UNO will Bewusstsein für nachhaltiges Bauen schärfen

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat dazu aufgerufen, das Klimaschutz-Potenzial von Gebäuden stärker auszuschöpfen, die rund ein Drittel der weltweiten Treibhausgas-Emissionen ausmachen. Vor allem müsse in der Politik und bei den Marktteilnehmern das Bewusstsein für Notwendigkeit und Chancen nachhaltigen Bauens geschärft werden, sagte Arab Hoballah vom Direktorium der Sustainable Buildings and Climate Initiative (SBCI) Ende Mai 2011 in Leverkusen. Dort fanden erstmals in Deutschland die Jahrestagung und ein Symposium des UNEP-Gremiums statt, die vom SBCI-Mitglied Bayer MaterialScience ausgerichtet wurden.
Viele Akteure hätten noch nicht erkannt, dass nachhaltiges Bauen ein Geschäftsmodell sei, das sich auszahle, betonte Hoballah vor rund 150 Experten aus aller Welt. Umweltfreundliche Gebäude tragen nach seinen Worten nicht nur dazu bei, Energie zu sparen und Treibhausgase wie Kohlendioxid zu vermeiden, sondern verbessern auch die Lebensqualität der Menschen.
Es komme insbesondere darauf an, die verschiedenen Akteure im Bereich Bauen stärker zu vernetzen und deren Know-how zu kombinieren, erläuterte Hoballah. Diesen Weg geht das EcoCommercial Building Program (ECB), ein einzigartiges weltweites Expertennetz unter Führung von Bayer MaterialScience. Es verfolgt einen ganzheitlichen Planungsansatz, der das Gebäudedesign und die Verwendung innovativer Materialien und neuester Technologien etwa zur Erzeugung regenerativer Energien von Beginn an umfasst. Dabei werden auch die jeweiligen geographischen und klimatischen Verhältnisse berücksichtigt.

Die Bedeutung effektiver Dämmstoffe gegen Kälte und Hitze hob Patrick Thomas, Vorstandsvorsitzender von Bayer MaterialScience, auf der Tagung hervor: „Dämmplatten aus Polyurethan-Hartschaum sparen während der Nutzungsdauer rund 70 Mal mehr Energie ein, als zur ihrer Herstellung benötigt wird." Auf der Konferenz wurde auch über diverse andere Themenfacetten wie erneuerbare Energien, Stadtentwicklung oder Klimapolitik diskutiert.

Außerdem ging es um eine neue Messmethode der SBCI, um zu weltweit einheitlichen Kennzahlen für den Energieverbrauch und den Treibhausgas-Ausstoß von Gebäuden zu gelangen. Dieser Common Carbon Metric (CCM) soll einen international kohärenten Standard ermöglichen. Ziel ist es, Vergleichbarkeit bei der Messung von CO2-Äquivalenten sowie der Erfassung und Auswertung der Daten zu schaffen. Außerdem soll das neue Instrument helfen, Fortschritte bei der Emissionsminderung erkennen, vergleichen und bewerten zu können - bezogen auf bestimmte Gebäudetypen in verschiedenen Klimazonen.

Gebäude stehen für rund 40 Prozent des Energieverbrauchs auf der Erde und stoßen jährlich rund 8,6 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente aus - so viel, wie Deutschland, China und Japan zusammen emittieren. Bis 2030 könnte sich die Menge nach Berechnungen des Weltklimarats im Ex­tremfall auf knapp 16 Milliarden Tonnen fast verdoppeln. Gleichzeitig lassen sich jedoch die Emissionen in keinem anderen Bereich so schnell, umfangreich und dabei wirtschaftlich reduzieren. So könnte der Energieverbrauch sowohl im Gebäudebestand als auch bei Neubauten laut Weltklimarat mit bereits existierenden Produkten und Technologien bis 2020 um 30 bis 50 Prozent sinken - und das ohne erhebliche Mehrkosten.

Bayer ist darüber hinaus weltweit das erste Unternehmen, mit dem die UNEP eine langfristige Kooperation im Bereich Jugend-Umweltarbeit geschlossen hat. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt, die sich für Umweltthemen interessieren und sich für den Schutz der Umwelt engagieren. Gemeinsam verfolgen die beiden Partner das Ziel, junge Menschen in ihrem Engagement zu unterstützen, ihr Umweltwissen zu erweitern und weltweit den Austausch von Erfahrungen über den Aufbau von Netzwerken zu fördern. Dafür setzen Bayer und die UNEP jährlich ein Dutzend Umweltprojekte für Kinder und Jugendliche auf allen Kontinenten um. Bislang haben mehr als zwei Millionen junge Menschen an diesen Projekten teilgenommen und damit direkt von dieser einzigartigen Partnerschaft profitiert. Bayer unterstützt die gemeinsamen Projekte mit 1,2 Millionen Euro pro Jahr.
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