Reduzierung der Emissionen von Silikonstabilisatoren in KfZ-Formweichschäumen

Courtney T. Thurau, Allen R. Arnold, Air Products and Chemicals, Inc., Allentown, PA, USA und Torsten Panitzsch, Air Products, GmbH, Hamburg, Deutschland

Inhaltsangabe

Seit mehr als einem Jahrzehnt begleiten Emissionsspezifikationen den Einsatz von PUR-Weichschäumen in automobilen Anwendungen, jedoch scheint sich die Unerbittlichkeit, mit der diese Spezifikationen verschärft und hinterfragt werden, zu steigern. In einem Markt, in dem niedrigere Emissionen ein erwünschtes Merkmal darstellen, wurde es schnell zu einem Muss für viele OEMs. Auf diesen Markttrend reagierend, fokussierte Air Products and Chemicals, Inc. seine Anstrengungen auf die Emissionsreduzierung bei der Entwicklung spezieller Additive, die zur Herstellung hochwertiger Weichschäume nötig sind.

Es wird eine neue Familie von emissionsreduzierten Silikonstabilisatoren vorgestellt, die speziell für Schäume im Automobilbereich entwickelt wurden. Diese Additive bieten dieselben exzellenten Verarbeitungs-, Schaumbildungs- und physikalischen Eigenschaften wie konventionelle, jedoch mit deutlich geringeren Siloxan- und Träger­emissionen, getestet z. B. nach VDA278 und SAE J1756. Die Eigenschaften der emissionsreduzierenden Zellstabilisatoren für TDI/MDI-basierende Schäume sowie Zellregulatoren für MDI-Systeme werden hier erläutert.

Einleitung
Heute existieren in der Automobilindustrie zahlreiche Emissionsspezifikationen und während diese je nach Region noch stark differieren, zeigt sich klar ein globaler Trend zur Emissionsreduzierung. Für die Polyurethanindustrie und die OEMs im Automobilbereich ist der Fokus darauf wichtig, da zahlreiche Produktions- und Endprodukteigenschaften auf die Schaumemission zurückgeführt werden können. So z. B.: Produktionssicherheit, Schaumgeruch, Fogging an den Windschutzscheiben und VOCs (volatile organic compounds).

Es sind zwar viele Komponenten im Polyurethanschaum für Emissionen verantwortlich, aber im Allgemeinen werden Aminkatalysatoren und Silikonstabilisatoren als kritische Substanzen anvisiert. Unter dem Einfluss hoher Temperaturen, wie sie im Fahrzeuginnenraum entstehen, können herkömmliche Amine und Stabilisatoren verdampfen und sorgen so für eine schlechte Innenraumluft und schädigen die Kunststoffbauteile im Innenraum. Außerdem können flüchtige Stoffe an Fenstern und Windschutzscheiben kondensieren (FOG).

Air Products hat, als ein führender Spezialadditivhersteller für die Polyurethanindustrie, seinen Forschungsschwerpunkt in den letzten 2 Jahrzehnten auf die Entwicklung emissionsarmer bzw. komplett emissionsfreier Katalysatoren gelegt um die steigenden Anforderungen der Automobilindustrie zu erfüllen [1]. Dieser Beitrag stellt eine innovative neue Silikonstabilisator-Technologie vor, die entwickelt wurde, um signifikante Emissionsreduzierungen ohne Kompromiss an physikalische Eigenschaften oder der Verarbeitung, von Polyurethanschaum zu erreichen. Diese neuen Produkte geben Automobilschaumherstellern die Möglichkeit, eine Vielzahl der OEM Emissionsspezifikationen zu erfüllen.

Um die Emissionen von Silikonstabilisatoren zu reduzieren, gibt es verschiedene Ansätze. Eine Reduzierung der Siloxanemission kann z. B. durch vorsichtige Herstellung hochaktiver Silikone, wodurch die allgemeine Zudosierung in einer Schaumformulierung verringert wird, erreicht werden. Ein weiterer Ansatz ist es, am Silikon eine funktionelle Gruppe anzuhängen, die mit dem Isocyanat reagiert und somit nicht mehr emittieren kann. Die Wahl des Trägermaterials ist ebenfalls ein kritischer Punkt, um das Emissionsprofil eines Stabilisators zu optimieren. Leistungsfähige Lösungsmittel, die erfolgreich mit aktiven Silikonen verträglich und löslich sind und mit der Schaummatrix reagieren können, helfen außerdem das Schaumemissionsprofil weiter zu senken.

Bei der Herstellung von TDI-reichem Formweichschaum verwendet die Industrie mehrheitlich zwei Silikonstabilisatoren, um ein größeres Formulierungsfenster für Schäumgrad und Dichte zu erhalten. Ein schaumstabilisierendes Additiv wie das Industriestandardprodukt Dabco DC5164, und der häufig verwendete zellregulierende Stabilisator Dabco DC5179 werden gemeinsam eingesetzt, um einen feinen, offenzelligen Schaum mit exzellenter Oberfläche und guten Fließeigenschaften zu erhalten. Hier werden zwei neue Stabilisatoren vorgestellt, die die gleichen ausgezeichneten Schaum- und Verarbeitungseigenschaften bieten, jedoch die Emission um 50-60 % gegenüber Standardprodukten senken. Dabco SI1301 wurde als emissionsreduzierender Drop-in-Ersatz für Dabco DC5179 entwickelt, während das Versuchsprodukt XF-AA15004 eine hochwertige emissionsreduzierende Alternative zu Dabco DC5164 darstellt.

Hersteller von MDI-Schaum benötigen typischerweise nur einen Stabilisator, um die Schaumoberfläche zu verbessern und eine Basalzellbildung unter der Haut des Formschaumprodukts zu eliminieren. Dabco DC2525 ist derzeit das gängige Marktprodukt, um die europäischen OEM-Spezifikationen zu erfüllen. Die nächste Generation, Dabco SI1101, bietet noch bessere Emissionsreduktion gegenüber dem etablierten Produkt und ermöglicht die striktesten Spezifikationen, ohne Kompromiss an Schaumverarbeitung und -eigenschaften zu erfüllen.
Die emissionsreduzierenden Produkte, Dabco SI1301, Dabco SI1101 und Versuchsprodukt XF-AA15004, die hier präsentiert werden, geben Automobilschaumherstellern die Möglichkeit, eine Vielzahl an OEM Spezifikationen quer durch alle Isocyanattypen, Schaumarten und Dichten zu erfüllen.

 

Rohstoffe
Standard-MDI sowie TDI/MDI basierende Formulierungen wurden zur Herstellung der auf einer Hochdruckmaschine produzierten Schäume verwendet, die in diesem Vortrag diskutiert werden. Im Folgenden eine Liste der verwendeten Rohstoffe:

Dabco 33LX    33 wt% Triethylendiamin (TEDA) von Air Products and Chemicals, Inc.
Dabco BLX-11    70 wt% Bis(dimethylamino-ethyl)-Ether von Air Products and Chemicals, Inc.
Dabco NE1070     Nicht-emittierender Gelkatalysator von Air Products and Chemicals, Inc.
Dabco NE300    Nicht-emittierender Treibkatalysator von Air Products and Chemicals, Inc.
Polyol A    Handelsübliches Polyetherpolyol (5500 MW) mit OH-Zahl 32
Polyol B    SAN Co-Polymer (43 % Feststoffgehalt) Formschaum-Polyol mit OH-Zahl 28
Polyol C    Handelsübliches Polyol mit OH-Zahl 28
Polyol D    Zellöffnendes Polyetherpolyol mit OH-Zahl 33
Dabco DC5164    Schaumstabilisierendes Surfactant für TDI- und TDI/MDI-Formschaum von Air Products and Chemicals, Inc.
Dabco DC5179    Zellregulierendes Surfactant für TDI und TDI/MDI Formschaum von Air Products and Chemicals, Inc.
Dabco DC2525    Emissionsarmes, zellregulierendes Surfactant für MDI-Formschaum von Air Products and Chemicals, Inc.
Dabco SI1101    Ultra-Emissionsarmes, zellregulierendes ­Surfactant für MDI-Formschaumanwendungen von Air Products and Chemicals, Inc.
Dabco SI1301
    Emissionsreduzierendes Surfactant für TDI und TDI/MDI-Formschaumanwendungen von Air Products and Chemicals, Inc.
XF-AA15004    Experimentelles, emissionsreduzierendes Surfactant für TDI- und TDI/MDI-­Formschaumanwendungen von Air Products and Chemicals, Inc.
Dabco DEOA-LF     Diethanolamin mit 15 % Wasser von Air ­Products and Chemicals, Inc.
TDI/MDI Isocyanate    Ein 80/20-Blend aus TDI und polymerem MDI
MDI Isocyanat    Ein modifizierter Isomerblend aus Diphenylmethandiisocyanat (32,5 % NCO)


TDI/MDI-Formschaum-Auswertung


Versuchsdurchführung
Die technischen Ausarbeitungen zur Entwicklung der neuen emissionsarmen Silikonsurfactants für TDI/MDI-Formschaum wurden im Technikcenter Nordamerika durchgeführt. Ein ISO-Blend aus 80 % TDI und 20 % MDI wurde für die Surfactantversuche ausgewählt, da dies heutzutage das gängigste Isocyanatsystem in der nordamerikanischen Formweichschaumindustrie ist. Ein Schaum mit der Dichte 32 kg/m3 und einem Feststoffgehalt von 9 % wurde zur Auswertung von zwei neuen emissionsarmer Silikonsurfactants – Dabco SI1301, ein Zellregulator und XF-AA15004, ein Schaumstabilisator – im Vergleich zu handelsüblichen Produkten herangezogen.

Maschinendurchführung

Die Maschinenversuche zur Formschaumherstellung wurden auf einer Hi Tech-SureShot-MHR-50-Hochdruck-Pilotanlage durchgeführt. Für jede Formulierung wurde eine Abmischung aus den entsprechenden Mengen Polyole, Wasser, Vernetzer, Stabilisatoren und Katalysatoren in den einen und die TDI/MDI-Isocyanatmischung in einen zweiten Tank gefüllt. Die Materialtemperatur betrug 23 ± 2 °C. Der Schaum wurde in eine 63 ± 2 °C heiße Aluminiumform gegossen. Die Form mit den Innenmaßen 40,6 cm x 40,6 cm x 10,2 cm verfügte über 5 Ventile und ist speziell für die Auswertung der physikalischen Eigenschaften konzipiert. Vor jedem Befüllen wurde die Form mit einem lösungsmittelhaltigen Trennmittel eingesprüht und für 1 Minute getrocknet. Das Schaumsystem wurde in die Formmitte eingegossen, um die Form komplett zu befüllen und die erwünschte Kerndichte zu erreichen. Der Schaum wurde nach vier Minuten entformt und die Zellen entweder mechanisch gebrochen oder sofort einer Force-To-Crush (FTC) -essung, wie nachstehend beschrieben, unterzogen.

Ermittlung der physikalischen Schaumeigenschaften
Für die Ermittlung der physikalischen Schaumeigenschaften wurden die Blöcke mindestens sieben Tage bei konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit (23 ± 2 °C, 50 ± 2 %) gelagert. Für die Ermittlung der physikalischen Werte nach ASTM D-3574 wurden aus jedem Block fünf Prüfkörper ausgestanzt. Die Testergebnisse mit den Standardabweichungen, sofern maßgeblich, sind in Tabelle 2 aufgelistet.

Force-To-Crush Messungen
Die Dimensionsstabilität von frisch-entformten Schaum kann durch Force-To-Crush (FTC) Messungen am Block bewertet werden. Ein dimensionsstabiler Schaum zeigt nach der Entformung nur wenig oder gar keinen Schrumpf. Schlechte Formstabilität kann zu zahlreichen Defekten im Polyurethanprodukt führen, z. B. schlechte Haftung eines PUR-Teils am Untergrund und somit erhöhte Reparatur- und/oder Ausschussrate.

Um den FTC zu ermitteln, wurde ein Schaumblock 30 Sekunden nach der Entformung in die FTC-Apparatur eingelegt. Die Blöcke wurden auf 50 % der Originaldicke deformiert und der hierfür notwendige Kraftaufwand ermittelt. Zehn Kompressionszyklen wurden bei jedem Schaumteil durchgeführt. Der aufgezeichnete Kraftaufwand liefert einen numerischen Einblick in die Offenzelligkeit der Schaumstruktur; niedrigerer FTC signalisiert verbesserte Dimensionsstabilität.

Thermodesorptionsuntersuchungen
Die Thermodesorptionsmethode VDA 278 ist eine Standardemissionstestmethode für Polyurethanschaum in der Automobilindustrie, um die VOC-Emissionen (volatile organic content und die Fogging-Emissionen (FOG) an Windschutzscheiben unter aggressiven Bedingungen zu testen[2].

Die VDA 278-Methode besteht aus zwei Schritten. Im Ersten wird das Schaummuster in einer thermischen Desorptionsröhre für 30 Minuten bei 90 °C kontinuierlich mit inertem Gas gespült. Die flüchtigen Bestandteile die aus dem Schaum austreten, werden in einem kryogenen Auffangbehälter gesammelt und auf -150 °C gekühlt. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit wird der aufgefangene Rückstand auf 280 °C erhitzt und direkt in einem GC-MS (Gaschromatographen) analysiert und gemessen. Der zweite Schritt des VDA 278 Tests besteht aus der Messung kondensierbarer Emissionen, die für das Fogging an der Windschutzscheibe verantwortlich sind. Das gleiche Schaummuster, das bereits für die VOC-Messung verwendet wurde, wird erneut auf diesmal 120 °C erhitzt und inertes Gas wird für 60 Minuten durch den Prüfkörper geleitet. Die flüchtigen Bestandteile werden erneut in einem kryogenen Behälter kondensiert und im GC-MS analysiert. Die Ergebnisse beider Emissionen (VOC+ FOG) ergeben die Menge an emittierten Stoffen pro Gramm Schaummuster und werden in μ g/g oder ppm (parts per million) angegeben. Abbildung 1 stellt das Ablaufschema dar.

 

Grafik-1-fachartikelAbb. 1: Thermische Desorptionstestmethode (dynamischer Gasraum): VDA 278.
 
Gravimetrischer/Photometrischer Foggingtest
Der SAE J1756-06-Test dient ebenfalls der Quantifizierung von FOG-Emissionen des neuen emissionsarmen Silikonstabilisators und des etablierten Industriestandards[3]. Diese Methode, die häufig im nordamerikanischen Automobilmarkt eingesetzt wird, bezeichnet man als „Prüfverfahren zur Bestimmung der Foggingcharakteristik von KfZ-Interieurmaterialien“. Es werden zwei Methoden zur Bestimmung von Interieurmaterialien im Automobilbereich beschrieben: (a) eine messfähige Ablagerung (Masse) auf einer Aluminiumfolie oder (b) die Kondensatbildung auf einer Glasfläche. In jeder Version wird ein Probestück des Materials in einen Messbecher gegeben. Der Becher wird mit einem gekühlten Metalldeckel und einer Glasplatte verschlossen und in ein 100 °C heißes Ölbad für 16 h getaucht. Die flüchtigen Stoffe aus dem Prüfkörper kondensieren an der gekühlten Glasplatte und werden analysiert.

In der gravimetrischen Version der SAE J1756-06 wird das Kondensat mit einer gekühlten Aluminiumfolie aufgefangen. Die Aluminiumfolie wird vor und nach dem Test gewogen, um die Kondensatmenge zu quantifizieren. Je weniger gesammelte Ablagerung, umso besser sind die Schaumeigenschaften.

In der photometrischen Version wird der FOG-Wert kalkuliert, indem man den Quotienten des 60-Grad-Reflektionswerts einer Glasplatte mit Foggingablagerungen und des 60-Grad-Reflektionswert der gleichen Glasplatte ohne Foggingablagerungen nimmt und mit Hundert multipliziert. Je näher die Zahl bei 100 ist, umso geringer ist der FOG. Die Art der Ablagerungen auf dem Glas werden ebenfalls bestimmt – entweder nass oder trocken, wobei die trockenen Ablagerungen die bevorzugten Ergebnisse sind.


Ergebnis und Diskussion

Formulierungen

Tabelle 1 zeigt die zur Evaluierung der Werte verwendeten TDI/MDI-Formulierungen (Dichte: 32 kg/m3). Die Formulierung A als Kontrolle basiert auf zwei Standardsilikonstabilisatoren von Air Products - Dabco DC5179, ein effizienter Zellregulator, und Dabco DC5164, ein starker Schaumstabilisator. Formulierung B bietet einen Wertevergleich des neuen emissionsarmen Zellregulators Dabco SI1301 gegenüber dem Standard Dabco DC5179 und Formulierung C einen Vergleich des emissionsarmen Versuchsschaumstabilisator XF-AA15004 versus Dabco DC5164. Zum Schluss sind beide emissionsärmeren Silikonstabilisatoren in Formulierung D kombiniert, um die größtmögliche Emissionsreduktion zur Kontrollformulierung A aufzuzeigen. Alle vier Formulierungen wurden mit einem Isocyanatindex von 95 hergestellt. Jeder Schaum enthält eine bestimmte Menge Feststoff (9 %), basierend auf dem Co-Polymer-Polyol-Gehalt.

 

 

Formulation Identifier

A

B

C

D

Polyol A, [pphp]

80

80

80

80

Polyol B, [pphp]

20

20

20

20

Dabco DEOA-LF, [pphp]

1.5

1.5

1.5

1.5

Dabco 33 LX, [pphp]

0.32

0.32

0.32

0.32

Dabco BLX-11, [pphp]

0.08

0.08

0.08

0.08

Total Water, [pphp]

3.9

3.9

3.9

3.9

Dabco DC5179, [pphp]

0.6

 

0.6

 

Dabco DC5164, [pphp]

0.2

0.2

   

Dabco SI1301, [pphp]

 

0.6

 

0.6

XF-AA15004, [pphp]

   

0.2

0.2

 Tab. 1: 32 Kg/m3 TD/MDI Sitzformschaumformulierung – 95 Index

 

Der auf der Pilotanlage hergestellte Schaum aus den Formulierungen A-D wurde auf seine physikalischen Eigenschaften, Zellstruktur und Aussehen sowie Dimensionsstabilität (FTC) und allgemeines Emissionsprofil getestet.

Physikalische Eigenschaften
Die physikalischen Eigenschaften der Formulierungen A-D sind in Tabelle 2 aufgeführt. Die Schäume auf Basis der Formulierung A, mit den Standardstabilisatoren, zeigen gute physikalische Eigenschaften, eine gleichmäßige und feine Zellstruktur sowie eine ausgezeichnete Oberfläche. Formulierung B zeigt die Möglichkeit des emissionsarmen Zellregulators, Dabco SI1301, in seiner Funktion als Drop-In-Ersatz zum Standardprodukt Dabco DC5179. Schaumhärte, Rückprallelastizität, Zugfestigkeit und Bruchdehnung in Formulierung B waren identisch zu Formulierung A, ebenso der Druckverformungsrest bei RT und die Feuchtigkeitsalterung. Zudem wurde mit dem Dabco SI1301 auch die gleiche feine Zellstruktur und exzellente Oberflächenqualität erreicht wie mit dem Standardprodukt.

 

 

Formulation Identifier

A

B

C

D

Dabco DC5179, [pphp]

0.6

 

0.6

 

Dabco DC5164, [pphp]

0.2

0.2

   

Dabco SI1301, [pphp]

 

0.6

 

0.6

XF-AA15004, [pphp]

   

0.2

0.2

Core Density [kg/m3]

32.1 ± 1.0

31.6 ± 0.7

31.6 ± 1.5

32.2 ± 0.6

Airflow [l/m]

71.5 ± 2.3

70.5 ± 1.4

79.4 ± 1.6

83.1 ± 4.2

ILD

       

25 % [N]

79

81

84

91

65 % [N]

284

277

272

290

25 %R [N]

68

68

71

77

Support Factor

3.6

3.4

3.2

3.2

Ball Rebound, [%]

62

58

56

62

Tensile, [kPa]

104.8 ± 3.7

110.6 ± 5.4

103.4 ± 2.5

103.5 ± 3.3

Elongation, [%]

92.6 ± 4.9

91.9 ± 3.5

93.9 ± 2.3

103.5 ± 3.3

Tear, [N/m]

165.2 ± 2.2

166.3 ± 6.9

169.8 ± 6.7

173.1 ± 2.6

50 % Compression Set, [%]

5.3 ± 0.3

4.7 ± 0.3

4.6 ± 0.3

3.8 ± 0.8

50 % Japanese Wet Set, [%]

31.3 ± 0.5

32.2 ± 1.6

28.8 ± 0.7

25.7 ± 1.1

 Tab 2: 32 Kg/m3 TDI/MDI Physikalisch Eigenschaften

 

Die Möglichkeit des emissionsreduzierenden Schaumstabilisators XF-AA15004 als Drop-In-Ersatz im Vergleich zum herkömmlichen Dabco DC5164 zeigt der Vergleich der Formulierung A und C. Bei gleicher Dosierung bietet XF-AA15004 fast identische physikalische Eigenschaften inklusive Schaumhärte, Zugfestigkeit, Bruchdehnung und Druckverformungsrest. Der Luftdurchlässigkeit in Formulierung C war etwas höher und zeigt die exzellente offene Zellstruktur, die das Versuchsprodukt bietet.

Formulierung D zeigt letztlich, dass Dabco SI1301 und XF-AA15004 zusammen eingesetzt werden können, wobei sie vergleichbare physikalische Eigenschaften wie beim herkömmlichen Stabilisator-Paket, aufweisen. Wie erwartet waren auch hier Luftdurchlässigkeit, Schaumzellstruktur, Oberflächengüte, Härte, Rückprallelastizität und Druckverformungsrest identisch zu Formulierung A.

Diese Ergebnisse zeigen, dass Dabco SI1301 and XF-AA15004 in TDI/MDI-Formschäumen effektiv eingesetzt und die gleiche hohe Qualität von physikalischen und Schaumeigenschaften wie mit den Standardsilikonen Dabco DC5179 und Dabco DC5164 erreicht werden können. Was hier nicht präsentiert wird, aber im Labor bestätigt wurde, ist die Möglichkeit, diese Produkte bei unterschiedlichster Dichte und Feststoffgehalt einzusetzen.

Force-To-Crush (FTC)-Eigenschaften

Wie oben erwähnt, ist die Formdimensionsstabilität – eine Eigenschaft, die stark durch die Auswahl des Silikonadditive beeinflusst wird, – kritisch bei der Herstellung von Formweichschaum. Abb. 2 zeigt den Vergleich der FTC-Ergebnisse mit den emissionsreduzierenden Dabco SI1301 und XF-AA15004 im Vergleich zu den Standardprodukten. Die FTC-Kurven sind fast identisch, was auf die gute Balance zwischen Zellöffnung und Matrixstabilität in allen vier Schaumformulierungen hinweist. Nur Formulierung B weicht leicht ab und zeigt einen höheren FTC-Wert. Wenn man berücksichtigt, dass die Luftdurchlässigkeit lt. Tab. 2 bei Formulierung A und B gleich ist, interpretieren wir die Abweichung als FTC-Messfehler.

 

Grafik-2-fachartikelAbb. 2: Force-To-Crush-Kurven – Vergleich der Dimensionsstabilität der Schäume mit Standardsilikonen
und den neuen emissionsreduzierten Dabco SI Surfactants.


TDI/MDI-Thermodesorptionsemissionsergebnisse
Die Thermodesorptionsmessung nach der VDA 278-Methode wurde vom Fresenius Institut in Deutschland durchgeführt [2]. Die VOC- und FOG-Emissionswerte in ppm (parts per million), sowie der spezifische Anteil der Siloxane an den VOC- und FOG-Emissionen zeigt Tabelle 3.
Der gesamte VOC der Kontrollformulierung A beträgt 1335 ppm, davon 307 ppm Siloxanemission. Der FOG-Wert in Formulierung A wurde mit 327 ppm gemessen, davon entfallen 11 ppm auf Siloxan. In der Formulierung B, die Dabco SI1301 als Alternative zu Dabco DC5179 enthält, liegt der VOC-Wert bei nur 719 ppm, davon 216 ppm Siloxan. Das entspricht einer VOC-Reduktion von 38 %, wenn man Dabco SI1301 als Austauschprodukt einsetzt. Die deutliche Reduzierung, die sich zeigt, ist das Ergebnis des neuen emissionsarmen Trägermaterials sowie des hochwertigen aktiven Silikons, das für Dabco SI1301 ausgewählt wurde. Auch die FOG-Werte wurden durch die Verwendung von Dabco SI1301 positiv beeinflusst. Eine 35 %-ige Reduzierung des FOG konnte bei der Formulierung B im Vergleich zur Formulierung A festgestellt werden, wobei der Anteil an Siloxanen relative konstant war.

Nun betrachten wir den Schaumstabilisator, ein Vergleich des Emissionsverhaltens zwischen Formulierung A und C zeigt Verbesserung im VOC und FOG bei Verwendung von XF-AA15004 anstatt Dabco DC5164. Der gesamte VOC-Anteil in der Formulierung C wurde um 10 % verringert, der Siloxan-Anteil um 20 %. Des Weiteren wurde der gesamte FOG um 30 % gesenkt, ohne signifikante Änderung beim Siloxan-FOG.

Jedoch die gravierendste Emissionsreduzierung erreicht man deutlich durch Verwendung beider emissionsverringernder Stabilisatoren im Austausch zu den handelsüblichen Produkten. Der gesamte VOC bei der Formulierung D ist nur 475 ppm mit einem Siloxan-Anteil von 136 ppm. Das ist eine 65 %-ige Verringerung des VOCs und ein 55 %-iger Anteil an Siloxan im Vergleich zu den beiden üblichen Produkten in der Kontrollformulierung A. Es wurde eine fast 50 %-ige Reduzierung des FOGs gemessen. Diese signifikante Emissionsreduktion ergibt sich aus der sorgfältigen Wahl der aktiven Silikontype und des hochwertigen Trägermaterials.

 

 

Formulation

FAPU 77, 03-04 2013
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