KV-Fachtagung zu Composites rückt alternative Materialien in den Fokus

FT_Therompl-PUR-FVKIm April 2013 trafen sich über 80 Fachleute der Composite-Branche am Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen, um sich über Neuigkeiten rund um die Herstellung von Composites mit alternativen Matrixwerkstoffen und deren Verarbeitung zu informieren und auszutauschen. Die Themen deckten die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstoffherstellung über den Anlagenbau bis zur Endanwendung ab.  Schwerpunkte dabei waren die Verarbeitung in-situ-polymerisierender Thermoplaste und die Verarbeitung von Polyurethanen.

Dr.-Ing. Joachim Starke von der BMW Group, München, stellte in seinem Eröffnungsvortrag die Bedeutung von Carbon Composites für die zukünftige Serienfertigung von Automobilen dar. Unterstrichen wurde dies durch den Vortrag von Dr.-Ing. Kai Fischer, der die aktuellen Forschungsaktivitäten des IKV im Bereich alternativer Matrixwerkstoffe vorstellte. Er zeigte, dass das IKV schon früh die Verarbeitung alternativer Matrixwerkstoffe erforscht hat und dies auch bis heute noch ein Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten ist.
Zum Ende des ersten Tages konnten diverse Beispielbauteile und neue Technologien im FVK-Technikum des IKV begutachtet werden. Zudem wurden eine Vielzahl an Prozessen im laufenden Betrieb vorgestellt, was die Grundlage für interessante Diskussionen und den Erfahrungsaustausch bot.

Am zweiten Tag lag der Fokus der Fachvorträge auf der Herstellung von Composites mit Polyurethanmatrix. Dazu präsentierten die FRIMO Group GmbH, Lotte, und die KraussMaffei Technologies GmbH, München, ihr Produktportfolio an Werkzeug- und Anlagentechniken für die Polyurethanverarbeitung. Dr. Thomas Mack, Entwicklungsleiter der Rühl Puromer GmbH, Friedrichsdorf, präsentierte die umfassenden Möglichkeiten von Polyurethanen hinsichtlich Flexibilität, Zykluszeiten und mechanischen Eigenschaften.
Ergänzt wurde dies durch einen Bericht der PARAT Beteiligungs GmbH, Neureichenau, die sich mit der Herstellung von Außenhautbauteilen mit Class-A-Oberfläche im LFI-Verfahren beschäftigt. Anschließend präsentierte das IKV mit der PUR-Pultrusion, der Projektilinjektionstechnik und dem PUR-Sprühen drei aktuelle Forschungsprojekte zur Großserienfertigung von FVK-Strukturbauteilen mit Polyurethanmatrix.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag der Audi AG, Ingolstadt, in dem die Potenziale von Polyurethan für die Serienfertigung in der Automobilindustrie beleuchtet wurden. Der Tagungsumdruck mit den Vorträgen zur Veranstaltung kann unter bibliothek@ikv.rwth-aachen.de erworben werden.
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