriebene, voll beheizte Niederdruckanlagen der Marke Valmixer 01 & 02 entschieden. Es wurden Sprühpistolen aus Polyethylen mit Statikmischer verwendet. Die Sprühschläuche sind variabel, Längen von 2 Meter bis 20 Meter möglich. Die Maschinen selbst können von 2–20 bar betrieben werden. In diesem Druckbereich kann man das Set-Up der Verarbeitung leicht und exakt einstellen und die Ausstöße dadurch flexibel gestalten. Bei der Sprühtechnik wird ein spezieller Zerstäubungszylinder verwendet, der die trockene Luft so einbläst, dass es fast keinen Sprühnebel gibt. Somit war und ist das Dach ohne größere Problem perfekt zu beschichten.

Verarbeitungstechnik und Materialauftrag

Das Dach selbst ist mit Dachfalzen von 6 km Länge durchzogen, die natürlich auch mitbeschichtet werden mussten. Viele Polyureaapplikateure wissen, dass dies nicht so einfach ist, vor allem wenn eine 100% vollflächige Beschichtung dieser Falze gefordert wird. Die langjährige Sprüherfahrung der Fa. AKB und den Sprühern selbst, ermöglichte es eine Technik zu entwickeln (im Niederdruckbereich), mit der diese Detailarbeiten schnell und 100 % dicht durchgeführt werden konnte. Die Untergrundvorbehandlung wurde mit dem „ Bristle Blaster“ als auch mit dem „Rotating Flap“ ausgeführt. Als Reaktionshaftgrund wurde ein Spezialprimer für Metalle sowie auch für Bunt- und Edelstahle verwendet. Als Endversiegelung wird nach kompletter Fertigstellung der hochflexible und alipathische Topcoat Hertec KF 500 aufgerollt. Durch die spezielle Formulierung kann dieser Topcoat auf ältere gesprühte Elastomerflächen ohne Haftungsprobleme appliziert werden.

Zusammenfassung

Ein Projekt wie dieses kann nur von einer zertifizierten Applikationsfirma ausgeführt werden, welche über Langzeiterfahrung auf dem Gebiet der Polyureaverarbeitung verfügt. Auch ist es wichtig, hier mit dem Material- und Maschinenlieferanten in permanenter Abstimmung zu kommunizieren, damit letztendlich auch ein höchst professionelles und vor allem funktionierendes Resultat erreicht wird.

Projektdetails
Westbahnhof Wien, Metallfalzdachbeschichtung mit ca. 6 km langen Stehfalzen
Fläche: ca. 5.200 m2
Ausführungszeitraum: 2015 bis Fertigstellung Mai 2016
Auftragnehmer: AKB – Allgemeine Kunstharzbeschichtung GesmbH, Altmannsdorfer Anger 61, A-1120 Wien, http://www.akb.co.at
Material: Hertec 1175, Primer Hertec 099, Topcoat Hertec KF 500, Fa. Hercules GmbH, www.hercules.at
Maschinen: Valmixer 01 & 02, Fa. Hercules GmbH, www.hercules.at

 



Firmenbiographie der AKB GmbH, Wien:
Die Allgemeine Kunstharzbeschichtung GesmbH, kurz AKB, hat sich in nur einem Jahrzehnt ihres Bestehens in Österreich, vielen alten und neuen EU-Staaten und sogar in China als Spezialist für dauerhafte Sanierungen und Neuerrichtungen von strapazierten Industriefußböden ein ausgezeichnetes Renommee erworben.
Das dynamisch wachsende Unternehmen hat sich auf die Verarbeitung von Epoxid und Polyurethan sowie das Aufbringen von Polyurethan- und Polyureaspritzfolien mittels computergesteuerten Hoch- und Niederdrucksprühmaschinen spezialisiert. Diese Problemlösungen bieten dem Anwender eine nahtlose, dauerhafte und rissüberbrückende Abdichtung und verhindern somit Schädigungen der Bausubstanz. Eine professionelle Bodenbeschichtung von AKB ist besonders bei der Instandsetzung zerstörter Bodenflächen, der Anpassung an eine veränderte Nutzung und beim vollständigen Neubau zu empfehlen. Bei der Gestaltung eines Raumes muss dem Boden höchste Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Wahl des verwendeten Systems beeinflusst auch wesentlich dessen Unterhaltskosten und Lebensdauer sowie den Komfort und die Sicherheit für die Benutzer. „Wir realisieren kreative Projekte, wobei unsere Kernkompetenz in der Entwicklung und Umsetzung von flüssig zu verarbeitenden Kunststoffbeschichtungen liegt. Da wir herstellerunabhängig arbeiten, können wir flexibel auf die unterschiedlichsten Anforderungen eingehen und unseren Kunden stets das für sie beste System empfehlen. In öffentlichen Gebäuden und Geschäften, aber immer mehr auch im industriellen Bereich, zählt heute nicht nur die Funktionalität eines Bodens, sondern auch seine repräsentative Optik“, erklärte Geschäftsführer Michael Winkler. „Ein schöner Fußboden ist die Visitenkarte eines Raumes und trägt seinen Teil zum Gesamteindruck bei, den man Mitarbeitern, Kunden und Besuchern bieten möchte.“ Vor allem im Designbereich punktet das mit (Innen-) Architekten eng zusammenarbeitende Unternehmen. In der Grafikabteilung werden Kundenwünsche gestalterisch umgesetzt, Logos und Design kreiert. Dank modernster Folienplotter-Technologie werden Grafikschablonen bis zu 50 Meter Länge millimetergenau produziert. Der Bereich Design Böden und Design Wände macht inzwischen rund 50 Prozent des Geschäftes aus, wie Winkler verriet. „Wir machen alles, was außer der Norm liegt. Individuelle Designs samt Logos nach Maß.“

 

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