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Vorwort

Der gute Wille zählt ?!?!
Vorab möchte ich mich entschuldigen, dass wir nicht über alle in den letzten zwei Monaten stattgefundenen Veranstaltungen im Einzelnen berichten können - es waren einfach zu viele. Aber die allgemeine Tendenz ist deutlich positiver als im Vorjahr und es tut sich viel.

Jetzt aber zu meinem eigentlichen Anliegen - egal ob Genfer Autosalon, die VDI-Automotive-Tagung in Mannheim, JEC Paris usw., der Leichtbau ist in aller Munde, genauso wie ein nachhaltiges Bauen, mit nachhaltigen Materialien unter Berücksichtigung von Biopolymeren und Recyclingfähigkeit.

Alles schön und gut - oder doch ein Beitrag zur weiteren Volksverdummung?
Also erstmal eine kleine Statistik: Pro 100 kg eingespartem Gewicht beim Automobil werden auf 100 km 0,2 Liter Sprit eingespart!
Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast - die erste gefundene besagt, dass der Deutsche im Jahr durchschnittlich 15 000 km fährt, die Zweite spricht von 40 000 km. Im ersten Fall liegt die Benzineinsparung bei 30 l/Jahr (ca. EUR 42,-)  - im zweiten Fall bei 80 l (ca. EUR 112,-).

Wenn wir hier vom Leichtbau sprechen, sind Verbundwerkstoffe gemeint, also Verbindungen aus verschiedenen Werkstoffen (Metall, Glas-, Kunst- oder Naturfasern und Kunststoff) - ist das förderlich für die Recyclingfähigkeit? Es wurde auch gesagt, ein Armaturenbrett z. B. könne nicht aus einem Werkstoff gefertigt werden, ohne alle Anforderungen zu erfüllen - das ist ganz bestimmt falsch, denn mit Polyurethan (TPU, PUR-Schaum und PUR-Haut) wurde es bereits gemacht (BMW).

Der Einsatz von Biopolymeren ist zwar möglich, aber laut Aussage der Automobilindustrie preislich nicht immer tragbar, und zur Gewichtseinsparung trägt er sicher nicht bei. Außerdem wurden auf der Pressekonferenz zur VDI-Tagung von journalistischer Seite zwei Punkte angemerkt: Man würde damit ja Nahrungsressourcen vermindern - also ich mag sicher keine Tofuwürstchen, aber das ist ein anderes Thema - seit Jahren beschäftigen sich Experten mit Pflanzen, die nicht zur Nahrungskette beitragen, z. B. die Jatropha-Pflanze (wir haben darüber schon berichtet) - also auch da gibt es Möglichkeiten, wenn man will. Trotzdem ist bei all den gut gemeinten Umweltgedanken auch hier der Preis relevant. Verschiedene Autos (leider habe ich mir jetzt nur den VW Golf gemerkt - es wurden noch andere Marken erwähnt) sind vom Vormodell zum jetzigen nicht leichter, sondern schwerer geworden ... was muss mir das sagen?

Und nun der letzte Punkt auf meiner diesmaligen Liste zum Meckern - die Recyclingfähigkeit eines Automobils in Deutschland / Europa: Mal ganz ehrlich - ich kenne in Hamburg den einen oder anderen Gebrauchtwagenhändler (deutsch-türkisch-libanesisch) - was glauben SIE wie viele deutsche Automarken auf einem deutschen/westeuropäischen Recyclinghof oder Schrottplatz ihr Leben aushauchen: keine 5 Prozent (lassen wir bitte den Zeitraum der Abwrackprämie im letzten Jahr außer Acht - da wurden tatsächlich Autos verschrottet, denen jeder Gebrauchtwagenhändler noch heute nachweint).
Egal ob Audi, BMW, Mercedes oder VW - was bei uns nicht mehr verkauft wird, wandert völlig legal und heißbegehrt nach „Fernost"-Europa, Afrika oder Asien aus und wird dort unter keinerlei Berücksichtigung des Umweltschutzes (von so was wie TÜV reden wir gar nicht erst) bis zum bitteren Ende gefahren, nimmt man dann 3 - 4 Exemplare gleicher Marke zum Ausschlachten, dann hat man für weitere Jahre noch einmal ein ganzes Auto. Das ist doch auch eine gute Recyclingmethode und völlig vorbei an den EU-Richtlinien einer Altautoverwertung, denn die 1,7 Mio. Fahrzeuge, die bei uns auf dem Schrottplatz landen (eine weitere Internetstatistik, die vermutlich nicht berücksichtigt, dass auch der Schrottplatzbesitzer regen Handel mit den erwähnten „internationalen" Ländern treibt), wurden nur zu einem kleinen Prozentsatz nach deutschem/europäischem Ökogedanken gebaut.
Das führt mich zu folgendem „sarkastischen" Fazit: Kaufen Sie ein deutsches Auto (mindestens der Mittelklasse) und Sie haben für Europa einen genialen Umweltbeitrag geleistet.

Birgit Harreither

 


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