Leichter als Wasser

In der Automobilindustrie sind mehr denn je leichtgewichtige Konstruktionen gefragt, um Treibstoff und Kosten zu sparen und den CO2-Ausstoß zu verringern. Schätzungen des VCD Verkehrsclub Deutschland zufolge bewirkt eine Verringerung des Fahrzeuggewichts um 100 Kilogramm die Senkung des Kraftstoffverbrauchs um 0,5 Liter und eine Reduzierung der Kohlendioxidemissionen um 1,2 Kilogramm, jeweils pro 100 Kilometer. Angesichts des Trends zu zukunftsträchtigen Antriebstechnologien wie der Elektromobilität kommt dem Thema Leichtgewichtigkeit eine ganz neue Bedeutung zu.
Bayer MaterialScience hat bereits eine Reihe energieeffizienter Automobil-Lösungen mit Polyurethan-Werkstoffen entwickelt. Auf der UTECH 2012 stellte das Unternehmen Bayflex RIM Lightweight vor, mit dem das Gewicht des fertigen Bauteils noch einmal um bis zu 30 Prozent gesenkt werden kann. Mit einer Dichte von ca. 0,9 Kilogramm pro Liter ist der Werkstoff sogar leichter als Wasser.

„Die Leichtgewichtigkeit dieser Lösung basiert auf dem hochwertigen Polyurethan-System Bayflex in Verbindung mit einer ausgeklügelten Füllstoffkombination anstelle der bisher eingesetzten Mineralfasern“, erläutert Dr. Birgit Meyer zu Berstenhorst, die für die Entwicklung verantwortlich zeichnet. „Die exzellenten mechanischen Eigenschaften bleiben dabei erhalten.“ Der Werkstoff ermöglicht eine deutliche Senkung von Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen und bei bestimmten Fahrzeugmodellen auch eine Verbesserung der Fahrdynamik. Im Elektroauto kann dadurch das zurzeit noch hohe Gewicht der Batterie besser kompensiert bzw. eine größere Reichweite des Fahrzeugs erreicht werden.

Das kompakte Material bietet viel Designfreiheit bei der Fahrzeugkonstruktion und ist für die Herstellung von Bauteilen mit Class-A-Oberfläche geeignet, die durch eine hochwertige Lackierung erhalten wird. Die Verarbeitung erfolgt mit Hilfe der etablierten RRIM-(Reinforced Reaction Injection Molding)-Technologie. Neben dem Einsatz in Automobilteilen ist Bayflex RIM Lightweight auch für weitere Anwendungen im Bereich Mobilität geeignet, zum Beispiel in LKWs und Bussen sowie im Bahn-, Flug- und Schiffsverkehr. Darüber hinaus können sich die Bayer-Experten auch eine Verwendung in der Freizeit- und Möbelbranche, der Bauindustrie und dem IT-Segment vorstellen.
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