Vorwort

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ (Vaclav Havel)

 

Eigentlich hatte ich mir die Inhalte für das diesjährige Editorial zum Jahresanfang schon soweit überlegt, es fehlte nur noch an der schriftlichen Umsetzung und die fällt mir bekanntlich nicht immer so leicht.

 

Ich habe kurzfristig umdisponiert. Mein Editorial im Januar 2017 begann damit, dass ich mit wenig Optimismus ins Jahr 2017 blickte. Eigentlich meinte ich damit ausschließlich die politische und weltwirtschaftliche Situation – und was soll ich sagen, toll ist es ja nun wirklich nicht gelaufen. Europa ist in einem echten Dilemma der neuen Selbstfindung und die täglichen immer stupider werdenden Schlagzeilen verursachen mir abwechselnd Übelkeit und Lachkrämpfe. Ich schäme mich inzwischen zu sagen, dass ich journalistisch tätig bin und ergänze das sofort damit, dass ‚ich ja eigentlich Chemie studiert habe und nur Fachjournalismus mache‘.

 

Was mir aber in 2017 wirklich das Herz schwer gemacht hat und mich veranlasst hat, ganz gravierend darüber nachzudenken, ob ich in diesem Trott so weitermachen möchte, waren Todesfälle in meinem Freundeskreis. Im Januar ist die Freundin meiner Tochter mit gerade mal 19 Jahren an einer Stoffwechselerkrankung gestorben. Statistisch gesehen, kann man heute mit dieser Krankheit 40-45 Jahre alt werden. Das Mädchen hätte noch soviel Leben vor sich gehabt. Mein von mir hochgeschätzter Firmenanwalt hat mit gerade mal 43 Jahren einen Herzinfarkt nicht überlebt und heute erhielt ich gleich zwei schlechte Nachrichten, eine davon von meiner Freundin aus Ungarn, deren Mann nach einem Schlaganfall nicht mehr aufgewacht ist. Ich zähle jetzt nicht alles auf, aber diese Fälle haben mich am meisten berührt und mir gezeigt, wie schnell es vorbei sein kann und dass es doch noch sooo viele Dinge gibt, die ich tun möchte.

 

Aber wer traut sich schon, beruflich kürzer zu treten, der Erwartungsdruck wird immer größer – allein schon die Frage: „Du kommst ja auch zu dieser oder jener Veranstaltung oder Messe?“ hat sich in den letzten Jahren gefühlt verfünffacht. Das Messegeschäft scheint lukrativ zu sein, sonst würden ja nicht ständig neue Messen ins Leben gerufen und es steht mir nicht zu, zu beurteilen, welche davon sinnvoll sind oder nicht. Trotzdem frage ich mich, ob ich wirklich jedes Jahr auf jede dieser Veranstaltungen gehen muss, damit ich nichts verpasse,  oder ob ich es auch etwas gelassener angehen könnte? Wird es wirklich mein beruflicher Schaden sein, wenn ich nach zehn Jahren Moskau, dieses Jahr nicht hinfliege? Werde ich wirklich entscheidende Entwicklungen verpassen, wenn ich nicht auf die JEC nach Paris fahre?

 

ICH GLAUBE NICHT – denn ich werde mit meiner Tochter Skifahren gehen und diese Zeit genießen. Ich werde mehr Zeit mit Menschen verbringen, die mir wirklich wichtig sind, bevor es sonst zu spät ist.

Und ich WILL dieses Jahr absolut optimistisch beginnen und auch beenden. Irgendwie bin ich abergläubisch geworden. In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern und Geschäftspartnern

 

EIN FROHES, GLÜCKLICHES & ERFOLGREICHES JAHR 2018

 

Birgit Harreither

 

P.S. Ich bin immer überrascht, dass es noch Firmen gibt, die Weihnachtskarten und Päckchen verschicken und ich freue mich auch immer sehr darüber – ganz herzlichen Dank an SIE.

Ich habe mich fürs Spenden entschieden – einmal an Wikipedia (denn ohne diese Plattform hätte so manche Recherchen noch viel länger gedauert) und dann an die Mukoviszidose-Forschung in der Hoffnung, dass die Lebenserwartung und Lebensqualität der Betroffenen weiter verbessert werden kann.