Nachhaltig geschützt

Polyurethan-Sprühschaumbeschichtung für den vorbeugenden Brandschutz

Für das zweikomponentige Polyurethan-System Bayfomox hat Lanxess in Zusammenarbeit mit der Firma FluidSystems GmbH & Co. KG eine neue Anwendung erschlossen. Bayfomox kann neben dem üblichen Gießverfahren jetzt auch im Spritzverfahren appliziert werden. Mit dieser Sprühschaumbeschichtung lassen sich selbst komplexe Bauteile mit schwieriger Geometrie effizient und schnell flammwidrig ausrüsten. Durch das Spritzverfahren sind hohe Flächenleistungen möglich, so dass großflächige Bauteile ganzheitlich bearbeitet werden können.
Bild_2Darüber hinaus ist durch die sehr mobil und flexibel einsetzbaren kleinen Sprühmaschinen die nachträgliche Ausrüstung von schutzbedürftigen Bauteilen möglich. Die Anwendung von Bayfomox ist ebenso einfach wie kostengünstig. Da schon dünne Schichten sofort nach dem Aufbringen ihre volle Flammschutzwirkung entfalten, ist der Materialeinsatz äußerst gering. Der Bayfomox-Sprühschaum härtet schnell aus und ist sofort voll funktionsfähig. Das erspart lange Ausfallzeiten, beispielsweise bei der nachträglichen Ausrüstung von Lagerhallen. Wie die Bayfomox-Formschaumteile zeigt auch der Sprühschaum eine hervorragende Feuerwiderstandsdauer. Er haftet außerordentlich gut auf so unterschiedlichen Substraten wie beispielsweise Metall oder Holz und zeigt gegenüber konventionellen Intumeszenz-Beschichtungen ein besseres Wärmeisolationsverhalten sowie schalldämmende Eigenschaften. Diese lassen sich je nach Bedarf durch die Zusammensetzung des zweikomponentigen Systems individuell einstellen.

Bayfomox ist frei von Weichmachern, Lösemitteln, Fasern und Halogenen. Die Polyolkomponente ist kennzeichnungsfrei gemäß EU-Regularien.Bild_1_Gestellvariante

Sprühverarbeitung
Die Verarbeitung des Polyurethansystems kann direkt aus den Anliefergebinden wie Hobbock oder 200-Liter-Fass erfolgen. Die Isocyanatkomponente wird durch den Einsatz von Silicagelfiltern im Gebinde vor Luftfeuchtigkeit geschützt. Als Vorbereitung muss lediglich die füllstoffhaltige Polyolkomponente gründlich mit einem Fassrührer homogenisiert werden.

Die Dosierung erfolgt in einer speziellen Heißspritzanlage. Über Zuführpumpen werden die einzelnen Bestandteile aus den Anliefergebinden der 2-Komponenten-Heißspritzanlage zugeführt. Sie erzeugt den benötigten Spritzdruck und dosiert die Komponenten. Die Vermischung erfolgt auf Grund der kurzen Reaktionszeiten des Sprühschaumsystems in der Pistole.

Bei der Auslegung der Anlage wurde neben der technischen Machbarkeit auch der Umweltaspekt mit einbezogen. Die dosierten Komponenten werden durch die Verwendung von Durchlauferhitzer und beheizten Materialschläuchen auf Applikationsviskosität und Reaktionstemperatur gebracht. Eine Zugabe von Lösemittel ist nicht notwendig.

Die Reinigung der Mischstrecke erfolgt durch getrocknete Druckluft, so dass keine Lösemittel zur Reinigung zum Einsatz kommen.

Bild_4_AussenisolierungDa die Vermischung der Systembestandteile erst in der Pistole erfolgt, muss die Anlage nach Beendigung der Arbeiten nicht gereinigt werden, sondern die einzelnen Komponenten können in der Anlage verbleiben.

Die gesamte Heißspritzanlage ist transportabel und kann per Hubwagen direkt zum Einsatzort gebracht werden. Alternativ ist auch ein Festeinbau in einem geeigneten Fahrzeug möglich. Damit die Anlage am Applikationsort über eine ausreichende Reichweite verfügt, kann sie mit Schläuchen in einer Länge von bis zu 90 Metern ausgerüstet werden. Bei einem maximalen Arbeitsdruck von 240 bar und einer Schlauchlänge von 90 Metern sind Ausstoßleistungen an gemischtem Material von bis zu 4,5 Liter pro Minute möglich.

Additive mit Mehrfachnutzen im Dienste der Umwelt
Mit den Phosphor-basierten Sortimenten Bayfomox sowie Disflamoll und Levagard kommt Lanxess dem wachsenden Bedarf nach Additiven mit Mehrfachnutzen entgegen. Die Produkte werden überwiegend als Flammschutzmittel eingesetzt, zeigen aber vielfach einen zusätzlichen Nutzen, der sie für Anwender insbesondere im Bereich Coatings, Adhesives und Sealants interessant macht. Ihre Eigenschaften ermöglichen den Einsatz als VOC-freie Lösemittel, zur Viskositätsreduzierung, als Weichmacher oder Netz­hilfe.
Bild_3_Pistole
Die nachstehenden Produktbeispiele zeigen, wie ökologische und ökonomische Aspekte miteinander in Einklang gebracht wurden.

Mit dem Sortiment Disflamoll bietet Lanxess halogenfreie weichmachende Flammschutzmittel mit einem ausgezeichneten Brandschutzverhalten für den Einsatz in transparenten Beschichtungen und einer Vielzahl von Polymeren wie Phenolharzen, PVC, harten und weichen PU-Schaumstoffen oder thermoplastischen Polyurethanen. Die Produkte der Reihe Disflamoll sind halogenfrei, farblos und transparent. Sie zeigen hervorragende Flammschutzwirkung und finden darüber hinaus Einsatz als Weichmacher, Viskositätssenker und Lösemittel bzw. Lösemittelersatz.

Das hochwirksame, halogenfreie Flammschutzmittel Levagard DMPP hat einen sehr hohen Phosphorgehalt. Nach aktuellen EU-Regularien ist das Produkt kennzeichnungsfrei. Seine niedrige Viskosität macht Levagard DMPP zu einem hervorragenden Additiv für PUR-Schaum, Lacke, Klebstoffe und Epoxidharze. Es eignet sich ausgezeichnet für das Zusammenspiel mit anorganischen Flammschutzmitteln wie Aluminiumtrihydroxid. Durch die geringe Viskosität von Levagard DMPP können solche Füllstoffe in höherer Dosierung eingesetzt werden.

Die halogenfreien Levagard-Produkte von Lanxess haben neben dem Flammschutz weitere interessante Eigenschaften. Die richtige Produktwahl ermöglicht z. B. halogenfreie, farblose, niedrigviskose und VOC-freie Formulierungen.