Vorwort: Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Schuhs

Wie die meisten Frauen habe ich ein Faible für „schöne“ Schuhe (ob bequem oder auch nicht) und durch meinen Besuch auf einer der weltweit bedeutendsten Messen für die industrielle Schuhfertigung, die wie alle 2 Jahre bei der Firma DESMA in Achim stattfand, kam mir die Idee mich mal mit der Geschichte des Schuhs zu beschäftigen. Da man darüber schon ganze Bücher geschrieben hat, kann hier nur ein kurzer Überblick, aber mit spannenden Zukunftsperspektiven, die während der DESMA-Hausmesse präsentiert wurden, aufgezeigt werden.

Den sogenannten „Urschuh“ gibt es schon mal nicht, da sich der Schutz der Füße regional nach den klimatischen Gegebenheiten orientiert hat.  Auch lässt sich der Zeitpunkt nur vage ermitteln, da die Schuhmaterialien – Felle, Grasfasern und Palmenblätter – schnell verrotteten. Tierfelle schützten vor Kälte und Sandalen aus Fasern und Palmenblättern geflochten vor Hitze. Das erste gefundene Werkzeug, das vermutlich zur Schuhfertigung diente, ist ca. 120.000 Jahre alt. Die ältesten deutlichen Hinweise stammen aus China (ca. 40.000 Jahre) und von Wandmalereien in der Höhle von Altamira (15.000 – 12.000 v. Chr.).Foto-1-Chalcolithic_leather_shoe_f


Die ältesten bekannten Überreste eines Lederschuhs stammen aus dem Jahr 4.300 v. Chr. und wurden am Schnidejoch in den Berner Alpen gefunden.

Und bei den Sandalen stammen die ältesten Funde (ca. 8.300 v. Chr.) aus Nordamerika in Fort Rock, Oregon (USA) von Paläoindianern, die aus der Bastfaser des Wüsten-Beifußes hergestellt wurden.

Foto-2-1280px-Sandalias_del_Neolit(Quelle: Wikipedia – Pinhasi R, Gasparian B, Areshian G, Zardaryan D, Smith A, et al. (Autoren des Quellenartikels) + Luis García, CC BY-SA 3.0,)

„Ötzi“ (ca. 3.359–3.105 v. Chr.) trug bereits einen speziellen Bergschuh – der Schaft bestand aus Rindleder (die Haarseite zeigte als Schutz vor Feuchtigkeit nach außen), die Sohle bestand aus gut isolierendem Bärenfell mit der Haarseite nach innen, der Innenschuh war aus gedrillten und verzwirnten Grasschnüren aufgebaut (durch einen umlaufenden Lederriemen fest mit der Sohle verbunden), Schaftleder und Sohle wurden durch ein mittels Vorstichtechnik eingezogenes, umlaufendes Lederband gehalten (zwischen das Geflecht des Innenschuhs und dem Schaftleder war Heu gestopft, das als Polster und Isolierschicht diente) und an der Unterseite der Sohle verlief quer ein sich überkreuzender Lederstreifen (die älteste bekannte Profilsohle eines Schuhs) – verschlossen wurde der Schuh mit einem „Schnürsenkel“.

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Birgit Harreither

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