Die neue Formel für die Formel 1

Unfälle und Kontrollverlust über das Fahrzeug sind bei Autorennen der Formel 1 nicht selten. Aber obwohl die Rennwagen mit sehr hohen Geschwindigkeiten aus der Rennbahn geschleudert werden, kommen sie trotzdem nicht von der Strecke ab, weil sie von einer am Pistenrand errichteten Schutzwand abgestoppt werden. Diese Wände (an allen risikoreichen Stellen gelegen) bestanden lange aus abgenutzten Reifen. Heute macht dieses System Platz für eine viel effizientere und sicherere Lösung: Die Tecpro-Sicherheitsblöcke, von der Firma Tecpro Barriers in Aubagne/Frankreich hergestellt, sind mit einer 40 Prozent höheren Stoßabfangkraft als die von Reifen ausgestattet. Diese Eigenschaft, ein Ergebnis von sechs Jahren Entwicklung und vielen Crashtests, hat die Veranstalter von Autorennen weltweit begeistert. Ob in Monaco, Barcelona, Monza, Silverstone, Abu Dhabi, Singapur oder Valencia - Tecpro-Sicherheitsblöcke sind heute ein ganz normales Bild auf internationalen Rennstrecken. Und auch auf anderen Hochgeschwindigkeitsparcours werden sie demnächst eingesetzt.

tecpro-screenRotoplast ist einer der Lieferanten von Tecpro für die Formel-1-Blöcke. Dort hat man viel investiert, um die Fertigungslinien zu erwerben. Denn außer den F1-Blöcken werden diese Linien es auch ermöglichen, Rotationsformen- und Schaumverfahren für andere Kunden und Zwecke zu entwickeln.
BASF Polyuréthanes France stellt den Schaum her, der sich heute in den Sicherheitsblöcken der meisten großen F1-Rennbahnen der Welt befindet.

120 Kilo schwer, mit den Maßen 1,20 m x 1,50 m. Eine der Längsseiten ist konkav, die andere konvex - so können sie der Reihe nach ineinander eingefügt werden. Ein Spanngurtsystem ermöglicht es, jeden Block fest mit dem nächsten zu verbinden. Rotoplast stellt die Blöcke für Tecpro mittels Rotationsformen-/Schaumverfahren her. Die Struktur des Blocks aus Polyethylen wird um eine Stahlplatte geformt und mit einer Mischung aus zwei flüssigen Komponenten gefüllt, die sich ausdehnen. „Das Innere des Blocks bietet ein Volumen von 900 Litern, aufgefüllt mit einem offenzelligen Hartschaum mit einer Dichte von 20 g/Liter", erklärte Yves Bonnet, technischer Berater bei BASF Polyuréthanes France. „Dieses in unserem Werk in Mitry-Mory hergestellte Produkt ist mit einem sehr hohen Verformungsgrad ausgestattet." Das Ausfüllen des Blocks ist ein sehr kompliziertes Verfahren. Es wird seit mehreren Jahren von Rotoplast selbst durchgeführt.

Wenn man Sicherheitsblöcke zu einem Renner machen kann, dann kann man auch Bojen zu Superschwimmern machen.

„Die ersten Umsetzungsversuche wurden im Entwicklungszentrum von Mitry-Mory gemacht", fügte Yves Bonnet hinzu. Während des Füllvorgangs und der für die Polymerisation notwendigen Viertelstunde wird der Block ganz fest in seiner Form gehalten, damit sich keine Verformung bildet. Rotoplast beherrscht diese Technik heute perfekt. Und BASF Polyuréthanes France denkt jetzt schon darüber nach, sich an anderen von Rotoplast durchgeführten Anwendungen mit ihrem Schaum zu beteiligen. Wie zum Beispiel an der Herstellung von Bojen. Schließlich gibt es heute (fast) nichts mehr, was man nicht mit einer polyurethanen Idee zu einem echten Erfolgsartikel machen kann.