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Vorwort

FROHES NEUES JAHR 2009

Da offensichtlich viele in Panik ausgebrochen sind, dachte ich zuerst, ich sollte hier einige gute Ratschläge - natürlich von klügeren Leuten als mir - zum Besten geben, aber ich glaube das ist völlig sinnlos. Stattdessen möchte ich allen unseren Lesern einfach die besten Wünsche für 2009 mit auf den Weg geben und im Folgenden eine Erklärung für die derzeitige finanzielle Situation, die ich kurz vor Weihnachten via E-Mail erhalten habe.

Die Finanzkrise einfach erklärt:


Heidi besitzt eine Bar in der Berliner Innenstadt. Um den Umsatz zu steigern beschließt sie, die Getränke der treuen Kundschaft - mehrheitlich Alkoholiker ohne Arbeit - aufzuschreiben (ihnen also Kredit zu gewähren).
Das spricht sich herum und dadurch drängen sich immer mehr Kunden in Heidis Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung vorerst keine Sorgen machen müssen, verteuert Heidi die Preise für Wein und Bier, die meistkonsumierten Getränke, und erhöht damit massiv ihren Umsatz.

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank sieht in diesen Kundenschulden wertvolle künftige Guthaben und erhöht die Kreditlinie für Heidi.

Er macht sich keine großen Sorgen, er hat ja die Schulden der Alkoholiker als Deckung.

Am Sitz der Bank transformieren top-ausgewiesene Banker diese Kundenguthaben in SUFFBOND, ALKBOND und KOTZBOND um. Diese Papiere werden dann weltweit gehandelt.
Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen bedeuten und wie sie garantiert werden, da die Kurse aber steigen, werden die Papiere ein Renner.

Eines Tages und obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (inzwischen selbstverständlich entlassen - Begründung: er war zu negativ) der Bank fest, dass man die Schulden der Alkis von Heidis Bar langsam einfordern sollte.

Diese können aber nicht zahlen.

Heidi kann ihren Kredit­verpflichtungen nicht
nachkommen und macht Konkurs.

SUFFBOND und ALKBOND verlieren 95 %, KOTZBOND hält sich besser und stabilisiert sich nach einem Verlust von 80 %.

Die Lieferanten hatten Heidis Bar längere Zahlungsfristen gewährt und zudem in die Papiere investiert: der Weinlieferant geht in Konkurs, der Bierlieferant wird von einem Konkurrenten übernommen.

Die Bank wird durch die Regierung Merkel/Steinmeier in einer dramatischen, tage- und nächtelang dauernden Aktion gerettet.

Die hierfür notwendigen Summen werden in einer Umlage von den Nicht-Alkis eingezogen.

Endlich mal eine einfache Erklärung ...

... auf ein fröhliches neues Jahr

Birgit Harreither

 


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