Ein Polyurethan-Passivhaus

_FP06865Das PUR-Passivhausprojekt entsteht durch eine Initiative der ISOPA (dem europäischen Verband der Isocyanat- und Polyolhersteller als Co-Sponsor) und dem belgischen Bauunternehmen Bostoen, Spezialist für die Errichtung „bezahlbarer“ Passivhäuser und Installationen von Solarpaneelen.  Bostoen baut eine ganze Reihenhaussiedlung mit Null-Energie-Häusern, eines davon wird ausschließlich mit Polyurethan gedämmt – das ist das ISOPA-Haus. Der Preisunterschied im Vergleich zu konventionellen Reihenhäusern liegt bei plus 15 Prozent.

Der Bau startete am 1. September 2011 in Brüssel, nahe dem Flughafen, und wurde vom Keller bis zum Dach schrittweise dokumentiert.  Im PUR-Passivhaus wurde überall, wo es möglich war, Polyurethan eingesetzt, um die Umwelt- und Wirtschaftsvorteile nach modernsten Baustandards, den Passivhausstandards, zu zeigen. Architekten, Studenten, Bauunternehmen und Privatleute können sich unter www.polyurethanes.org/passivehouse darüber informieren, wie das Haus mit dem geringsten Umwelteinfluss entstand/entsteht und dabei auch noch Geld spart.  

Die ISOPA wird das Haus anmieten und an eine Familie vermieten, es soll dokumentiert werden, welches Sparpotential erreicht werden kann.

Die Kampagne richtet sich speziell an Politiker und Architekten, die noch immer die wenig positive Meinung vertreten, dass PU-Isolierungen zu teuer und nicht nachhaltig sind. Schon jetzt kann ein wesentlicher Vorteil nicht übersehen werden.

Trotz geringerer Schichtdicke kann ein Isolierwert, höher als bei herkömmlichen Dämmmaterialien, erreicht werden. Das spart deutlich Platz: Bei einem Einzelhaus kann das bis zu 4 m² ausmachen.

Der Boden
Im Allgemeinen ist der Aufbau eines Bodens im Polyurethan-Passivhaus ähnlich einem traditionellen Bodenaufbau außer dass eine 250-mm-(23W/mK)-PUR Isolierplatte auf den Betongrund zur Abdeckung der Rohre verlegt wurde. Die Polyurethanplatte ermöglicht eine gleichmäßig dicke Isolierschicht mit besseren Isolationseigenschaften und dem Vorteil, dass der Bodenbelag direkt aufgebracht werden kann. Die geringe Wärmeleitfähigkeit der PU-Platten und ein optimaler Luftabschluss ermöglicht ein Minimum an Temperaturverlust. Der zu erwartende U-Wert im Erdgeschoss dürfte extrem niedrig sein (0,1 W/mK).

Erstes und Obergeschoss
Wegen der Bodenheizung muss der Boden jedes Stockwerks isoliert werden. Im ersten und zweiten Stock wird ein Polyurethan-Sprühschaum (27 W/m²K) zwischen dem Betonuntergrund und dem Bodenbelag aufgebracht. Im dritten Stock wird ein spezieller Bodenmörtel mit 90 % rezykliertem Polyurethangranulat unter die PU-Platte (23 W/m2K) aufgebracht, um die Rohre zu verdecken.

Außenwände
Die Außenwände werden verklinkert. Der Zwischenraum zur Stützwand wird mit einer 180 mm dicken PUR-Platte ausgefüllt. Die gesamte Wandstärke beträgt 450 mm inklusive einem verbleibenden Hohlraum von 20-30 mm zwischen der PUR- und der Außenwand. Das ermöglicht einen U-Wert der Außenwand von 0,10/0,11 W/m2K.
Trennwände zwischen zwei Häusern
Um eine optimale akustische Trennung zwischen dem Polyurethan-Passivhaus und den anderen Nachbarn zu gewährleisten, wurde eine 4-cm-Zwischenschicht mit offenzelligem PUR-Schaum gefüllt.

Dachisolierung
Das Polyurethandach wurde vorgefertigt, um die PUR-Schaumisolierung direkt in die Dachstruktur einzubauen. Blockschaumpaneele wurden zwischen die Dachsparren integriert. Dieses Verfahren ermöglicht eine bessere Luftabdichtung. (Details hierzu gibt es unter: (www.polyurethanes.org/passivehouse/media-room/videos))

Flachdach
Auf dem Balkon über dem Raum im ersten Stock ist eine Flachdachisolierung nötig, um einen Wärmeverlust zu vermeiden. Eine 24 cm dicke PUR-Platte wird auf die Decke des Balkons montiert.

Fenster

Im Passivhaus wurden Standard-PVC-Fenster verwendet, innen in einem sauberen Weiß und außen mit einer warmen Holzimitation. Der Clou hier ist der Hochglanz und ein Polyurethanfensterrahmen für exzellente Isolierung und Luftabdichtung, um Wärmeverlust zu vermeiden und das Wärmepotential der Sonne optimal zu nutzen.

Die Fertigstellung ist für ­April/Mai 2013 geplant.


Warum Polyurethan?
Es gibt viele Vorteile, warum man in einem Gebäude Polyurethan verwenden sollte:
• Die Gebäude halten länger und benötigen weniger Wartung, da PUR haltbarer ist.
• Hartschaum-Isolierpaneele aus PUR sind leicht, aber fest, feuchtigkeitsbeständig und leicht zu installieren.
• Isolierpaneele und andere Sprühschaumisolierungen halten ihre energieeffizienten Eigenschaften solange ein Gebäude besteht.

banner_fixed
banner_default