Vorwort

„Lastwagen sollen von alleine fahren“, „Mobilitätskonzept der Zukunft“, „Die Roboter-Autos kommen“, „Audi schickt ,Jack‘ alleine los“ – Alles Schlagzeilen der letzten paar Monate!

AUDI_A7_JackDer elektrische Luftkissenzug „Hyperloop“ ist ja schon fast ein alter Hut, so auch das Elektroauto von Google – die forschen jetzt an einem Taxikonzept, damit Taxis in Zukunft elektrisch und autonom unterwegs sind, mit Hilfe einer Mitfahr-App wird anzeigt, ob ein Passant in der Nähe den gleichen Weg hat. Daimler stellte auf der IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover den Prototypen eines selbstfahrenden Lkws vor. Der derzeit größte Elektro-Lkw kommt von Terberg, wiegt 10 Tonnen und kann über 40 Tonnen schwere Sattelaufleger mit einer Geschwindigkeit von 40 km/h ziehen. In Göteborg will Volvo bereits 2017 mit 100 Kunden für ein Jahr eine zuschaltbare Selbstfahrtechnik im Alltag erproben. Audi hat zur Elektronikmesse CES in Las Vegas ein A7-Model mit dem Spitznamen „Jack“ über eine Strecke von 550 Meilen selbstfahrend anreisen lassen und einen RS 7 mit 240 km/h Spitzengeschwindigkeit über eine Formel-1-Strecke geschickt.

Was Autos lernen, können sie an andere weitergeben, sie können ihren Fahrer mittels Kamerasensoren überwachen und feststellen, ob dieser müde ist. Optische Außensensoren sollen erkennen können, ob Kinder am Straßenrand stehen bleiben oder loslaufen werden.

Immer großartiger klingt die Zukunftsmusik und immer wahrscheinlicher die Umsetzung schon in den nächsten 1-3 Jahrzehnten. Keine Unfälle mehr auf unseren Straßen, da menschliches Versagen ausgeschlossen ist. Energiesparend und emissionsarm, weil die Fahrzeuge elektrisch fahren und der Strom ausschließlich von  natürlichen Quellen (Wind, Solar, Wasser) gewonnen wurde.

Keiner der Automobilkonzerne will diese Entwicklung verschlafen und man überbietet sich gegenseitig mit Ideen und Konzepten, wie man sich die Zukunft vorstellt. So bestätigte Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der CES in  Vegas: „Es ist keine Frage mehr, ob die Selbstfahrerautos kommen, sondern wann.“

Aber offensichtlich übersehen alle etwas Wichtiges – das nicht sehr ausgeprägte Sozial­verhalten der menschlichen Spezies!

So war im Hamburger Abendblatt eine Glosse von dem Journalisten Alexander Schuller zu lesen, die ich hier unbedingt mit Ihnen teilen möchte, weil sie so bitter wahr und bezeichnend ist – und mich sehr erheitert hat.

Das parkende Klassenzimmer
Da verantwortungsvolle Mütter wissen, dass man Schulwege, ganz gleich wie kurz sie auch sind und welches Wetter herrscht, einem Kind auf keinen Fall zumuten kann, wurde der Suburban Van – kurz SUV – erfunden: ein geräumiges, großzügig motorisiertes und klimatisiertes Großraumauto mit sieben Sitzen und einer erhöhten Sitzposition, damit man jederzeit den Überblick behält. Als Schulparkplätze erfunden wurden, gab es jedoch noch keine SUVs (sprich „Esss-Juuuh-Wies“, besonders coole Mütter sagen „Saffs“). So kommt es morgens, mittags und (dank der zunehmenden Ganztagsschulen neuerdings auch) nachmittags inzwischen vor jeder Schule zu chaotischen Verkehrssituationen, gegen die sich ein Stau auf der A7 am Osterwochenende lachhaft ausnimmt.
Das, so belegt nun ein Gutachten führender Verkehrsforscher, liege jedoch nicht nur an der Tatsache, dass Schulparkplätze lediglich für die Kleinwagen des Lehrpersonals konzipiert worden seien, sondern am „Bring- und Abholverhalten der Mütter“. Dieses sei „von einer konsequenten Ignoranz gegenüber Parkbuchten, Halteverbotsschildern, Bushaltestellen und Wendehämmern geprägt“. Da bisher alle Appelle, Fahrgemeinschaften zu gründen, ungehört verhallt sind, schlagen die Verkehrsexperten zur Entlastung den Bau von Drive-in-Klassenzimmern vor – damit auch die Lehrer pünktlich erscheinen können, anstatt auf ihre angestammten Parkplätze warten zu müssen. http://www.abendblatt.de/hamburg/article136385677/Das-parkende-Klassenzimmer.html

Vielleicht sollten die „Herren“ in den Automobilkonzernen, deren Gattinnen möglicherweise sogar mit zu diesem Bild beitragen, die Rechnung nicht ganz ohne die menschlichen (weiblichen wie männlichen) Schwächen machen.

Die Zukunft wird es zeigen!
Birgit Harreither

P.S. Bevor es zu massenhaften Beschwerden kommt, möchte ich darauf hinweisen dass ich mich absolut berechtigt fühle, das zu sagen, da ich 1. eine Frau bin, 2. Mutter einer schulpflichtigen Tochter, 3. jeden Tag erlebe wie Mütter durch unsere „Spielstraße“ mit einem Affenzahn durchrasen, um ihre Kleinen beim Kindergarten abzuliefern und 4. es aus der Schule meiner Tochter bereits Beschwerdeschreiben aus dem Sekretariat hagelte, wegen genau diesem Problem!

Nicht vergessen – Presseinfos zur UTECH Europe, ECS und VDI Tagung einreichen –wir starten demnächst mit den Online-Vorschauen.