Polnischer Markt für Polyurethan weiterhin auf Expansionskurs

Marc Ziegler, Arndt Mediendienste Darmstadt

Über die letzten Jahre hinweg ist in Polen der Bedarf an Polyurethan vor allem im Bereich des Gebäudebaus und der Wärmeisolierung gewachsen. Polen befindet sich im 11. Jahr nach seinem EU-Beitritt noch vielerorts auf Modernisierungskurs. Noch relativ junge Märkte wie der Markt für Polyurethan profitieren davon. Sie gewinnen an Bedeutung und Umfang. Branchentreffs wie die PLASTPOL, die Leitmesse der Kunststoffbranche für Mittelosteuropa, sind enorm wichtige Plattformen, um auf dem Markt im Nachbarland Präsenz zu zeigen.

Verstärkte Nachfrage nach neuen, qualitativ hochwertigen Produkten
In Polen setzt sich zunehmend Polyurethan als Kunststoff der Wahl durch und verdrängt ältere Materiallösungen. Das zeigt sich deutlich z. B. im Bereich des Bauwesens und bei der Wahl von Dämmmaterialien. Um dem steigenden Bedarf polnischer Kunden besser begegnen zu können, haben sich bereits 2009 eine Reihe an polnischen und multinational agierenden Unternehmen der Branche zu der „Polnischen Vereinigung der Produzenten und Verarbeiter von Polyurethanisolierungen“ (SIPUR, www.sipur.pl) mit Sitz in Posen zusammengeschlossen. So lassen sich besser die gemeinsamen Marktinteressen vertreten und Kooperationen über Ländergrenzen hinweg gestalten. Orientiert an westlichen Verbandsstrukturen kooperiert der Verband mit staatlichen Behörden, Forschungsinstituten und steht mit anderen polnischen wie europäischen Handels- und Industrieverbänden sowie mit Universitäten und Gymnasien in einem engen Austausch. Mit der Bayer AG und der BASF sind in dem Verband zwei deutsche Großunternehmen vertreten, aber auch deutsche KMUs wie die Karl Bachl Betonwerke GmbH & Co. KG gehören dazu. Auch in Polen ist mit den Jahren das Qualitätsbewusstsein der Kunden gewachsen und hochwertige Produkte aus Deutschland finden zunehmend Absatz.

 

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Das wachsende Interesse Polens an Polyurethan folgt einem Trend, der stellvertretend für die gesamte Kunststoffproduktion Polens steht. Polen liegt laut Angaben von PlasticsEurope europaweit mittlerweile an 6. Stelle. 2014 stieg in Polen die Nachfrage nach Kunststoffen um über 7 %, was einem Mehrbedarf von mehr als 3 Mio. Tonnen entspricht. Polen schneidet im Vergleich überdurchschnittlich gut ab: Europaweit wurde 2014 durchschnittlich eine Steigerung von lediglich 6,1 % erzielt. Der Anteil von Polyurethan an der europäischen Plastikproduktion betrug dabei im letzten Jahr 7,4 %, was einer Nachfrage von etwa 3,5 Mio. Tonnen entspricht.

Leitmesse als zentraler Treffpunkt der Branche
Für deutsche Unternehmen, die in Polen Fuß fassen oder ihren Einfluss auf das polnische Marktgeschehen vergrößern wollen, ist es unabdingbar, vor Ort präsent und ansprechbar zu sein. Um dies zu gewährleisten, kommt internationalen Branchentreffs wie der jährlich im zentralpolnischen Kielce stattfindenden PLASTPOL eine substanzielle Bedeutung zu. Die im Mai veranstaltete internationale Messe für Kunststoff- und Gummiverarbeitung ist die Leitmesse der Branche für Mittelosteuropa. Die Messe genießt den Ruf, nicht nur ein Vorführungsort für die neuesten Produkte zu sein. Sie bietet darüber hinaus auch genügend Raum sowohl für fachlichen Austausch über nationale Grenzen hinweg als auch zur Pflege von wichtigen Geschäftskontakten.


Dieses Jahr fand die PLASTPOL zum 19. Mal statt und konnte sich erneut gegenüber dem Vorjahr vergrößern. 800 Aussteller aus 30 Ländern stellten auf 30.000 qm ihre Produkte vor. Allein aus Deutschland waren über 100 Unternehmen vertreten. Die Ausstellung zeigte die neuesten Produkte, technologischen Entwicklungen und Trends der Branche. Im Mittelpunkt standen Maschinen und Anlagen zur Kunststoff- und Plastikverarbeitung. Viele davon wurden im Betriebszustand gezeigt.
Das Rahmenprogramm der Messe bot Fachseminare, Workshops und Vorträge. Gut besucht wurde dabei eine Konferenz von PlasticsEurope, auf der die Rolle und Bedeutung Polens innerhalb des europäischen Kunststoffmarktes diskutiert wurde. Weitere Höhepunkte des Rahmenprogramms stellten neben dem Technikseminar „Plastech-Info“, in dem es um neue Materialien und neue Designs ging, eine Reihe an moderierten Treffen zwischen polnischen und deutschen Unternehmen dar. Zur Tradition der Messe gehört zwischenzeitlich der „Omniplast“-Wettbewerb, in dessen Rahmen dieses Jahr mehrere polnische Firmen ausgezeichnet wurden. www.targikielce.de

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