Barocke Wasserkunst

Das Schloss Belvedere in Wien ist eine von Johann Lucas von Hildebrandt (1668–1745) für Prinz Eugen von Savoyen (1663–1736) erbaute Schlossanlage im Bezirk Landstraße. Das Obere Belvedere und das Untere Belvedere (benannt auf Grund ihrer Lage auf einem südlich der damaligen Stadt ansteigenden Hang) bilden mit der verbindenden Gartenanlage ein barockes Ensemble. Die beiden Schlossbauten beherbergen heute die Sammlungen des Belvedere (Österreichische Galerie Belvedere) und Räumlichkeiten für Wechselausstellungen. Am 15. Mai 1955 wurde im Oberen Belvedere der Österreichische Staatsvertrag unterzeichnet.

 

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Der Garten ist der älteste Teil der Anlage. Er wurde schon knapp nach dem Grundstückskauf um 1700 vom Le-Nôtre-Schüler Dominique Girard angelegt und war 1725 vollendet. Zum Gartenbau gehörte auch die wassertechnische Infrastruktur; Prinz Eugen hatte die Genehmigung erhalten, die kaiserliche Hofwasserleitung mitzubenutzen und ließ zahlreiche Brunnen installieren. (Quelle: Wikipedia)

Die zwölf Brunnen wurden von 2005 bis 2010 restauriert, nachdem die Anlagen zwischen dem Oberen und Unteren Belvedere seit 1994 wegen hoher Wasserverluste nicht mehr betrieben werden konnten.
Die größte Herausforderung dabei war der Kaskadenbrunnen. Dieser Brunnen und die Instandsetzungsarbeiten waren alleine schon wegen der großen benötigten Wassermengen eine technische Meisterleistung. 2009 wurden die umfangreichen Arbeiten am Kaskadenbrunnen abgeschlossen.

Die Beschichtung ist fehlgeschlagen!

Bei der Durchführung der Sanierung 2009 wurde der Brunnen mit einer PU-Sprühbeschichtung ausgekleidet – wie sich jedoch in der Praxis herausstellte, neigt das zum Einsatz gekommene Material zu hoher Wasseraufnahme, das führte zu Blasenbildung und osmotischen Angriffen. Die in Wien überall präsenten schwarzen Krähen haben am Brunnenrand angefangen, die aufgeweichte Polyurethanschicht aufzupicken. Dies führte zu weiteren Wasserschäden durch Unterwanderung der Beschichtung bis zur gesamten Ablösung. Nach ca. sechs Jahren Nutzung entschloss man sich, die Instandhaltung erneut durchzuführen. Diesmal wurde als Auskleidungsmaterial das wesentlich härtere und stabilere Polyurea verwendet.

 

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Durchführung der Sanierungsarbeiten
1. Entfernen der gesamten, nicht funktionierenden
PU-Spritzbeschichtung
2. Auffräßen des Untergrundes
3. Einbringen einer ECC-Epoxy-Zement-Spachtelung als kapillarbrechende Osmose-Schutzschicht (mind. 2,5 mm Schichtstärke)
4. Aufbringen einer Epoxidharzgrundierung ca. 0,8 kg/ms
5. Aufbringen eines 1-K-Haftprimers
6. Aufbringen der Polyuraabdichtung mit einer Schichtstärke von 2–2,5 mm

Eingesetzte Materialien:
ECC von der Firma Mapei (Triblock P)
Epoxy-Grundierung: Viasol EP 210 (das Epoxidharz ist beständig gegen rückwertige Durchfeuchtung), Primer Viasol P 255, Spritzbeschichtung Viaseal 40/70
Zur Durchführung der Sprüharbeiten wurde eine Gama-VR-Sprühmaschine mit einer Graco Fusion AP Sprühpistole verwendet.

Fläche der Beschichtung: 150 qm
Die Arbeiten wurden von der Firma Rojek GmbH, Wien, durchgeführt.

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