Case Study: Nachhaltige Instandsetzung von Fundamenten bei Windenergieanlagen

Von Helmut Rojek, Rojek Ges.m.b.H., Weitra, Österreich

Foto-1Polyurea als Abdichtung und Korrosionsschutz
Die Fundamente der Windkraftanlagen nachhaltig und dauerhaft zu ertüchtigen sowie richtig abzudichten, ist ein Wertgewinn und Nutzen für alle Beteiligten. Windkraftanlagen sind ein Baustein zu einer sauberen Umwelt. Aber sie haben Schwachpunkte, die nachhaltig abgedichtet werden müssen. Die Fugen der Betonsockel sind die Schwachpunkte. Der Beton ist zwar wasserundurchlässig, aber er ist im Fugenbereich durch Frost- und Tauwechselbeanspruchung sowie durch die dynamischen Lasten stark beansprucht. Das eindringende Wasser sowie die Unterläufigkeit des Wassers unter den Betonfundamenten und der Pumpeffekt (Membranwirkung) der Fundamente stellen eine sehr hohe Gefahr für die Betriebsleistung und für die Langlebigkeit der Anlagen dar.

Des Weiteren kommt dem Korrosionsschutz von Stahlsockeln eine große Bedeutung zu. Bei langlebigen Investitionsobjekten mit hoher Nutzungsdauer, wie im Bereich der Windenergie, ist dies von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Hier ist ein effektiver und dauerhafter Korrosionsschutz  in Verbindung mit einer Abdichtung unerlässlich.

Foto-2-UntergrundansichtPolyurea hat diese hohe Korrosionsschutzfähigkeit gegen Wasser, Salze und vielen Chemikalien bei gleichzeitiger Flexibilität. Polyurea zeichnet sich durch rasche Trocknung, Durchhärtung und hohe Abriebbeständigkeit aus (Reaktionszeit von 5-10 Sekunden, belastbar nach 2-6 Stunden). Polyureas sind moderne, hochreaktive 2-Komponenten-Werkstoffe, die zunehmend in der Beschichtungsindustrie eingesetzt werden. Sie sind mechanisch hochwertige, füllstofffreie Elastomere.
Die weichelastischen bis harten Polyurea-Systeme werden seit vielen Jahren als multifunktionaler Oberflächenschutz in nahezu allen Industrie- und Handwerksbereichen erfolgreich eingesetzt.
Der Sprühauftrag hat sich zur wirtschaftlichen Beschichtungstechnik für Auskleidungen und Abdichtungen großer Beschichtungsflächen hervorragend bewährt.
Die 2-Komponenten-Werkstoffe werden heiß mit ca. 75 °C-85 °C und unter sehr hohem Druck verarbeitet (150-220 bar).
Das Mischungsverhältnis ist 1:1 in Volumenteilen.

Polyurea zeichnet sich durch folgende Vorteile aus:
  • extrem hohe Verschleißfestigkeit (direktes Begehen und Befahren möglich)
  • lösungsmittel- und füllstofffrei
  • niedrigste Emissionswerte, keine VOCs, wenig bis kein Geruch
  • exzellente Haftung auf nahezu allen Oberflächen
  • kein Katalysator, hydrolysestabil und wasserunempfindlich
  • wasserdicht, geringste Wasseraufnahme
  • umgebungstemperaturunabhängig: einsetzbar von -10°C bis +60°C
  • UV-stabil
  • wasserdampfdiffusionsfähig je nach Formulierung
  • ausgezeichneter Wärmewiderstand
  • Temperaturbeständigkeit -30°C bis +120°C (kurzzeitig bis +280°C)
  • flexibel, elastisch
  • höchst rissüberbrückend
  • Dehnfähigkeit 300% bis 600% je nach Formulierung
  • hohe Reißfestigkeiten >25 N/mm2 je nach Type
  • extremer Verschleißschutz
  • beständig gegen Lösungsmittel, Ätzmittel, Kohlenwasserstoffe
  • beständig gegen Säure u. Laugen
  • leitfähige Einstellungen möglich


Die aufgesprühten Polyureamembrane schützen die teuren Investitionen und bieten nachhaltigen Schutz der Anlagen.
Projekte: Windparkanlagen Gols und Mönchhof, es wurden mehrere Fundamente mit Flächen von 50 - 100 m² mit Polyurea, teilweise auch Polyurethan, beschichtet. Zur Grundierung wurden Epoxidharze und PU-Haftvermittler eingesetzt.
Durchführendes Unternehmen: Rojek Ges.m.b.H., Weitra, Österreich


Fakten:
Windpark Gols (Burgenland, Österreich) verfügt über 11 Windanlagen (Typ: DeWind) mit einer Gesamtleistung von 13,75 MW
Windpark Mönchhof (Burgenland, Österreich) verfügt derzeit über ca. 15 Windanlagen (Typ: Enercon E101) mit einer Einzelleistung von 3 MW - wird bis 2013 weiter ausgebaut.
Übrigens gehören die Flächen für den Windpark Mönchhof überwiegen dem Stift Heiligenkreuz. Damit leistet auch die Kirche einen wesentlichen Beitrag zur Erzeugung von sauberem Windstrom.

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