Mit 50 in den Ruhestand

Ausgerechnet in ihrem 50. Jubiläumsjahr wurde Ende Juli 2014 mit der Stilllegung der klassischen TDI-Produktionsstätte im Chempark Dormagen begonnen. Nach einem halben Jahrhundert verlässlicher Arbeit macht sie nun einer moderneren Großanlage Platz, die nur wenige hundert Meter weiter entsteht. Rund 250 Millionen Euro investiert Bayer MaterialScience in den Neubau. Das TDI soll dort ab Ende 2014 in einem besonders umweltverträglichen Verfahren hergestellt werden. Die Stilllegung des Altbetriebs und das Entleeren und Reinigen aller Anlagenteile ist anspruchsvoll und bedarf einer ebenso professionellen Planung wie der für Ende des Jahres vorgesehene Start der Neuanlage. Während also aktuell bereits ein Teil des Teams in der neuen TDI-Anlage tätig ist und sich auf das Anfahren dort vorbereitet, hilft der andere Teil der Belegschaft beim Herunterfahren der bisherigen Produktionsstätte. „Trotz der vielen Jahre auf dem Buckel hat die alte Anlage bis zuletzt eine hervorragende Leistung erbracht“, sagte Betriebsleiter Michael Schmid. Zum Start wurden pro Jahr gut 5.000 Tonnen TDI produziert, im vergangenen Jahr waren es knapp 70.000 Tonnen. 2012 feierte die Mannschaft sogar die Herstellung der insgesamt zweimillionsten Tonne.

In Dormagen steht auch die Pilotanlage, in der seit 2004 die Herstellung von TDI nach einem ganz neuen, technisch revolutionären Verfahren erprobt wurde. Nach ihrem Vorbild wurde zunächst eine Großanlage am Standort Shanghai in China gebaut und jetzt eben die neue Produktionsstätte in Dormagen.

In beiden Großanlagen kommt zum Einsatz, was sich in der Probezeit in der Pilotanlage glänzend bewährt hat: Das sogenannte Gasphasen-Verfahren ist eine exklusive Technologie von Bayer und setzt global ganz neue Maßstäbe, weil es die Herstellung besonders effizient und klimaschonend macht. Gegenüber einer konventionellen Anlage gleicher Größe ermöglicht das Gasphasen-Verfahren von Bayer Material­Science Energieeinsparungen von bis zu 60 Prozent. Zudem kommt die Technologie mit bis zu 80 Prozent weniger Lösungsmittel aus.

Die neue Anlage soll eine Kapazität von 300.000 Jahrestonnen haben.
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