BASF und CSM verhandeln über Joint Venture zur Produktion biobasierter Bernsteinsäure

BASF SE und Purac, ein Tochterunternehmen von CSM nv, gaben am 1. August die Aufnahme von Verhandlungen über die Gründung eines Joint Ventures zur Produktion biobasierter Bernsteinsäure bekannt. Beide Unternehmen forschen dazu bereits seit 2009 in einer Entwicklungskooperation. Die sich ergänzenden Stärken in den Bereichen Fermentation und Aufarbeitung führten zur Entwicklung eines nachhaltigen und hocheffizienten Herstellungsprozesses, der auf einem patentgeschützten Mikroorganismus basiert. Vor allem bei Biokunststoffen, chemischen Zwischenprodukten, Lösungsmitteln, Polyurethanen und Weichmachern wird in den kommenden Jahren ein starker Anstieg der Nachfrage nach Bernsteinsäure erwartet.
„Wir beabsichtigen mit einer 25.000 Tonnen Fermentations-Anlage auf dem Standort von Purac in der Nähe von Barcelona, Spanien, erster industrieller Anbieter von Bernsteinsäure zu werden. Die Anlage soll spätestens 2013 in Betrieb genommen werden", erläutert Gerard Hoetmer, Vorstandsvorsitzender von CSM. „Zusätzlich planen wir bereits eine Großanlage mit einer Kapazität von 50.000 Tonnen, um den erwarteten Nachfrageanstieg bedienen zu können. Unsere Partnerschaft birgt enormes Potential, da sie die Kompetenzen von zwei in ihren Feldern führenden Unternehmen gewinnbringend bündelt."
Während der bestehenden Kooperation konnten wichtige Schritte des gemeinsam entwickelten Verfahrens bereits in mehreren erfolgreichen Produktionskampagnen erprobt werden. Die produzierten Mengen wurden genutzt, um den Markt zu evaluieren. Nachdem die Anwendung innerhalb der BASF erfolgreich getestet wurde, sind nun größere Mengen für externe Kunden verfügbar. Der von BASF und Purac neu entwickelte Produktionsprozess kombiniert hohe Effizienz mit der Verwendung erneuerbarer Rohstoffe. Zugleich wird bei der Herstellung von Bernsteinsäure das klimaschädliche CO2 gebunden. Der daraus resultierende positive ökologische Fußabdruck macht biobasierte Bernsteinsäure zu einer ökonomischen und ökologischen Alternative zu petrochemischen Einsatzstoffen. Das eingesetzte Bakterium namens Basfia succiniciproducens ist ein natürlicher Produzent von Bernsteinsäure und kann eine Vielzahl von erneuerbaren Rohstoffen (C3, C5 und C6) einschließlich Biomasse verarbeiten.