Case Study - Mit Polyurea aufs Eis

Entwicklung des Eissegelsports
Die ältesten Reste eines Landseglers wurden im Grab des ägyptischen Pharao Amenehet III. gefunden, der vor über 4.000 Jahren „in der Wüste mit Achsen und Segeln fuhr". „Wagen aus Federn" und Karren, die vom Wind mitgeschoben wurden, kannten auch die Chinesen.

IMG_0468Um 1600 baute der Niederländer Simon Stevin für den Statthalter der Niederlande einen Segelwagen, der es auf 33,5 km/h brachte und als „Wunder von Den Haag" überall in Europa abgebildet wurde. Noch in der 1830er Jahren wurde in Frankreich versucht, mit segelnden Postwagen den Wind zum Landtransport kommerziell zu nutzen. Ähnliche Versuche schlugen auch in Amerika fehl.

Nur auf dem Eis kann man schneller als auf dem Land segeln
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Wie das Segeln allgemein fand auch das Eissegeln um 1850 das Interesse von „Lustseglern" (so nannte man Amateure, für die die Segelei keine berufliche Notwendigkeit, sondern Zeitvertreib war). 1865 wurde daraufhin am Hudson River der erste Eissegelclub der Welt gegründet und es wurden die ersten Eisyachten (im Gegensatz zu den Arbeitsseglern) gebaut. In der Anfangszeit des Sports waren die damals noch sehr großen und damit teuren Eisyachten sehr selten anzutreffen. Daher gab es keine wirkliche Konkurrenz für Wettfahrten und so fuhren die Eissegler in den USA Rennen gegen Eisenbahnzüge, die entlang der Flüsse verkehrten.

Durch die sehr geringe Reibung auf dem Eis können sehr hohe Beschleunigung und Geschwindigkeiten (über 100 km/h) erreicht werden. Es gibt, wie im Segelsport allgemein, verschiedenste Bootstypen und -klassen, die sich in ihrer Bauform und Größe teils deutlich unterscheiden. Heute ist der bekannteste und verbreitetste Eissegel-Schlitten der in den 1930er Jahren entwickelte DN-Schlitten (Originalname: Blue Streak 60), der auf Anregung der Detroit News entworfen wurde. Dieser Eissegeler gehört mit 2.000 Mitgliedern aus 20 Ländern weltweit zur beliebteste Klasse der Eissegler. Der Grund liegt in seiner geringen Größe (er kann auf einem Autodach transportiert werden) und in seiner einfachen Bauweise.

Der DN-Schlitten ist aus einem speziellen Sperrholz gefertigt und daher sehr anfällig gegen mechanische Schäden. Um den Schlitten robust und gegen Verschleiß zu schützen, wurde eine Polyurea-Beschichtung gewählt, die einerseits das Anforderungsprofil voll und ganz erfüllt und oberdrein den Schlitten nicht schwerer macht. Der äußere und innere Korpus wurde leicht angeschliffen, danach mit einem speziellen Lösemittel gereinigt. Als Grundierung wurde das Harz Hertec Pox 002 von der Firma Hercules mit ca. 0,2 kg/m2 aufgerollt. Anschließend wurde der komplette Außenbereich des DN mit einem hochflexiblen und verschleißfesten Polyureasystem Hertec 1150, in einer Schichtstärke von ca. 2 mm besprüht. Als Maschine wurde eine Gama G 250 mit der Sprühpistole Palm Gun von Pentech verwendet. Der Innenbereich des DN wurde zuerst mit dem Speziallack Hertec KF 500 vorbehandelt und anschließend mit einem transparenten Polyasparticsystem Hertec 425 beschichtet. Das war insofern wichtig, da ein perfektes „Gleiten" des Steuermanns im Cockpit (die Fläche muss 100% glatt und sehr rutschfreudig sein) gewährleistet sein sollte. Zu guter Letzt wurde der DN-Schlitten im Außenbereich mit einem aliphatischen 1-K PU-System beschichtet, um eine matte Oberfläche zu erreichen.