IAC produziert neue naturfaserverstärkte Verbundwerkstoffe für Fahrzeuginnenräume

International Automotive Components (IAC) hat im Rahmen des Wissenschaftskongresses „Einsatz von biobasierten Werkstoffen im Automobilbereich“ in Berlin vollständig spezifizierte Naturfaser-Verbundwerkstoffe für den Einsatz in Fahrzeuginnenräumen vorgestellt. Das neue Material ist das Ergebnis eines dreijährigen Modellierungs- und Simulationsprojektes unter der Leitung des Ford-Forschungszentrums in Aachen, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).

Als Anwendungspartner im Forschungskonsortium hat IAC das Projekt mit seinem umfassenden Fachwissen über naturfaserverstärkte Materialien sowie dem Prozess- und Prüf-Know-how seines Technologiezentrums in Ebersberg unterstützt. In seinem hochmodernen Werk im rumänischen Bals, in dem IAC Innenraumkomponenten für den Minivan Ford B-MAX produziert, wurden zudem Testprodukte unter Serienproduktionsbedingungen gefertigt.

Die erste Projektphase umfasste die Entwicklung eines Polypropylen-Sisal-Verbundwerkstoffes, basierend auf umfangreicher Materialforschung und Benchmarking-Untersuchungen. Gleichzeitig wurde ein Werkstoff- und Fließmodell für Spritzgießanwendungen entwickelt. Aus dem so gewonnenen naturfaserverstärkten Kunststoff produzierte IAC zunächst spezielle Testplatten und schließlich Serienkomponenten am Beispiel eines Ford B-MAX-Handschuhfachs. Die Produktion dieser Muster erfolgte auf der bestehenden Linie. In der nächsten Projektphase beteiligt sich IAC an der Prototypenvalidierung. Dafür werden die im Ford-Forschungszentrum erhobenen Ergebnisse aus Aufprallsimulationen und Crash-Tests mit dem bekannten Verhalten der Serienteile verglichen.

„Ein kritischer Punkt in der Forschung zum Einsatz naturfaserverstärkter Materialien im Fahrzeuginterieur war häufig der Mangel an zuverlässigen Simulations- und Modellierungsdaten als Grundlage für genaue Aussagen über die Faserorientierung und die Komponenteneigenschaften. In Zusammenarbeit mit IAC, weiteren Kunststoff- und Engineering-Unternehmen sowie Hochschulen wird Ford ein entsprechendes Modell entwickeln und den Weg für leichtere und nachhaltigere Interieurs bereiten“, erklärte Dr. Thomas Baranowski, Projektleiter im Bereich Forschung und Vorentwicklung bei Ford.

Fritz Schweindl, Director Advanced Engineering Europe bei IAC, fügte hinzu: „Wir freuen uns sehr, Ford in dieser zentralen Forschungsaufgabe unterstützen zu können. Mit Naturfasern lässt sich Leichtbau-Design hervorragend umsetzen. Sie tragen außerdem dazu bei, die CO2-Bilanz im Flottendurchschnitt zu senken. Dieses Projekt eröffnet die Möglichkeit, naturfaserverstärkte Verbundwerkstoffe in vielen verschiedenen Innenraumkomponenten wie Mittelkonsolen, Abdeckungen, Ablagen und Kofferraumverkleidungen einzusetzen. Wir gehen davon aus, den Prozess zukünftig auch für sicherheitsrelevante Komponenten wie Türmodule und Instrumententafelträger nutzen zu können.“