Premiere für Zukunftsflieger – Bayer-Werkstoffe an Bord

2014_06_02_FirstFlight_revillard_133_thumbVorhang auf für ein visionäres Projekt: Das entscheidende zweite Modell des Sonnenfliegers Solar Impulse ist fertig. Das Flugzeug, das 2015 erstmals ganz ohne Treibstoff die Erde umrunden soll, wurde im April im schweizerischen Payerne vorgestellt. An Bord sind zahlreiche innovative Produkte und Lösungen von Bayer Material­Science, die das Flugzeug besonders leicht und stabil machen – unter anderem ein neuartiger, extrem leistungsfähiger Dämmstoff fürs Cockpit.

Der Antrieb für den historischen Flug rund um die Welt soll allein aus der Kraft der Sonne kommen. Dazu dienen rund 17.200 Solarzellen auf den Flügeln, die mit 72 Metern die Spannweite der größten Passagiermaschinen haben. Trotzdem ist das ganze Flugzeug nur 2,3 Tonnen schwer.

„Eine Vision zählt nichts, wenn keine Aktionen folgen. Mit 8 Weltrekorden für die Solar Impulse 1, das erste Solarflugzeug, das auch nachts fliegen kann, dem Überfliegen zweier Kontinente und dem Queren der USA haben wir gezeigt, dass saubere Technologien und erneuerbare Energien das Unmögliche möglich machen“, erklärte Bertrand Piccard, Gründer und Vorsitzender von Solar Impulse, zufrieden.
„Jetzt müssen wir noch weiter gehen“, meint André Borschberg, Mitbegründer und CEO. „Die Solar Impulse 2 hat eine praktisch unbegrenzte Reichweite, wir müssen jetzt sicherstellen, dass auch der Pilot so fit wie sein Flugzeug ist. Deshalb ist die Weltumrundung ebenso eine menschliche wie auch technologische Herausforderung.“

 

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Um die Weltumrundung zu vollenden, muss die Solar Impulse 2 etwas vollbringen, was bisher kein Flugzeug geschafft hat: Ein Flug ganz ohne Kraftstoff mit nur einem Piloten während 5 aufeinanderfolgenden Tagen über Meere und von einem Kontinent zum nächsten. Dies ist eine Herausforderung, die dieses Flugzeug annehmen kann. Das Cockpit ist nur 3,8 m3 groß, wobei jedes Detail so designt wurde, dass der Pilot hier eine Woche „wohnen“ kann. Um die Energieeffizienz noch weiterzubringen, ist die Kabine nicht unter Druck oder beheizt, was für den Piloten eine weitere Herausforderung darstellt.

 

Tag und Nacht ohne Treibstoff
Es ist die Weiterentwicklung eines ersten Modells, das 2010 gezeigt hatte, dass ein Tag- und Nachtflug nur mit Sonnenenergie möglich ist. Seither hatte es zahlreiche Einsätze erfolgreich absolviert – zuletzt die Überquerung der USA vom Pazifik bis zum Atlantik. Das neue Flugzeug wird in diesem Jahr ebenfalls verschiedene Testflüge unternehmen, bevor es 2015 zu seiner großen Mission aufbricht. Enthüllt wurde der Flieger im Beisein zahlreicher Gäste von Bertrand Piccard und André Borschberg, die das Projekt Solar Impulse vor mehr als zehn Jahren ins Leben gerufen haben. Die beiden Schweizer wollen damit das enorme Potenzial aufzeigen, das bereits vorhandene Technologien für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und neue Transportlösungen haben.

„Die Initiative Solar Impulse ist wissenschaftlich und innovativ. Und sie ist philosophisch, indem sie in der Gesellschaft das Bewusstsein für die Notwendigkeit schärft, mit unseren Energie­ressourcen sparsam umzugehen. Ohne Bayer und seine Mission ‚Science For A Better Life‘ wäre dieses Solarflugzeug nie leicht und effizient genug geworden, um Tag und Nacht ohne Treibstoff fliegen zu können“, sagte Piccard. Nachhaltigen Produkten und Lösungen hat sich auch BMS verschrieben, das seit 2010 offizieller Partner von Solar Impulse ist. „Das Projekt Solar Impulse demonstriert auf eindrucksvolle Weise, wie unsere Innovationen dazu beitragen können, den Planeten Erde und die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren, das Leben der Menschen zu verbessern und Werte zu schaffen“, sagte Richard Northcote, im Executive Committee von BMS verantwortlich für Nachhaltigkeit.

Hocheffiziente Dämmung
Das Unternehmen hat viel technische Expertise zu dem Projekt beigetragen. Unter anderem war es für die komplette Gestaltung der Cockpithülle verantwortlich. Es sei ein wesentlicher Teil des Engagements von Bayer MaterialScience, dieses Projekt von der Konzeption bis zur Herstellung geführt zu haben, sagte Borschberg.

Unter den Materialien, die das Unternehmen für diesen Zweck bereitstellt, ist der extrem leistungsfähige Dämmstoff Baytherm Microcell. Dessen Isolierleistung ist noch einmal um zehn Prozent höher als der momentane Standard. Hocheffiziente Dämmung ist für das Flugzeug besonders wichtig, weil es Temperaturschwankungen von minus 40 Grad in der Nacht bis plus 40 Grad Celsius am Tage ausgesetzt ist.

Baytherm Microcell wird für die Flugzeugtür verwendet, während die restliche Cockpithülle aus einem anderen Polyurethan-Hartschaum von BMS besteht. Außerdem liefert das Unternehmen einen Verbundwerkstoff aus Polyurethan und Karbonfasern für den Türverschluss sowie dünne Platten aus dem transparenten Hochleistungskunststoff Polycarbonat für das Fenster. Insgesamt ist das Cockpit zwar deutlich größer geworden als im Vorgängermodell, aber nur unwesentlich schwerer.

Silberne Beschichtung
Außerhalb des Cockpits wird Polyurethan-Hartschaum von BMS zur Dämmung der Batterien genutzt. Hinzu kommen Rohstoffe für die silberne Beschichtung, mit der weite Teile des Flugzeugs überzogen sind, und für Klebstoffe zur Fixierung der Textilgewebe unter den Flügeln. Polycarbonate und Polyurethan-Rohstoffe stellt Bayer MaterialScience auch anderen Märkten und Branchen zur Verfügung – etwa für Leichtbau in der Automobilindustrie, zur Dämmung von Gebäuden und für benutzerfreundliche, sichere Hardware in der Unterhaltungselektronik. Damit ist das Engagement bei Solar Impulse auch für die Weiterentwicklung solcher Schlüsselsektoren von Nutzen: Mit dem „fliegendem Labor“ kann Bayer MaterialScience seine bestehenden Produkte und Lösungen weiter verbessern, Neues erproben und so zu neuen Anwendungsmöglichkeiten gelangen.

Der Beginn der ersten Weltumrundung im Solarflugzeug ist für März 2015 in der Golfregion vorgesehen. Die Solar Impulse fliegt von da über das Arabische Meer, Indien, Myanmar, China, den Pazifik, die USA, den Atlantik und Südeuropa oder Nordafrika, bevor sie wieder zum Ausgangspunkt gelangt. Alle paar Tage sind Landungen vorgesehen, bei denen die Piloten sich abwechseln und an öffentlichen Events teilnehmen, damit die lokalen Regierungen, Schulen oder Universitäten mehr über das Flugzeug erfahren können.

 

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