Vorwort

Geschätzte 80 Prozent der in den vergangenen Monaten erhaltenen Pressemeldungen hatten als Thema Upcycling, Nachhaltigkeit, Recycling, neue umweltfreundlichere Verfahren, Bio-Rohstoffe und was man nicht alles tut, damit Kunststoffe umweltfreundlicher werden, und, und, und … Ganz ehrlich: Was nützt das, wenn es bei der Bevölkerung nicht ankommt. Nicht die Fachleute müssen durch die Fachpresse überzeugt werden, sondern die Gesellschaft. Es ist noch nie eine Plastiktüte von alleine ins Meer gewandert, sondern der Mensch betreibt die Vermüllung, allen voran die Politik, die Müllexporte zulässt, und die Wirtschaft, die mit dieser Verantwortungslosigkeit Geld in Milliardenhöhe verdient.

 

Ich fass mir jedes Mal beim Einkaufen an den Kopf, wenn der/die Kunde/in zur Papiertüte greift, weil man der Meinung ist, damit umweltfreundlicher zu agieren.

 

Da mir durchaus bewusst ist, dass ich alleine daran nichts ändern werde, bleibt mir nur übrig, für mich ein Zeichen zu setzen und das habe ich jetzt so beschlossen. Ab Juni 2020 wird die FAPU nicht mehr gedruckt, das schont die Papierressourcen und spart CO2, da wir dann auch nichts mehr mit der Post versenden müssen. Stattdessen erhalten unsere Abonnenten die Zeitschrift im üblichen Layout als PDF-Datei. Diese Umstellung betrifft nicht unsere Webabonnenten, diese Form des Abos bleibt weiterhin bestehen.

 

Daraus ergeben sich auch für unsere Leser und Anzeigenkunden durchaus Vorteile, denn eine PDF-Datei kann firmenintern im Lesezirkel prompt verteilt werden. Eine Weitergabe außerhalb des abonnierenden Unternehmens ist natürlich strikt untersagt und würde unsere Rechte in verschiedenster Form verletzen, aber da vertraue ich dann mal auf ein gewisses Maß an Ehrlichkeit und der Einsicht, dass auch wir Geld verdienen müssen.

 

Bisher habe ich Abo-Anfragen aus dem nicht-europäischen Ausland abgelehnt, denn bestimmt wäre jede zweite Zeitschrift auf dem Postweg nie angekommen und die Kosten für Nachlieferungen haben meist den Abo-Preis übertroffen. Auch hier kann eine PDF-Version der FAPU zukünftig einen positiven Effekt erzeugen.

 

Für werbende Unternehmen liegt der Vorteil darin, dass wir die Einträge mit einem Link hinterlegen können. Da es in den letzten Jahren aus Marketingabteilungen verschiedenster Unternehmen den Kommentar gab, dass man nur noch auf Online-Werbung setzt. Ich bin jetzt gespannt auf die Reaktion. Die neue EU-Datenschutzverordnung verbietet das Zählen von Klicks ohne ausdrückliche Einwilligung. Ich möchte wissen, wie man da jetzt beurteilen kann, wie erfolgreich eine geschaltete Anzeige ist. Ich habe sowieso das Gefühl, dass da vieles einfach nicht bis zur letzten Konsequenz durchdacht wird.

 

Auf unserem PU-Elastomer-Branchentreff im September und bei der ersten davon betroffenen Runde bei den ABO-Verlängerungen konnte ich schon mal die ersten Reaktionen empfangen. Ich habe mich sehr gefreut, dass wirklich der größte Teil absolut positiv reagiert hat, und ich bin voller Zuversicht, dass das auch für alle anderen gelten wird.

 

Von „find ich gut“ bis „endlich kann ich mir die FAPU aufs Tablet ziehen und unterwegs lesen“ und „kann das nicht sofort umgestellt werden“ kamen viele erfreuliche Kommentare zu meinem Beschluss.

 

Eine Anmerkung zum letzten Kommentar hätte ich aber, denn eine sofortige Umstellung ist leider wirklich nicht möglich, da wir erstmal unsere bereits eingegangenen Verpflichtungen an Kunden und Mediapartnerschaften erfüllen müssen und auch wollen. Sehr wahrscheinlich werden wir ab 2021 auch einmal im Jahr eine Ausgabe drucken, um weiterhin auf Messen und Veranstaltungen präsent zu sein – das wird sich noch zeigen.

 

Natürlich gab es auch ein paar wenige Anmerkungen, dass man meinen Weg nicht mit mir gehen wird bzw. sich das erstmal anschauen will – dann ist das so.

 

Ich habe ja auch mal so gedacht!

 

Da ich immer gerne und viel gelesen habe, konnte ich mich anfangs auch nicht damit anfreunden, kein Buch oder die Zeitschrift in der Hand zu haben. Nachdem mein Nachwuchs den Kindle nicht mehr benutzte und alles nur noch über das Smartphone gelesen hat, fing ich an erst diesen zu verwenden und heute lese ich fast ausschließlich ebenfalls übers Handy oder auf dem Laptop – ist ja immer dabei, und passt auf Reisen in die Handtasche. Ich denke, das ist einfach eine Gewohnheitssache.

 

P.S.: Die dazu aktualisierten Mediadaten für 2020 stehen ab sofort auf unserer Website unter www.fapu.de/de/mediadaten zur Verfügung.

 

Birgit Harreither