Alber Bandmesser feiert 100-jähriges Bestehen

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Horizontale Spaltmaschine aus dem Jahr 1960

 

Ebersbach nahe Stuttgart hat eine lange Tradition der PU-Schaumherstellung. Noch länger ist die Erfahrung des dort ansässigen Bandmesser-Herstellers Alber: Seit einem Jahrhundert produziert Alber hochwertige Schneidwerkzeuge u. a. auch für Schaumstoff und Gummi. Im Jahre 1912 begann der Firmengründer Rudolf Alber Bandsägeblätter herzustellen. Ein paar Jahre später wurden die ersten Hochleistungsbandmesser entwickelt. Der aktuelle Geschäftsführer, Florian Alber, führt das Unternehmen in 4. Generation.
Rudolf Alber ist der einzige unabhängige Lieferant im Markt, der neben PU auch andere Sektoren wie Textil, Kork, Leder und Holz abdeckt. Das Unternehmen feiert seinen 100sten Geburtstag mit verschiedenen Aktivitäten in der zweiten Jahreshälfte 2012.

Schneidwerkzeuge für PU-Schaum sind ein umkämpfter Markt mit internationalem Wettbewerb: Zur Auswahl stehen neben Alber unterschiedliche Angebote von Schneidemaschinenherstellern, Servicedienstleistern und preisagressiven Anbietern aus Fernost.

Als Hersteller von Bandsägeblättern hatte Alber bereits die für Bandmesser notwendige Erfahrung, als in den 50er Jahren die ersten Schneidemaschinen gebaut wurden. Seit der ersten Produktion von PU-Blockschaum wurden dafür auch Bandmesserschneidemaschinen eingesetzt. Blockschaum lässt sich mit Bandmessern deshalb gut bearbeiten, weil es auf einen glatten und  geraden Schnitt auf großer Arbeitsbreite ankommt. Kreismesser (zu kurze Schnittbreite) oder Bandsägen (zu rauhe Oberfläche) scheiden dafür aus. 100 % des Blockschaums werden mit Bandmessern weiterverarbeitet. Schnittgenauigkeiten sind entscheidend für die Qualität des Endprodukts und somit wichtig für die ganze Industrie. Die Hersteller der Schneidmaschinen haben in den Anfängen dabei Konstruktionen aus anderen Industriezweigen modifiziert, um Weichschaum schneiden zu können.

• Für den Horizontalschnitt bzw. das Spalten stammten die Maschinen aus der Lederindustrie. Das erste Patent einer Bandspaltmaschine für Leder stammte bereits aus dem Jahr 1854 (von Flanders und Marden/USA).
• Für den Vertikalschnitt wurden Holzbandsägen, wie aus Schreinereien bekannt, umgestaltet.

Das schnell umlaufende Bandmesser erreicht in diesen Konstruktionen die notwendige Zugschnittfähigkeit.
Wie einem als Kind schon fürs Benützen eines Messers beigebracht wird: „Nicht drücken, sondern ziehen“.
Im Großen und Ganzen ist der Aufbau der Schneidemaschinen seither derselbe geblieben: ein über Rollen angetriebenes umlaufendes Bandmesser, Schleifeinheit, um das Messer immer scharf zu halten, Einrichtung zur Steuerung der Schnittbahn. Auch moderne CNC-Maschinen arbeiten nach diesem Prinzip.

Die komplexeste Maschine arbeitet allerdings nicht exakt, wenn das Bandmesser den Anforderungen zur Lauftoleranz nicht gewachsen ist. Wir sprechen über Stahlbänder, die eine Länge von bis zu 20 Metern erreichen können! Für die Qualität des Bandmessers bleibt in all den Jahrzehnten weiterhin die Stahlqualität und die Verschweißung ausschlaggebend. Neuartige Stahllegierungen ermöglichen eine Verbesserung der Lebensdauer und Genauigkeit der Bandmesser. Das beste Beispiel ist das Spaltmesser für technische Schäume „RA-High Grade“, mit dem Schnitttoleranzen unter 0,05 mm kein Problem sind. Alber bietet das Komplettprogramm für alle Schneidaggregate, sei es vertikal, horizontal oder als Konturschnitt.

Modernere Schneidtechnologien wie Laser- oder Wasserstrahlschneiden haben bisher für Blockschaum in der Praxis zu keinen brauchbaren Lösungen geführt.

Gründe dafür sind verschiedenster Art:
• Materialbeeinträchtigung
• Kosten
• Prozesssicherheit
Schauen wir mal, ob die Branche nach weiteren 75 Jahren Schaumstoff noch Bandmesser einsetzt.