Der Begriff „Digital Natives” wurde von Marc Prensky geprägt

Wenn Sie nach 1980 geboren sind, dann sind Sie ein „Digital Native“.

Für eine Studie zum Konzeptfahrzeug ie:3 befragte Johnson Controls letztes Jahr rund 2.800 junge Menschen in Deutschland, Großbritannien, China und den USA.

Zentraler Wunsch: Sie wollen auch beim Fahren mit der digitalen Welt vernetzt sein.

Für sie ist das Auto ein Raum, in dem sie vom Internet und mobiler Kommunikation weitgehend abgeschnitten sind. „Digital Natives“ sind fast immer online, erreichbar und mit Kommunikation befasst, zu Hause, im Büro, in der Universität oder unterwegs, und sie möchten auch im Auto Anschluss an die digitale Welt haben.

Die Studie hat ergeben, dass Digital Natives Smartphone und Tablet PC auch im Auto unkompliziert anschließen und nutzen wollen. Wichtig ist für sie, dass sie ihre digitalen Geräte ohne Kabel mit dem zentralen Bordcomputer des Fahrzeugs verbinden und sie gleichzeitig im Auto aufladen können. Sie wünschen sich so genannte Location Based Services, die Informationen von Navigation und Internet zur Umgebung, durch die sie gerade fahren, verknüpfen. Ein Beispiel hierfür ist, dass sie automatisch zu einer günstigen Tankstelle in der Umgebung geleitet werden, wenn der Kraftstoff zur Neige geht.

Zudem wollen Digital Natives ihr Fahrzeug wie ein Smartphone bedienen können und ein Echtzeit-Monitoring aller Funktionen im Auto erhalten, das sofort auf notwendige Servicearbeiten oder Reparaturen aufmerksam macht. Gerne würden sie wichtige Funktionen ihres Autos auch direkt über ihr Smartphone steuern.

Wichtig ist den Digital Natives zudem sicheres Fahren. Daher wünschen sie sich eine Sprachsteuerung aller Funktionen und Geräte, die sie im Auto nutzen. Viele der Befragten haben zum Beispiel Technologien vorgeschlagen, die während der Fahrt E-Mails oder Nachrichten aus sozialen Netzwerken vorlesen.

All diese Wünsche will die Generation in Kleinwagen erfüllt sehen, da junge Menschen in der Regel Klein- und Mittelklassewagen kaufen.

Ich bin kein „Digital Native“ – ich bin ein „Digital Immigrant” (also die Elterngeneration, die sich in die ganze Materie eingearbeitet hat, aber nicht von Anfang an damit aufgewachsen ist). Darüber bin ich ziemlich froh, denn ich schätze ein schnelles Auto mit vielen PS mehr als eine in die Tunnelkonsole integriert Aufladestation und gute Musik ist mir lieber als das Gequake einer Computerstimme, die mir meine E-Mails vorliest. Meine Autoanzeige leuchtet auf, wenn der Reifendruck oder der Ölstand nicht stimmt, und piepst, wenn die Scheibenwaschanlage zur Neige geht.

Wenn auf der Autobahn die Tankanzeige aufleuchtet, fahre ich zur nächsten Raststation – dafür brauche ich noch nicht einmal ein Navi und ich weiß, dass ich da 10-15 Cent mehr pro Liter zahle – aber ich habe im Zweifel eine halbe Stunde Zeit gespart, die mich mehr „Stundenlohn“ kostet als das gesparte Benzingeld durch die intelligente Umleitung zu einer kostengünstigen Tankstelle.

Und welche wichtigen Autofunktionen soll ich bitte via Smartphone steuern? Lenken, Gas geben oder bremsen – ich glaub, das möchte ich lieber selber tun – ich habe Vertrauen in die Technik – aber mir vertraue ich besonders!

In diesem Sinne:

„Einen richtig guten Autofahrer erkennt man daran, dass er die ­Fliegen auf den Seitenscheiben kleben hat.“ (Walter Röhrl)
„Die Autofahrer sind sicherer, wenn die Straßen trocken sind, und die Straßen sind sicherer, wenn die Autofahrer trocken sind.“
(Robert Lembke)
„Beim Liebesspiel ist es wie beim Autofahren. Die Frauen mögen die Umleitung, die Männer die Abkürzung.“ (Jeanne Moreau)

Birgit Harreither