Vorwort

März – für mich der Monat des Automobils. Genfer Autosalon, JEC World und die VDI-Tagung „Kunststoffe im Automobilbau“ – geballte Ladung an Neuigkeiten aus der Branche –, ich bin gespannt.

Über die letzten Wochen und Monate habe ich einfach mal Pressemeldungen zum Thema „Automobil – Mobilität“ gesammelt, deren Überschriften mir besonders ins Auge gestochen sind.

Zum Beispiel zum Thema Recycling!
■ Daraus bestehen unsere Autos (gefunden u. a. bei den Onlineportalen von Focus, Spiegel und Handelsblatt).

■ Opel aus Flaschen: Der kleine Flitzer Opel Adam wird im Werk Eisenach produziert und da wir hier in Deutschland brave Sammler von Dosen und Flaschen sind, gibt es immer genug Material für die neuen Stoßstangen, denn die Deckel von Getränkeflaschen bilden die Grundlage für das eingesetzte Kunststoff-Granulat, aus dem unter anderem Stoßfänger-Befestigungen und Scheinwerfergehäuse entstehen. 170 Komponenten aus recycelten Kunststoffen werden beim Opel Adam insgesamt verbaut.

■ BMW aus Schilfgras: Das Thema Nachhaltigkeit spielt beim BMW i3 eine zentrale Rolle. Laut BMW besteht die Hälfte des eingesetzten Aluminiums aus Sekundär- und „grünem“ Aluminium (hierzu gibt es übrigens eine sehr informative Studie, die deutlich aufzeigt, dass jedes Stahlauto mit einer Fahrleistung unter 160.000 km einen deutlich günstigeren CO2-Footprint aufweist – einfach mal googlen). Desweiteren sind die Sitzbezüge aus PET-Rezyklat. Bei der Türverkleidung und dem Armaturenträger kommt Schilfgras zum Einsatz. 80 Prozent der Kunststoffteile im i3 sind aus Rezyklaten – nützt alles nix, er gefällt mir immer noch nicht.

■ VW Golf: Hanf und DDR-Stahl an Bord – in der Innenverkleidung des Golf 7 wird Hanf völlig legal verarbeitet –, manch einer würde ihn ja lieber rauchen, aber jetzt bitte nicht auf komische Ideen kommen!
Eine wirklich geschichtsträchtige Form des Recyclings gab es vor Jahren beim Golf 6. Nach dem Abriss des Palasts der Republik (auch „Erichs Lampenladen“ genannt) wurde der Stahl des riesigen Gebäudes recycelt und u. a. im Motorblock des Golf 6 verwendet.
■ Mein Ford war eine Jeans: Beim Focus-Modell 2011 wurden Jeansreste in Türverkleidungen und Innenraumbezügen weiterverarbeitet. Die Hosen dienten als Baumwoll-Lieferant.

■ Und dass es auch anders rum geht, hat Chevrolet bewiesen – während der Produktion von Neuwagen und beim Recycling von Isoliermaterialien für diese fallen immer Reste an. General Motors nennt diese „Sonozorb“ und lässt das Material zur Benutzung für Innenfutter von Schlafsäcken aufbereiten, die dann in Detroit an Obdachlose verteilt werden.

Zum Thema Zukunft wurde ich auch fündig!

Ich bin ja ein echter Fan von Elon Musk – auch wenn er stark polarisiert. Er mag Visionär, Fantast oder Spinner sein. Aber der Tesla ist – auch optisch – ein gelungenes Beispiel für Elektromobilität und ein erster Prototyp des Hyperloops. Noch vor 2 Jahren als nicht-realisierbar von Experten abgeurteilt, soll er noch diesen Sommer auf einer 1,6 km langen Teststrecke fahren. Ziel ist es, vielbeschäftigte Kalifornier in Rekordzeit von San Francisco nach Los Angeles zu bringen. Statt sechs Stunden Autofahrt gibt es eine rund halbstündige Kapselreise in einer Hochgeschwindigkeitsröhre – mit bis zu 1.220 Stundenkilometern. Bei einem Wettbewerb um den Bau des Prototyps hat im Januar dieses Jahres ein Team der Elite-Uni MIT den Zuschlag bekommen. Ebenfalls mit dabei ist auch das „WARR Hyperloop“-Team der TU München.  Die Kosten belaufen sich laut Musk auf sechs bis 7,5 Milliarden Dollar, wovon ein Großteil auf den Bau der Strecke entfällt: zwei nebeneinander verlaufende Röhren auf Stelzen. Durch diese sollen sich die Kapseln mit einem eigenen Antrieb bewegen. Den benötigten Strom sollen Solarzellen liefern.

Und für gutbetuchte Geschäftsleute in Österreich will Airbus einen „Luft-Bus“ für 19 Passagiere bauen:

„Per Heli zur Arbeit.“

Ist das denn dann noch „Öko-innovativ“?
(Wer erfindet eigentlich immer diese Begriffe?)

Birgit Harreither