Vorwort

„Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“

Da der russische Newsletter unserer Januar-Ausgabe jetzt zum 2. Mal extra für den russischen Markt gedruckt wird, dachte ich, man sollte dann auch mal reelle Zahlen des russischen Polyurethanmarktes präsentieren. Dies entwickelte sich zu einer rechnerischen Odyssee.

Zumindest bei einer Zahl waren sich alle helfenden Quellen einig: Der PUR Gesamtverbrauch liegt in Russland bei ca. 280.000 Tonnen.

Da Russland über keine eigene Isocyanatproduktion verfügt und die kompletten Mengen importiert werden müssen, dachte ich, es sei ein Leichtes über die russischen Zollbehörden eine konkrete Zahl zu erhalten – Fehlanzeige. Übrigens auch etwas absurd – Zoll zahlen auf ein Produkt, das im heimischen Markt nicht hergestellt wird. In Russland ist halt alles möglich.

Der MDI-Import dürfte bei 83.000 t liegen, TDI bei ca. 37.000 t. MDI-Preps sind 3.500 t und 1.500 t aliphatische Isocyanate. Also insgesamt 125.000 t ISO und 155.000 t Polyol – bisher stimmt die Rechnung noch.

Ich hatte mir vorgenommen, den PUR-Markt noch in folgende Anwendungen grob zu unterteilen: Flexible Foam (Möbel, Matratzen), Rigid Foam (Bau, Isolierung), Automotive, CASE (Coatings-Adhesives-Sealants-Elastomers), Footwear.

Für den Bereich Rigid Foam lagen die Zahlen zwischen 90.000 und 110.000 t. Und ab dann wird es schon sehr verschwommen. Für den Bereich Flexible Foam gab es Angaben von 50.000 bis 130.000 t – mehrheitlich lagen die Nennungen aber über 110.000 t – also nahm ich den Durchschnitt und behaupte: der PUR-Verbrauch für Flexible Foam liegt bei 120.000 t.

 

Ich kürze die Erklärungen zum Ergebnis jetzt ab - es ergeben sich für die Bereiche folgende, ermittelte Zahlen:
Flexible Foam: 120.000 t
Rigid Foam: 100.000 t
Automotive: 25.000 t
CASE: 17.500 t
Footwear: 12.500 t
TPU und sonstiges: 5.000 t

Damit liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in Russland bei 1,9 kg (woher ich das weiß? – also man nehme die Zahl des PU Verbrauchs: 280.000 t, und dividiere diese durch die aktuelle Einwohnerzahl Russlands: 142 Mio.) – weit hinter Europa (ca. 10-11 kg), Deutschland aktuell 11,5 kg – und diese Zahl habe ich auch selber gerechnet – denn im Internet waren von Fachzeitschriften und Verbänden Zahlen zwischen 8 und 14,5 kg zu finden. Aber gehen wir doch davon aus, dass die Verbände korrekte Mengenangaben machen – dann liegt der PUR Verbrauch in Deutschland bei knapp unter 1 Mio. Tonnen. Und jetzt dividiere der brave Techniker diese Zahl durch die Einwohnerzahl Deutschlands (ca. 82 Mio.) und – oh Wunder, unsere erste veröffentlichte Statistik im neuen Jahr!

Es darf Einspruch erhoben werden!

In diesem Sinne wünsche ich unseren Lesern alles Gute und viel Erfolg für 2013.

* Mein besonderer Dank gilt natürlich allen, die uns mit Marktdaten unter „widrigsten“ Umständen gefüttert haben.
Birgit Harreither


Aufruf: Zu folgenden Messen im Januar und Februar wird es bei ­entsprechender Beteiligung wieder eine Online-Vorschau unter

www.fapu.de geben: Bau, Interplastica, ZOW, Polyurethanex – bitte senden Sie uns Ihre Messeinfos zu. Dieser Service ist für ausstellende Unternehmen natürlich kostenlos!

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