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Vorwort

Mit Polyurethan durch die Krise


Die JEC in Paris, die Plast in Mailand, die VDI-Tagung „Kunststoffe im Automobil" in Mannheim sowie die European Coatings Show in Nürnberg und die UTECH Europe 2009 in Maastricht - eines hatten alle Veranstaltungen gemeinsam: deutlich weniger Besucher und bei den Messen auch weniger Aussteller - für Schwarzmaler ein böses Omen, für die Teilnehmer ein voller Erfolg. Zitat: „Es war zwar weniger los, dafür war die Qualität der Gespräche so hoch wie noch nie."

Auf dem traditionellen Atelier-Treff der BASF am Vorabend zur VDI-Tagung „Kunststoffe im Automobil" erläuterte Jacques Delmoitiez, Präsident des BASF-Bereichs Polyurethanes, wie viel Potential auch heute noch im Polyurethan steckt. Bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 8,4 kg (NAFTA) und 8 kg (Westeuropa) sieht man deutlich, wie viel Wachstum in den Regionen China (2,8 kg), Indien (0,2 kg) und Osteuropa (1,7 kg) steckt. Deshalb ist auch eine neue MDI-Anlage in Chongqing (Westchina), sowie ein Cellasto-Werk in Shanghai im Plan.
Und wenn schon die Automobilindustrie zurzeit schwer gebeutelt ist, so setzt auch Patrick Thomas, Vorstandsvorsitzender der Bayer MaterialScience, auf eine positive Betrachtungsweise, denn Polyurethan ist wesentlich vielseitiger, so dass man auch andere Industriebereiche unter die Lupe nehmen sollte. Am Runden Tisch für Journalisten auf der UTECH 2009 erläuterte er die Möglichkeiten an Hand des ECO-Bürogebäudes in Indien, wie Polyurethan als hocheffizientes Isoliermaterial zum Klimaschutz beitragen kann. Das ECOCommercial-Building-Konzept von Bayer MaterialScience zielt auf den Bau von Niedrigstenergie-Häusern mit null Emissionen ab und kann auf alle klimatischen Bedingungen angepasst werden - egal ob 40 Grad minus oder plus.

Und nicht nur neue Gebäude können sinnvoll und effektiv isoliert werden -
Energie und Emissionen einzusparen vermag man auch bei bestehenden Ge­bäuden, Pipelines usw.

Bei den Maschinenherstellern (ich beziehe mich jetzt auf Niederdruckanlagen) ist es auf der UTECH hoch hergegangen. So ein bisschen hat mich die Situation an „Das große Hauen und Stechen ist eröffnet" erinnert. Einige haben bei ihren Neuvorstellungen eher auf ein Sparkonzept gesetzt - Anlagenpreise ab 35 000 Euro. Den Italienern ist der Ferrari heilig - aber nur wenige können sich dieses Auto leisten - ob das auch bei Maschinen so ist? Für über 200 000 Euro gab es zwar ein „Prachtexemplar" (Zitat eines Wettbewerbers) - ich stelle mir die Frage trotzdem, ob das zeitgemäß ist, denn eine umweltfreundlichere Variante - so zum Beispiel der selbstreinigende Mischkopf - wurde dabei nicht geboten.

Also eins steht fest - auch wenn es dieses Jahr sehr spannend wird und so manch einer heimlich auf eine Marktbereinigung hofft - Polyurethan wird diese Wirtschaftskrise bestimmt überstehen und vielleicht wird man bei der nächsten UTECH Europe 2012 über die ganze „Panikmache" nur noch lachen.

Birgit Harreither

 


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