Vorwort

Diese Ausgabe widmet sich diesmal unter anderem dem Thema Windenergie und so manche – nicht nur politische – Stilblüte sei doch zum Thema „Energiegewinnung“ erwähnt.

Deutschland beschließt den Ausstieg aus der Atomenergie, bekennt sich zum Weg für erneuerbare Energien – und prompt wird der „Vorreiter“ mit einem spöttischen Lächeln von den europäischen Nachbarn bedacht. Aber Deutschland ist noch nicht einmal ein echter Vorreiter und wieso echauffieren sich Länder die selber nicht einmal über Atomstrom verfügen?

Wir haben ein paar Recherchen angestellt und dabei Fakten entdeckt die vielleicht noch nicht jeder kennt.

1. Mein Heimatland Österreich zum Beispiel ist in der glücklichen Lage, über Berge und dadurch Wasserkraft zur Energiegewinnung zu verfügen: Mitte der 70er Jahre wurde das AKW Zwentendorf gebaut – ging jedoch durch einen Volksentscheid nie in Betrieb. Was damals aber keiner wusste: Im Wiener Prater stand ein Versuchsreaktor. Der radioaktive Abfall wurde schlicht im Hauskeller gelagert. Übrigens kann das AKW Zwentendorf besichtigt werden, es dient heute als Schulungszentrum für Atomtechniker weltweit und fährt riesige Gewinne ein.

2. Schweiz: Dieses wirklich kleine, ebenfalls sehr bergige Land verfügt über 5 AKWs. Das Kernkraftwerk Beznau ist direkt mit einem Wasserkraftwerk verbunden – das aber nur zur Notstromversorgung des AKWs dient.

3. Belgien verfügt über 2 AKWs – mindestens eines ist aber völlig marode.

4. Großbritannien verfügt über 19 AKWs und kann mit Recht als Land der Pannen, radioaktiven Verseuchung und Vertuschungen bezeichnet werden.

5. Italien (Wer wusste das?) ist der eigentliche Vorreiter des Atomenergieausstiegs. Das Land verfügte über 4 AKWs, die durch ein Atomreferendum im November 1987 stillgelegt wurden – auch die Berlusconi Politik hat es nicht geschafft, das italienische Volk wieder umzustimmen.

6. Frankreich – naja, da möchte ich mich jeden Kommentars enthalten. Da soll doch das nächste AKW gleich im Mittelmeer unter Wasser gebaut werden. Auch egal, in dieser „Plastiksuppe“ gibt es in wenigen Jahren sowieso nichts sehenswertes mehr – Tauchen ade …

Und noch was brennt mir auf der Seele: In Norddeutschland haben wir viel Wind – die Sonne hält sich da schon mehr zurück –, trotzdem wird Solarenergie steuerlich gefördert. Also ich sorge mit meinen Steuergeldern dafür, dass mein Nachbar ein ziemlich sinnloses PV-Dach besitzt und dafür Geld bekommt, ich aber eine Preiserhöhung vom lokalen Energielieferanten. Und die Grünen sind inzwischen so „machtgierig“ dass sie lieber „JA“ zu einem neuen Kohlekraftwerk sagen…
… und ganz bestimmt lassen sich die, in ihrer grundlegenden Existenz so schwer bedrohten, Energiekonzerne etwas einfallen, warum erneuerbare Energie viel teurer ist als fossile und atomare – erst recht, wenn’s beides nicht mehr gibt.

 

Birgit Harreither

 


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