Rampf Giessharze setzt auf nachwachsende Rohstoffe

Die Rampf Giessharze rüstet sich weiter für die Zukunft. Bis zum Jahr 2013 will der Kunststoff-Spezialist einen Großteil seiner Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen herstellen. Mit Unterstützung vom Schwesterunternehmen Rampf Ecosystems sind die ersten Produkte auf Basis von Bio-Polyolen jetzt am Markt. Das Unternehmen strebt an, seinen Umsatz mit auf Bio-Polyolen basierenden Produkten bis 2012 zu verdoppeln.
Die Kabeltülle aus Bio-Kunststoff
enthält Rapsöl und ist deshalb besonders hydrolysestabil.

kabeltuelle Mit Rampf Ecosystems aus Pirmasens widmet sich ein Geschäftsbereich ausschließlich dem Recycling von Polyurethan und der Erforschung von nachwachsenden Rohstoffen wie etwa Rapsöl, Milchzucker, Fett und Glycerin. Polyurethan-Produktionsreststoffe und „post-consumer" PET aus Verpackungen (grüner Punkt) sind für Rampf Ecosystems keine Abfälle, sondern wertvolle Rohstoffquellen. Sie werden durch spezielle chemische Verfahren wie Glykolyse, Acidolyse oder Polyolyse zu (Recycling-)Polyolen aufbereitet. Die sogenannten Recypole und Petole fließen erneut in die Herstellung von Polyurethan ein. Kunden sind die Firmen der Rampf-Gruppe, aber auch andere Systemhäuser. Für den Recyclingprozess hat Rampf eine Anlage für thermische Glykolyse entwickelt. Heute zählt sie zu den Größten ihrer Art in Europa. Und im Frühjahr 2011 wird eine weitere Anlage am Standort Pirmasens hinzukommen. Nicht zuletzt wegen der gestiegenen Nachfrage nach Bio-Polyolen. Damit verdoppeln die Recyclingspezialisten ihre jährlichen Kapazitäten auf rund 5.000 Tonnen.

Neben der Produktion von Formteilen wie Kopfstützen und Schaltknäufen übernimmt Rampf Ecosystems auch den Anlagenbau direkt beim Kunden. Damit schließen sie vor Ort den Kreislauf aus PUR-Verarbeitung, Reststoffverwertung und erneutem Einsatz der gewonnenen Polyole.

Um das Anwendungsspektrum von nachwachsenden Rohstoffen bei der Polyurethan-Kunststoffproduktion zu erweitern, modifiziert und funktionalisiert Rampf Ecosystems seit 1999 gezielt nachwachsende Rohstoffe. Das Unternehmen setzt dabei vor allem auf heimische Pflanzenöle wie Rapsöl, welches direkt in einer nahe gelegenen Ölmühle gewonnen wird.


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Die neue Kunststoff-Generation von Rampf fährt im Auto der Zukunft mit;
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Die Vorteile von Bio-Polyolen für Hersteller und Kunde liegen auf der Hand. Langfristige Verfügbarkeit, CO2-Neutralität und verbesserte Produkteigenschaften machen Bio-Kunststoffe zu einer wahren Konkurrenz für konventionelle Materialien. „Im Vergleich zu einem Polyurethan auf petrochemischer Basis lässt sich der Ausstoß an Treibhausgasen um 30 % reduzieren. Zudem lassen sich Verbesserungen bei den Funktionalitäten erzielen", betonte Michael Kugler, Betriebsleiter bei Rampf Ecosystems. Beispielsweise zeigen Zuckerderivate hohe Funktionalitäten auf, die im späteren Polyurethan zu höherer Vernetzung und bei den Hartschäumen zu besseren mechanischen Schaum­eigenschaften führen. Polyole auf Basis von Pflanzenölen, das heißt den entsprechenden Fettsäuren, zeigen einen ausgesprochen hydrophoben Charakter und werden deshalb gerne in hydrolysestabilen Polyurethanen eingesetzt. Den Beweis dafür liefern die ersten Produkte von Rampf Giessharze und Rampf Ecosystems auf Basis von Raps- und Sojaöl. Seit kurzem ist eine effiziente Vergussmasse am Markt, die als Schutzhülle in Kabeltüllen für LKWs eingesetzt wird. Das Hartschaumprodukt aus Rapsöl überzeugt durch beste mechanische Festigkeiten und eine hervorragende Vibrations-, Schall- und Wärmedämmung. Weiterhin haben die Experten ein Elektrogießharz aus Bio-Polyolen entwickelt, das zum Beispiel im Ladestecker von Elektrofahrzeugen Verwendung findet. Das Material gleicht extreme Temperaturunterschiede aus, schützt aber auch vor Überhitzung, Stößen und Chemikalien.