Großflächige Anwendung von Polyurea bei einer Klärbeckensanierung durch Gerätetechnik von FluidSystems

In Zusammenarbeit mit dem Sprühanlagenlieferanten FluidSystems GmbH & Co. KG hat das Unternehmen Friedrich Krumme GmbH aus Bad Hersfeld den Auftrag für die Klärbeckensanierung einer Kläranlage in Schleswig-Holstein erhalten. Die Herausforderung bestand darin, dass zwei der drei zur Sanierung anstehenden Becken in Betrieb bleiben mussten, während das jeweilige dritte Becken saniert wurde. Daher fiel in enger Abstimmung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer die Wahl auf Polyurea als Beschichtungssystem.
Mit der Polyureabeschichtung konnte ein nahtloser Betonschutz mit sehr guter chemischer Beständigkeit erstellt werden. Weiterhin zeichnet sich Polyurea durch seine Haftung zum Untergrund, hohe Verarbeitungstoleranz gegenüber Temperatur und Feuchtigkeit, gute Rissüberbrückung und nicht zuletzt durch seine einfache Applikation aus. Die schnelle Aushärtung von Polyurea innerhalb weniger Sekunden war ein gewichtiger Faktor, da das beschichtete Becken möglichst schnell nach der Beschichtung wieder in Betrieb genommen werden musste. Mit den abschließenden Montagearbeiten konnte unmittelbar nach Abschluss der Beschichtung begonnen werden.

Nach Abschluss aller vor­bereitenden Maßnahmen wie Wasserhöchstdruckreinigung, Betonreprofilierung, Primern und Absanden konnte mit der Beschichtung des perfekt vorbereiteten Baukörpers begonnen werden. (Foto 1)

Für die Polyurea-Verarbeitung lieferte die Firma FluidSystems GmbH & Co. KG eine Zweikomponenten-Heißsprühanlage vom Typ „Reactor". Die Anlagenauswahl wurde auf Grund der speziellen Kundenanforderungen und der Materialeigenschaften aus dem breiten Anlagenportfolio der Firma FluidSystems getroffen.
Die Verarbeitung der beiden Polyureakomponenten Diisocyanat und Polyamin erfolgte direkt aus den 200-Liter-Liefergebinden. Die Aminkomponente wurde mittels pneumatischem Rührwerk vor der Verarbeitung gut homogenisiert. Um die Erreichbarkeit aller zu beschichtenden Bereiche sicher zu stellen, wurde ein Schlauchpaket von 45 Meter Länge verwendet.

Die über Durchlauferhitzer erwärmten Komponenten wurden mit einem Arbeitsdruck von 170 bar verarbeitet. Die Vermischung erfolgt auf Grund der sehr kurzen Topfzeit innerhalb der Pistole.

Temperatur- und Druckdifferenzüberwachung, Mengenerfassung mittels Hubzähler sowie Stromüberwachung und Druckluftfilterung sorgen für eine störungsfreie kontrollierte Verarbeitung. (Foto 2)


Technische Daten:
Max. Betriebsdruck    240 bar
Max. Schlauchlänge    90 Meter
Förderleistung     160 ccm / DH
Heizleistung    15,3 0 kW
Mischungsverhältnis 1:1 nach Volumen (weitere MV möglich)

Das zu beschichtende Klärbecken wies eine Gesamtfläche von ca. 330 m² auf. Die Polyureabeschichtung wurde mit einer Gesamtschichtdicke von ca. 2,5 mm appliziert. Trotz schwieriger Zugänglichkeit in den Zu- und Ablaufrinnen sowie Arbeiten vom Gerüst konnten die Beschichtungsarbeiten nach ca. 4 Stunden erfolgreich beendet werden. Hieraus resultiert eine Flächenleistung von ca. 85 m² pro Stunde. (Foto 3+4)

Kurz nach der Instandsetzung des ersten Klärbeckens wurde dieses wieder in Betrieb genommen. Turnusmäßig wurden alle Klärbecken nacheinander saniert, so dass innerhalb kürzester Zeit eine Gesamtfläche von ca. 1.000 m² erfolgreich saniert wurde.

 

 Foto_1_KlaerwerkFoto 1: Links die in Betrieb befindlichen
Becken, rechts das neu beschichtete Becken


 Foto_2_KlaerwerkFoto 2: Typischer Anlagenaufbau eines
Reaktors mit 200-Liter-Fässern


 

 Foto_3_KlaerwerkFoto_4_KlaerwerkFoto 3+4: Beschichtete Abwasserrinne/Einfache Applikation der Wandfläche