Die Geschichte von Chemtura's Adiprene/Vibrathane PU-Gießelastomeren in Kurzform

Dr. Mark Moody, Chemtura Urethanes

WheelTesting-2

Prüfung von Gießpolyurethanrollen unter praxisbezogener Belastung.
 

 

Natürlich kann Chemtura nicht für sich in Anspruch nehmen schon seit der Erfindung und Entwicklung des Polyurethans durch Otto Bayer im Jahre 1937 mit den Adiprene / Vibrathane Gießpolyurethanen am Markt zu sein, aber es verfügt über eine lange Historie in der Weiterentwicklung der Poly­urethane, speziell auf dem Heißgieß­elastomersegment.WheelTesting-1

Diese Geschichte beginnt 1955, ungefähr 18 Jahre später, als DuPont unter dem Markennamen Adiprene Urethanelastomere entwickelt und vermarktet, während US Rubber Gießpolyurethansysteme unter dem Markennamen Vibrathane und die Firma Roylar TPUs herstellt. Zu dieser Zeit waren Adiprene Elastomere hauptsächlich auf Etherbasis und Vibrathane auf Esterbasis.

1960 startete die Vibrathane Polyurethanprepolymerproduktion im neuen Werk in Gastonia, NC, selbst heute noch weltweit die größte Produktionsstätte für Chemturas PU-Gießprepolymere. Eine breitere Produktpallette wurde entwickelt um unseren Kunden eine Vielfalt an Lösungen zu bieten. Ergebnis war ein steigender Umsatz und in den 1970er Jahren entwickelte sich der Schwerpunkt des Vibrathane Geschäfts auf technischen Kundenservice, damals ein Alleinstellungsmerkmal.

Dieser Fokus unterstützte die Marktentwicklung der Gießpolyurethane, speziell in Nordamerika. Trotzdem vollzog sich das Wachstum nicht ausschließlich in Nordamerika und daher eröffnete man 1979 eine TDI-Prepolymerproduktion in Rio Claro, Brasilien, um auch im lateinamerikanischen Markt weiter zu wachsen. Zur Unterstützung der Entwicklung benötigte man neue Testmethoden, wie die obigen Bilder zeigen.

1983, 28 Jahre nach Einführung der Markennamen Adiprene und Vibrathane und 46 Jahre nach der Entdeckung von Polyurethan durch Otto Bayer, übernahm Uniroyal das Adiprene Geschäft von DuPont und etablierte das weltweite Adiprene/Vi­brathane PU-Gießprepolymergeschäft, das noch heute im Besitz der Chemtura Corporation ausgezeichnet läuft. Der ursprüngliche Fokus des neuen Adiprene/Vibrathane Geschäfts lag auf TDI- und MDI-Prepolymere.

Zwei Jahre später, 1985, startete die Produktion von Standard-TDI-Prepolymeren im Uniroyal-Werk in Latina, Italien, um auch den europäischen Markt besser bedienen zu können. Über die Jahre wurden viele verschiedene TDI- und MDI-Prepolymertypen entwickelt und kommerzialisiert, aber erst 1991 fertigte man die ersten Adiprene LF (low free) TDI-Monomerprepolymere im Werk in Gastonia (North Carolina), unter Verwendung einer patentrechtlich geschützten Stripping-Technologie. Die LF TDI-Technologie ermöglichte es, Prepolymere mit verbesserten dynamischen Eigenschaften, niedrigeren Viskositäten und längeren Topfzeiten herzustellen. Kurze Zeit später - 1992 - folgte bereits die Einführung von Adiprene-PPDI-Prepolymeren, die eine Alternative für Anwendungen bei höheren Temperaturen boten.

Die daraus entstandene gestiegene Nachfrage an solchen Produkten sowie die konsequente Weiterentwicklung der LF PPDI-Reihe führte zum Bau einer zweiten LF-Produktionslinie, die 1995 in Gastonia in Betrieb genommen wurde. Zur Ergänzung der LF Prepolymerreihe wurden intensive F&E-Arbeiten durchgeführt, um die Prozessparameter zu optimieren und die zukünftige Produktion von LF MDI-Prepolymeren zu ermöglichen.

Während sich das Adiprene/Vibrathane-Prepolymerge­schäft prächtig entwickelte, fanden Änderungen der Eigentumsverhältnisse im chemischen Unternehmen statt. 1996 übernahm Crompton&Knowles Uniroyal Chemical, behielt aber den Handelsnamen Uniroyal bei. 1999 fusionierte Crompton & Knowles mit der Witco Corporation. Ein Jahr später wurde das Unternehmen umbenannt in CK Witco und anschließend in Crompton. Ergebnis der Fusion war ein deutlich größeres Polyurethangeschäft aus den Bereichen Adiprene/Vibrathane und den Fomrez Polyesterpolyolen und den Witcobond PU-Dispersionen von Witco.

Das PU-Geschäft wuchs weiter und so wurde im Jahr 2000 eine dritte LF TDI-Anlage, diesmal in Europa, neben der bestehenden TDI-Prepolymeranlage in Latina (Italien), in Betrieb genommen, um das regionale Wachstum dieser Produkte zu unterstützen.

 

PUarticles 

Einige der vielen Anwendungsmöglichkeiten von Heißgießelastomeren

Im Jahr 2004 stand der Produktionsbeginn der Adiprene/Vibrathane-Prepolmere im neuen Werk in Nanjing, China, im Vordergrund. Im darauf folgenden Jahr fusio­nierte Crompton mit der Great Lakes Corporation und der Name Chemtura wurde geboren. Neun Jahre nach dem Zusammenschluss mit Witco, also 2008, kaufte man die verbliebenen Anteile an Baxenden Chemicals, das bis dato ein JV von Witco und Croda war. Durch Baxenden wurde das Produktportfolio weiter vergrößert und gestärkt, besonders mit Castomer, einem „low monomer" (LM) TDI-Prepolymer. Ungefähr zur gleichen Zeit, wurde unter dem Markennamen Adiprene Duracast die Adirene/Vibrathane LF MDI-Prepolymerreihe weiterentwickelt und im Markt eingeführt.

Um das Adiprene/Vibrathane Geschäft weltweit zu stärken gab Chemtura 2011 bekannt, dass man ein großes Werk in Nantong, China, plant. Der Spatenstich erfolgte am 6. März 2012. Die Bauzeit wird ca. zwei Jahre dauern. Im Werk sollen konventionelle Adiprene/Vibrathane-Prepolymere und -Vernetzer, sowie Adiprene-LF TDI-Prepolymere und Adiprene Duracast-LF MDI-Prepolymere hergestellt werden.

Doch die Geschichte endet hier nicht. Weitere Kapazitäten wurden im Werk in Latina geschaffen, um den wachsenden Bedarf an quecksilberfreien Vibrathane-Quasi-MDI-Prepolymersystemen und Adiprene Rotationsgießsystemen zu unterstützen.

Über die Jahre haben Heißgießelastomere ihren Weg in viele Anwendungen ­gefunden, so zum Beispiel: Teile für den Bergbau - Abstreifer, Siebe und Ausklei­dungen, Industrieräder - ­Gabelstapler, Hubwagen; Öl & Gas - Biegeversteifungen, Durchflussbegrenzer und Pipelinemolche; Büromaschinen - Riemen, Rollen, Rakel; Freizeit - Skaterrollen, Golfbälle, Walzen - ­Papierfertigung, Drucken, Industriewalzen, um nur einige zu nennen.

Zum Abschluss muss noch gesagt werden, dass dank all der Wissenschaftler und Ingenieure, die in Otto Bayers Fußstapfen folgten und die Forschung und Entwicklung der Polyurethanchemie weiterführten, neue PU-Elastomerprodukte und Prozesse entwickelt werden konnten, die es uns ermöglichten, unseren Kunden weltweit Adiprene und Vibrathane für die differenziertesten Lösungen anzubieten.

LatinaplantexpansionAdiprene/Vibrathane-Prepolymerreaktor im italienischen Chemtura-Produktionswerk in Latina.

banner_fixed
banner_default