Auch in schwierigen Zeiten beweisen die internationalen Anbieter Vertrauen in den russischen Markt

Rubelschwäche, Ölpreisverfall und eine angespannte politische Situation drücken derzeit auf den russischen Markt für Kunststoff- und Kautschuktechnologie sowie für Verpackungs- und Prozesstechnik, haben ihn aber keinesfalls zum Stillstand gebracht. In Russland und den Nachbarstaaten besteht nach wie vor erheblicher Investitionsbedarf, das Interesse an modernen Maschinen, Produktions- und Prozessanlagen sowie Hightech-Materialien ist weiterhin sehr groß. Vor allem die heimische Konsumgüter- und Verpackungsindustrie ist gefordert, ihre eigene Wettbewerbsposition zu verbessern, um Importe substituieren zu können. Unternehmer und Branchenexperten wollen sich daher über innovative Technologien informieren und Geschäftsbeziehungen zu Anbietern pflegen oder neu knüpfen, auch wenn Investitionsprojekte nicht kurzfristig realisiert werden können.

Entsprechend rege war das Interesse an den beiden führenden Fachmessen für Kunststoff und Kautschuk sowie für die Verpackungs- und Prozesstechnikbranche, interplastica und Upakovka/Upak Italia 2015. Rund 19.000 Fachbesucher aus Russland, allen Regionen der GUS und den Nachbarstaaten besuchten die beiden Veranstaltungen. Es waren viele Stammbesucher, aber auch Repräsentanten von Unternehmen, die für ihre Produkte aufgrund der Veränderungen im Markt neue Absatzchancen sehen. Vom 27. bis 30 Januar präsentierten rund 950 Aussteller aus 35 Ländern im Moskauer Messezentrum Expocentre in Krasnaya Presnya ihr Angebot.
Trotz des Auftragsrückgangs bleibt Deutschland mit großem Abstand wichtigster Lieferant für Kunststoff- und Kautschukverarbeiter in Russland mit einem Marktanteil von 35,5 Prozent. Es folgt China mit 14,9 Prozent vor Italien mit 14,7 Prozent (Angaben für 2013). Die aktuellen Zahlen spiegeln die angespannte Situation der russischen Abnehmer wider: In den ersten elf Monaten 2014 beliefen sich die deutschen Lieferungen von Kunststoff- und Gummimaschinen auf 141,9 Mio. Euro und lagen damit um 30,7 Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums. Der Weltexport von Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland wies im Jahr 2013 nur ein Minus von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf und entsprach einem Gesamtwert von 615, 7 Mio. Euro.

Das internationale, weit gefasste Angebot der Aussteller wurde ergänzt durch ein Rahmenprogramm, das bei den Fachbesuchern der interplastica 2015 reges Interesse fand. Auf der Polimer Plaza in der Messehalle 1 fanden Vorträge und Diskussionsrunden statt, in denen die Themen Kunststoffrecycling und Biokunststoffe im Mittelpunkt standen. Zudem wurden in offenen Ausstellerseminaren innovative Entwicklungen aus der Rohstoffproduktion und -anwendung vorgestellt.

Die nächste interplastica in Moskau wird vom 26. bis 29. Januar 2016 stattfinden.
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