Das Jahr 2016 hat begonnen

Als ich dieses Vorwort geschrieben habe, war das noch nicht der Fall und ich hatte so gar keine Lust auf heiter und fröhlich zu tun. Mir war und ist nicht danach.

Wenn ich mich so in der Welt umhöre und -sehe, dann habe ich meine Bedenken, dass wir uns auf ein wirklich gutes friedvolles neues Jahr freuen können. Also sind meine insgeheimen Wünsche diesmal zwar größer als sonst, aber auch meine Zweifel, dass Sie sich erfüllen könnten.

Trotzdem möchte ich mich bei all unseren Lesern und Geschäftspartnern für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bedanken und wünsche Ihnen ein glückliches, erfolgreiches, vor allem aber gesundes neues Jahr 2016.

Geschäftlich stelle ich mir allerdings auch die eine oder andere Frage – nämlich ob die Anzahl der Messen, Konferenzen und Seminare noch irgendwie Sinn macht.

Nehmen wir mal das Thema „Composites“ – eine Technologie, die darauf beruht, verschiedene Materialien zusammenzufügen, um Gewicht und eigentlich auch Geld zu sparen. Simplifiziert: Man nehme ein Harz (Epoxy, Polyester oder Polyurethan usw.), ein paar Fasern (Glas-, Natur- oder Carbonfasern usw.) und verschiedene Technologien, die diese zusammenfügen. Wenn dann jede einzelne Branche darauf besteht, ihre eigene Composite-Veranstaltung zu kreieren, komm ich schon mal auf mindestens 10 Veranstaltungen im Jahr. Dann kommt da natürlich auch noch jede Region, jeder Kontinent und, und, und dazu.

Man nehme mir das jetzt bitte nicht übel, aber ich frage mich ernsthaft, wozu das gut ist – die Technologien sind vorhanden und ziemlich überschaubar. Auch kann ich nicht erkennen, dass innerhalb von einem Jahr so viele nennenswerte Fortschritte gemacht werden, dass man sich jede einzelne Veranstaltung „antun“ muss. Es kostet nur Geld und verbraucht Ressourcen, die man ja eigentlich einsparen wollte – oder?

Polyurethan – mein Lieblings- und Spezialthema – ist ein sehr überschaubarer Markt. Auch hier sind nicht „zig“ Consultantunternehmen nötig oder in der Lage Verbrauchszahlen abzuliefern, denen man vertrauen kann, der eine gibt die Zahlen in Liter an, der andere in Dollar, kaum einer spricht von Tonnen – aber zahlen darf man für die Marktstudie ab 3.000 EURO aufwärts. Was ich sehr unverschämt finde, sind die Anrufe aus Callcentern, die mich allen Ernstes fragen, ob ich ihnen Auskünfte über den PU-Markt und diverse Zusammenhänge gebe – in 2015 waren das so an die 10–12 Telefonate – natürlich unentgeltlich.

Eine der wenigen glaubwürdigen Zahlen ist der PU-Verbrauch in Europa, der sich in 2015 auf knapp 4 Mio. Tonnen beläuft.

Aus der Gerüchteküche hört man, dass auch eine 2. Polyurethanmesse geplant wird – also mir hat bisher die UTECH gereicht.

Ich bleibe aber neugierig und gespannt! (Frei nach Johann Wolfgang von Goethe: „Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts.“)
Birgit Harreither

 

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