Pionier bei Filterschäumen aus Polyurethan

Vor 45 Jahren entwickelte die ZELU Chemie GmbH die ersten PUR-Dichtlippenschaumsystemefür Automobilfilter

Mit der Herstellung von Klebstoffen, Wachsen und Finish-Produkten für die Schuh- und Lederindustrie starteten die schwäbischen Chemie-Profis am 1. April 1889. Sie firmierten damals noch unter Weil & Eichert AG in Ludwigsburg.

Zu Beginn der 60er-Jahre stagnierte jedoch der Absatz von Klebstoffen und Hilfsmitteln für die Lederindustrie. Daher forschten und arbeiteten die Fachleute von nun an intensiv an der Entwicklung und Vermarktung von Klebstoffen für zusätzliche Industriezweige.

Seit dieser Zeit fokussierte sich das Unternehmen auf Industrieklebstoffe für die schaumverarbeitende Industrie sowie den Automobilbereich. 1967 entwickelten die schwäbischen PUR-Pioniere die ersten Dichtungsschäume aus Polyurethan und brachten sie unter dem Handelsnamen Zelupur auf den Markt. Ihre gefragten Schaumsysteme wurden vorrangig als Dichtlippe in Kraftfahrzeugluftfiltern eingesetzt. Als erste Firma ersetzten sie die damals gebräuchlichen PVC-Dichtungen durch ihr Zelupur. Mit den weichmacherarmen bzw. weichmacherfreien Polyurethanschäumen gelang es dem schwäbischen Unternehmen, niedrigere Dichten sowie bessere Kompressionsfähigkeiten der Dichtlippen zu erzielen. Dadurch verringerten die PUR-Experten den Verpressungsdruck der Schaumlippe und verbesserten somit die Dichtigkeit der Filterelemente zum Luftfiltergehäuse.

IMG_4866_fuer_web„Geprägtes, gehärtetes Papier wird mehrfach gefaltet um hohe Eigensteifigkeit und große Filtrationsfläche zu erzielen. Diesem gefalteten Papierbalk wird eine PUR-Dichtungslippe aufgeschäumt, um das Filterelement zum Filtergehäuse dicht abzuschließen“, so Udo Kaupp, Bereichsleiter Polyurethan Schaumsysteme, über die Funktionsweise der Filterschäume aus Polyurethan. „Somit können große Mengen an Luft, die ein Verbrennungsmotor benötigt, durch ein solches Filterelement gefiltert werden. Damit keine Fremdkörper in die Brennkammern eines Motors gelangen.“ IMG_4889

Das erste Filterelement, ausgerüstet mit einer Polyurethanschaumdichtlippe des im Jahre 1984 zur ZELU Chemie GmbH umfirmierten Betriebes war ein solcher typischer Automobilluftfilter für Verbrennungsmotoren. Es unterscheidet sich von einem heutigen Luftfilterelement vor allem darin, dass seine Filtermaterialien wie Papiere, Vliese etc. ein immer besser werdendes Filtrationsverhalten aufweisen. Optisch ist die dazu gehörende PUR Dichtlippe bis heute nahezu unverändert geblieben.

In dem Segment Dichtschäume für die Luftfilterindustrie aus Polyurethan gehört der in Murr nahe Ludwigsburg ansässige Betrieb nach wie vor zu den Marktführern. PUR-Schaumlippen werden heute als Dichtlippe an Filterelementen für alle  Verbrennungsmotoren wie z. B. in Autos, Kompressoren, Kettensägen, Luftbläser eingesetzt. Sie dienen aber auch als Innenraumfilter gegen Staub und Pollen im PKW sowie beispielsweise in Staubsaugern und in allen erdenklichen Luftreinigungsanlagen. Außerdem werden sie für Lüftungen, Klimaanlagen etc. benutzt, also überall dort, wo z. B. Feststoffe aus der Luft gefiltert werden müssen. Verändert haben sich im Laufe der Zeit die Ansprüche der Kunden bezüglich der verbesserten mechanischen Eigenschaften, speziell im erhöhten Wärmeverhalten für immer heißere, leichtere und effektivere Motorkonzeptionen.

An der Entwicklung von Filterschäumen als Dichtlippe von Kraftfahrzeugen arbeitet das Polyurethan-Systemhaus ZELU kontinuierlich weiter. Mit den derzeitigen Zelupur-EL-Systemen erfüllen die Experten die höchsten mechanischen Anforderungen der OEMs bei stets verbesserter Prozesstechnik. Die maßgeschneiderten Lösungen für die Automobilindustrie, die Sitzmöbelindustrie sowie das gesamte Spektrum der technischen Polyurethan-Anwendungen stellten den Grundstock für die weitere unternehmerische Entwicklung sowie die Grundlage für den noch immer anhaltenden Erfolg des schwäbischen Traditionsunternehmens dar.
Stefan Ziemba
(sz@photography-sz.com)
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