Von der Küste in die Berge

Elastocoast_Schweiz_01Im Küstenschutz hat es sich längst etabliert, jetzt ist Elastocoast zum ersten Mal in der Schweiz zum Einsatz gekommen. Im Kanton Luzern wurde mithilfe des BASF-Werkstoffs das Bett des Mühlebachs befestigt. Es war zugleich der erste Einsatz von Elastocoast in einem Bachbett weltweit. Ein rund 180 Meter langer Abschnitt des Bachs musste neu befestigt werden. Ziel war es, ein stabiles und naturnahes Deckwerk zu schaffen. Optimale Voraussetzungen für Elastocoast, denn die Vorteile des BASF-Polyurethan-Systems liegen auf der Hand: Es ist schnell und einfach zu verarbeiten und von der offenen Struktur des Kiesgemischs profitieren Flora und Fauna. Jetzt bietet das neue Deckwerk den Menschen in der Umgebung mehr Sicherheit und Tieren und Pflanzen viele neue Lebensräume.

Die Befestigung des Bachbetts war im Zuge des Hochwasserschutzes nötig geworden. Durch die Offenlegung eines Kanalabschnitts kann der Mühlebach jetzt mehr Wasser führen. Die Bewohner von Willisau, einst geplagt von vielen Hochwassern, sollen nun problemlos ein Jahrhunderthochwasser überstehen. Zuletzt war es 1988 zu einer Katastrophe gekommen, bei der eine Person ums Leben kam. Darüber hinaus entstand ein Millionenschaden: Die Stadt Willisau stand unter Wasser, der Strom schwemmte große Mengen Kies und Geröll auf Straßen und Plätze.

Das Elastocoast-Deckwerk trägt nun seinen Teil zum Hochwasserschutz bei und fügt sich außerdem bestens in das Landschaftsbild ein. Der Werkstoff ist transparent, deshalb ist er von einer natürlichen Steinschüttung praktisch nicht zu unterscheiden.

Nur eine Stunde für die Aushärtung, nur zwei Tage für einen neuen, 180 Meter langen, stabilen und naturnahen Bachverlauf. Elastocoast bietet nicht nur sicheren Schutz, es schont darüber hinaus auch noch das ökologische Gleichgewicht. Denn der verwendete Kunststoff besteht zu 50 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. „Elastocoast wurde vom Fraunhofer Institut ökotoxikologisch untersucht. Mit dem Ergebnis: Im Gegensatz zu Beton ist es auch während des Einbaus PH-neutral und damit völlig ungefährlich für die Fische."
So wurden in einer neuen Rekordzeit jeweils fünf Tonnen Kies, benetzt mit 150 Kilogramm Werkstoff, im Bett verteilt. Zunächst mischten die Arbeiter in Etappen die zwei PU-Komponenten vor Ort zusammen. Im Betonmischer legte sich der Elastocoast-Film dann in rund fünf Minuten um die Steine. Das Gemisch schütteten die Arbeiter in den trocken gelegten Abschnitt und verteilten es ebenmäßig zur neuen Kiessohle. Schon nach einer Stunde war das Material hart. Und schon nach zwei Tagen war der gesamte Abschnitt fertig.

Tolle Optik, extrem sicherer Schutz und auch noch gut für die Fische.
„Ein großer Vorteil von Elastocoast ist, dass es einfach und schnell zu verarbeiten ist. Mit Beton hätten die Arbeiten fast zwei Wochen gedauert", sagte Hellmut Lischer, der für das Regional Market Development in der Schweiz verantwortlich ist. Ein weiterer Pluspunkt: „Die Gesteinsschicht ist sehr stabil und extrem widerstandsfähig - optimal für den Schutz gegen Hochwasser." Anders als etwa Beton-Oberflächen absorbiert die mit Elastocoast bedeckte Schicht die Energie des Wassers und beugt so Ausspülungen und Beschädigungen der Bachsohle vor.
Elastocoast-Projektleiter Arno Volkmann aus dem norddeutschen Lemförde überwachte den Einbau vor Ort: „Die Optik ist aus meiner Sicht erheblich besser als bei Beton. Darüber hinaus kann sich Sediment einlagern und wird auch nicht sofort wieder ausgespült, wenn es Hochwasser gibt."
Kein Wunder, dass sich der kantonale Fischereiaufseher Philipp Amrein hocherfreut über das neue Bachbett zeigte: „Es ist gut für die Fische und sieht auch noch toll aus."